ODER: DAS BESTE SIZILIENS UNTER EINEM DACH…
Der Sommer hat seine ganz eigenen Rituale. Du gönnst dir ein cremiges Eis, setzt dich in die Sonne, beobachtest das bunte Treiben – und spätestens am Abend wächst die Lust auf eine richtig gute Pizza oder einen Teller hausgemachte Pasta. Wie schön wäre es, wenn du dafür gar nicht erst den Ort wechseln müsstest? In Grevenbrück ist genau das möglich. Die „Pizzeria Rimini“ hat ihr Angebot erweitert und bietet jetzt gleich doppelte italienische Genussmomente. Wo der großzügige Gebäudekomplex den nötigen Platz geschaffen hat, ist neben der Pizzeria eine Eisdiele entstanden. Heute findest du links die Pizzeria, rechts die Gelateria und dazwischen das Gefühl, für einen Moment mitten in Sizilien angekommen zu sein… Dahinter steht Giovanni Montagnino, der seine sizilianischen Wurzeln mit viel Leidenschaft lebt. Was auf den ersten Blick wie zwei verschiedene Konzepte wirkt, gehört für ihn ganz selbstverständlich zusammen. Schließlich gehören in Italien eine gute Pizza, hausgemachte Pasta und ein cremiges Gelato genauso zum Lebensgefühl wie die herzliche Gastfreundschaft:
Von Palermo nach Grevenbrück
Hinter jeder Pizza und jeder Kugel Eis steckt eine Geschichte. Die von Giovanni Montagnino beginnt nicht in Grevenbrück, sondern auf Sizilien. Genauer gesagt in Palermo – einer Stadt voller Leben, Traditionen und kulinarischer Leidenschaft… Als kleines Kind lebte Giovanni allerdings schon einmal in Deutschland. Seine Eltern arbeiteten damals in Fürth bei Nürnberg, und auch den Kindergarten besuchte er dort. Später zog die Familie zurück nach Sizilien. Doch Deutschland ließ ihn nie ganz los. Mit 17 fasste Giovanni einen Entschluss: Sobald er volljährig sein würde, wollte er zurück. Auch deshalb, weil er nicht zur italienischen Bundeswehr eingezogen werden wollte. Nach der Musterung blieb ihm rund ein Jahr Zeit, bis der Wehrdienst beginnen sollte. Alleine ausreisen durfte er als Minderjähriger noch nicht. Also wartete er geduldig auf seinen 18. Geburtstag – und nutzte sofort die Chance.

Nachbarn seiner Familie in Sizilien wollten im Sauerland eine Pizzeria eröffnen – die „Capri“ direkt gegenüber vom Altenhundemer Bahnhof. Für Giovanni war das die perfekte Gelegenheit. Also tauschte er das heiße Sizilien gegen das, sagen wir einmal, wettertechnisch deutlich abwechslungsreichere Sauerland. Enttäuscht wurde er allerdings nicht. Am 17. Oktober 1989 machte er sich früh morgens in Palermo auf den Weg. Als er einen Tag später in Köln ankam und anschließend nach Altenhundem weiterfuhr, schien die Sonne. Überall standen Kübel mit bunten Blumen, die Straßen waren sauber und gepflegt. Giovanni fühlte sich vom ersten Moment an wohl. Zunächst arbeitete er einige Tage in der „Capri“. Kurz darauf eröffnete jedoch die „Mini Capri“ in den Höfen – genau dort, wo er eigentlich eingesetzt werden sollte. Also wechselte er dorthin. Bis 1998 blieb er Angestellter, dann übernahm er das Restaurant selbst und wurde zum ersten Mal Chef. Fünf Jahre später verkaufte er die „Mini Capri“ und wagte den nächsten Schritt: Er eröffnete gegenüber der Grevenbrücker Schützenhalle die „Pizzeria Rimini“.


Doch auch dort wurde der Platz irgendwann knapp. Deshalb zog Giovanni 2017 mit seinem Restaurant einige hundert Meter weiter die Kölner Straße hinauf. Wo früher eine Kneipe untergebracht war, entstand nach monatelanger Arbeit seine neue gastronomische Heimat. Neuer Boden, neue Decken, frisch gestrichene Wände, komplett erneuerte Toiletten und eine moderne Küche – rund ein halbes Jahr dauerte der Umbau, bevor im Juni 2017 eröffnet werden konnte.

Vor allem aber bot das neue Gebäude etwas, das Giovanni vorher nie hatte: Jede Menge Platz. Und genau daraus entstand eine neue Idee. Neben den warmen Klassikern der italienischen Küche sollte es künftig auch das geben, wofür Italien ebenso berühmt ist wie für seine Pizza – echtes italienisches Eis:
Erst Pizza, dann Eis – oder umgekehrt?
Heute empfängt dich gleich neben der Pizzeria eine eigene Gelateria. Eine zweite, höher gelegene Terrasse lädt dazu ein, den Sommer in aller Ruhe zu genießen. Ob in der Sonne oder im Schatten – hier lässt es sich wunderbar sitzen. Gerade an heißen Tagen ist das der perfekte Ort für eine kleine Auszeit.

Die Eisdiele öffnet bereits täglich von 12 bis 21 Uhr und ergänzt damit ideal die Öffnungszeiten der Pizzeria, die – außer sonntags – erst am Abend ihre Türen öffnet. Du kannst also mittags auf ein Eis vorbeischauen oder den Abend ganz klassisch mit Pizza und anschließendem Gelato ausklingen lassen.

Einmal durch den kleinen Gang mit den bunten Schirmchen unter der Decke gelangst du direkt in das eigentliche Herzstück – die „Pizzeria Rimini“. Zwei großzügige Gasträume und eine weitere Terrasse bieten viel Platz, um italienische Gastfreundschaft zu genießen.

Auf den Tisch kommt alles, was die italienische Küche so beliebt macht. Natürlich spielt die Pizza die Hauptrolle. Und ganz ehrlich: Selten habe ich eine so gute Pizza gegessen – genau deshalb wollte ich dieser Pizzeria unbedingt einen eigenen Blogbeitrag widmen. Fast vier Jahrzehnte Erfahrung als Pizzabäcker schmeckst du bei jedem Bissen.

Doch die Speisekarte hat weit mehr zu bieten. Fleisch- und Fischgerichte, verschiedene Pasta-Kreationen, knackige Salate und viele weitere italienische Spezialitäten sorgen für reichlich Abwechslung. Von der klassischen Pizza Margherita über eine vollmundige Lasagne bis hin zum herrlich süß-herben Tiramisu wird hier mit echter Leidenschaft gekocht. Viele Zutaten und Rezepte entstehen im eigenen Haus – von den Saucen über die Pasta bis zum Pizzateig. Genau das macht den Unterschied. Und dieses italienische Lebensgefühl funktioniert nicht nur bei Sonnenschein. Auch wenn draußen (mal endlich wieder) Regen fällt, fühlt sich ein Besuch hier ein kleines bisschen nach Urlaub an.

Und zur Lebensart gehören manchmal auch Geschichten, die kein Happy End haben, aber eben doch dazu gehören: Bevor du gehst, solltest du noch einen Blick auf die Theke werfen. Dort stehen zwei kunstvoll gestaltete Keramikköpfe, die sofort ins Auge fallen. Sie sind weit mehr als Dekoration – sie erzählen eine der bekanntesten Legenden Siziliens. Die farbenfrohen Figuren heißen „Teste di Moro“ und erinnern an die Zeit der arabischen Herrschaft auf Sizilien zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert. Der Legende nach verliebte sich im Palermitaner Stadtteil Kalsa eine junge Sizilianerin in einen maurischen Händler. Die beiden führten eine leidenschaftliche Affäre. Doch das Glück hielt nicht lange. Als die junge Frau erfuhr, dass der Mann bereits verheiratet war und nach Nordafrika zurückkehren wollte, erschlug sie ihn im Schlaf. Anschließend trennte sie seinen Kopf ab, formte daraus einen Blumentopf und pflanzte Basilikum hinein. Der Basilikum soll so prächtig gewachsen sein, dass die Nachbarn die außergewöhnliche Idee nachahmten und ebenfalls Keramikköpfe fertigten. Bis heute gehören die „Teste di Moro“ zu den bekanntesten Symbolen Siziliens.

Zum Glück endet dein Besuch in der „Pizzeria und Eiscafé Rimini“ deutlich schöner. Du nimmst vielleicht keinen Blumentopf mit nach Hause, dafür aber ein kleines Stück sizilianisches Lebensgefühl. Vielleicht erinnerst du dich noch an den Duft einer knusprigen Pizza, an eine cremige Kugel Pistazieneis oder an die herzliche Art von Giovanni Montagnino. Und genau darum geht es hier: Um Pizza, Pasta, Gelato und das Gefühl, für ein paar Stunden dem Alltag zu entfliehen. Ein Stück Sizilien – mitten im Sauerland.

Pizzeria Rimini, Giovanni Montagnino, Kölner Straße 19, 57368 Lennestadt-Grevenbrück
https://www.instagram.com/pizzeria_rimini2016
Das Foto von Giovanni in der Küche wurde mit freundlicher Unterstützung von Giovanni Montagnino zur Verfügung gestellt.

Buongiorno!
Schöner Beitrag. Da könnten wir uns auch mal treffen. Aber natürlich auch hier bei uns auf der Terrasse…
Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
Claudia
Von meinem iPhone gesendet
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Siehst du – auch das Sauerland hat Dolce Vita zu bieten… 😉
Das machen wir!
Euch auch einen schönen Sonntag,
LG Steffi
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