ODER: NEUSTART IM LENNEPARK…
Du steigst am Bahnhof Finnentrop aus. Ein Zug rollt langsam weiter, irgendwo klackern Räder über die Schienen, ein leichter Wind weht vom Lennetal herüber. Nur ein paar Schritte entfernt glitzert das Wasser in der Sonne, Radfahrer ziehen entspannt über den SauerlandRadring, Spaziergänger und Familien genießen den Lennepark… Genau hier, wo seit mehr als hundert Jahren Eisenbahngeschichte geschrieben wird, wartet ein Ort, der wie geschaffen ist für eine kleine Auszeit. Der „Finnentroper Lokschuppen“ ist wieder geöffnet und verbindet den Charme vergangener Bahnzeiten mit neuem Leben. Nach zwei Jahren Stillstand haben Angelo und Kristina Schwarz den Waggon wieder mit Leben gefüllt. Mit viel Herzblut und frischen Ideen möchten sie den Lokschuppen wieder zu dem machen, was er früher war – ein Ort, an dem Menschen ankommen, sich begegnen und gerne ein bisschen länger bleiben, auch, wenn ihr Zug längst abgefahren ist:
Bitte einsteigen!
Ganz ehrlich – eine ordentliche Portion Wahnsinn gehört schon dazu, was Angelo und Kristina in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt haben. Doch beginnen wir am Anfang: Wo heute Kinder über den Spielplatz toben, Spaziergänger die Lenne genießen und Radfahrer eine Pause einlegen, war früher einmal Bahngelände. Im Rahmen der Regionale 2013 entstand auf der ehemaligen Bahnbrache der Lennepark. 2008 fiel der erste Spatenstich, 2015 wurde der Park offiziell eröffnet. Seitdem ist er zu einem echten Lieblingsplatz geworden. Mit großzügigen Grünflächen, Fitnessangeboten, Spielplatz, ausreichend Parkplätzen und seiner traumhaften Lage direkt an der Lenne ist er ein ideales Ziel für einen Familienausflug, eine Radtour oder einfach eine kleine Auszeit zwischendurch.

Eigentlich fehlte nur eines – ein Ort, an dem du dich mit einem Kaffee, einem Eis oder einer kleinen Mahlzeit hinsetzen kannst. Den „Finnentroper Lokschuppen gibt“ es zwar bereits seit fünf Jahren, nach einem Pächterwechsel stand er jedoch zwei Jahre lang leer. Genau in dieser Zeit suchten Kristina und Angelo nach einer Möglichkeit, sich selbstständig zu machen. Gastronomie? Damit hatten beide bis dahin kaum Erfahrung. Trotzdem ließ sie der Gedanke nicht mehr los.

Kristina stammt aus Finnentrop, heute lebt das Ehepaar mit seinem kleinen Sohn in Attendorn. Als sie den Lokschuppen entdeckten, waren sie sofort begeistert. Der liebevoll gestaltete Bewirtungswaggon, ein zweiter Waggon mit Toiletten und Lager, die großzügige Terrasse mit Sonnensegel und natürlich die einmalige Lage mitten im Lennepark – alles war bereits vorhanden und in einem hervorragenden Zustand.

Im März meldeten sie sich bei der Gemeinde und bekundeten ihr Interesse. Am 22. April kam die Rückmeldung. Einen Tag später besichtigten sie den Lokschuppen. Am selben Tag musste Angelo noch am Knie operiert werden. Andere hätten wahrscheinlich gesagt: „Jetzt warten wir erst einmal.“ Nicht die beiden… Weil kaum renoviert werden musste, ging alles Schlag auf Schlag. Eine Softeismaschine wurde gekauft, weitere Geräte angeschafft, ein Businessplan geschrieben, ein Konzept entwickelt. Und dann kam der 1. Mai. Die Türen gingen auf. Ohne große Erfahrung. Ohne langes Zögern. Einfach machen. Vielleicht verstehst du jetzt, warum Angelo und Kristina selbst schmunzeln, wenn sie sagen, dass eine ordentliche Portion Wahnsinn dazugehört.

Der Mut wurde belohnt. Schon die ersten Wochen liefen richtig gut. Bis heute stehen beide – trotz ihrer eigentlichen Berufe – vor allem an den Wochenenden selbst hinter der Theke. Nicht, weil sie müssen. Sondern weil sie es lieben, ihre Gäste persönlich zu begrüßen, ein paar Worte zu wechseln oder Tipps für die nächste Radtour zu geben. Und jetzt heißt es auch für dich: Bitte einsteigen!
Nächster Halt: Genuss!
Wenn du den „Finnentroper Lokschuppen“ noch von früher kennst, erinnerst du dich vielleicht an Kaffee und Kuchen. Heute wartet deutlich mehr auf dich. Kristina und Angelo wollten ein Angebot schaffen, das Familien genauso anspricht wie Radfahrer, Wanderer oder Ausflügler. Schließlich wissen sie als Eltern eines 16 Monate alten Sohnes selbst, worauf es ankommt… Auf der Speisekarte findest du warme Snacks wie Chicken Nuggets, Bratwurst oder Currywurst. Das Besondere steckt oft im Detail. Alle Saucen – ob Paprika-, Jäger- oder Currysauce – bereitet Kristina selbst zu. Besonders gefragt ist ihre Currysauce nach Berliner Art mit Apfelmus. Ohne künstliche Zusätze, dafür mit einem Geschmack, der viele Gäste inzwischen ganz gezielt wiederkommen lässt.

Auch bei den Pommes wurde nichts dem Zufall überlassen. Mehrere Sorten wurden getestet, bis die Entscheidung auf besonders knusprige Crunchy-Pommes fiel. Trotz der hochwertigen Produkte bleiben die Preise bewusst familienfreundlich. Und immer öfter bestellen Gäste ihr Essen sogar zum Mitnehmen – etwas, das Angelo und Kristina besonders freut.

Natürlich darf auch etwas Süßes nicht fehlen. Softeis, frische Waffeln, Crêpes und an den Wochenenden selbst gebackener Kuchen gehören inzwischen fest dazu.


Stillstand? Den gibt es hier nicht. Zu Hause wird regelmäßig experimentiert. Neue Ideen landen zunächst auf dem heimischen Esstisch. Bestehen sie den Familientest, schaffen sie es als Wochenend-Special auf die Karte. Je nach Wetter und Saison überrascht der Lokschuppen deshalb immer wieder mit besonderen Gerichten – etwa einer Bolognese mit geschmorten Rippchen, Pulled-Chicken-Burgern oder, wie auch an diesem Wochenende, russischem Schaschlik. Welche Spezialitäten gerade geplant sind, verraten Kristina und Angelo vorab auf Instagram.

Aktuell ist der Lokschuppen täglich von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Und auch wenn der Sommer natürlich Hochsaison ist, soll hier nicht Schluss sein. Die beiden möchten grundsätzlich auch im Winter öffnen – dann mit angepassten Zeiten und besonderen Aktionen wie Glühwein, Gulaschsuppe oder kleinen Winterevents.


Ideen haben sie mehr als genug. Vielleicht wird der „Finnentroper Lokschuppen“ irgendwann noch durch einen Verkaufsanhänger ergänzt. Vielleicht kommt sogar eine Anhängervermietung dazu. Doch eines nach dem anderen. Erst einmal möchten sie erleben, wie sich dieses erste Jahr entwickelt… Schon jetzt hat ihnen der Neustart viele schöne Begegnungen beschert. Handwerker von der Pfalz haben ebenso Halt gemacht wie Radfahrer aus dem Ruhrgebiet. Menschen, die zufällig vorbeikommen und oft sagen: „Hier ist es wirklich schön.“ Und genau das macht den Lokschuppen aus.

Vielleicht steigst auch du demnächst am Bahnhof aus. Vielleicht bist du gerade mit dem Fahrrad auf dem SauerlandRadring unterwegs oder genießt einen Spaziergang im Lennepark. Auch wenn die Straße Richtung Altfinnentrop derzeit gesperrt ist – lass dich davon nicht aufhalten. Der „Finnentroper Lokschuppen“ hat wieder geöffnet. Und dieses Mal lohnt sich der Zwischenstopp ganz besonders!

Finnentroper Lokschuppen, Angelo und Kristina Schwarz, Lennepark 1, 57413 Finnentrop
https://www.instagram.com/finnentroper_lokschuppen
Die Fotos von den Speisen wurden mit freundlicher Unterstützung von Kristina und Angelo Schwarz zur Verfügung gestellt.

Guten Morgen!
Finnentrop heißt bei mir nur Finnen TRAP
aber wenn man jetzt mal wieder da strandet, kann man zumindest einkehren 👍😉
Guter Tipp!
Wie geht es dir?
Liebe Grüße
Claudia
Von meinem iPhone gesendet
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Hallo liebe Claudia,
ja, ich erinnere mich an die Geschichte… 😉
Alles gut hier – bei dir hoffentlich auch!?
Auf ein baldiges Wiedersehen und ganz liebe Grüße an den See
Steffi
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