DIE „KRÄMEREI AM MARKT“ VERBINDET GENUSS MIT GEMÜTLICHKEIT

ODER: KURZURLAUB VOM ALLTAG…

Früher war eine Krämerei der Ort, an dem du nicht einfach nur einkaufen gegangen bist. Du hast ein Stück Käse mitgenommen, Neuigkeiten ausgetauscht, kurz an der Theke geplaudert und meistens länger gebraucht als geplant. Es roch nach Kaffee, nach Holzregalen und ein bisschen nach dieser guten alten Zeit, die heute oft verloren geht. Genau dieses Gefühl lebt mitten in Olpe wieder auf. In der „Krämerei am Markt“ von Melanie Krawitz. Schon wenn du die Tür öffnest, fühlt es sich an, als würdest du für einen Moment aus dem Alltag herausfallen. Alte Möbel, Retrodetails, warmes Licht, Emaille-Schilder, liebevoll dekorierte Ecken und irgendwo läuft leise Musik, die perfekt zu diesem Ort passt. Während draußen der Marktplatz vorbeizieht, sitzt du drinnen und beobachtest das Geschehen… Und genau deshalb fühlt sich die „Krämerei am Markt“ nicht wie ein Ort an, den du einfach besuchst. Sondern eher wie ein kleiner Rückzugsort mitten in Olpe:

Es geht immer weiter

Dass die „Krämerei am Markt“ heute so wirkt, als hätte es sie schon immer gegeben, liegt vielleicht daran, wie viel Persönlichkeit in diesem Ort steckt. Angefangen hat alles nämlich ganz anders: Melanie Krawitz wollte ursprünglich den ersten Unverpackt-Laden der Region eröffnen. Hochwertige Lebensmittel, nachhaltig gedacht, dazu eine kleine Bistro-Ecke und eine überschaubare Küche. Klingt heute ziemlich mutig – und genau das war es auch.

Denn Melanie kam weder aus der Gastronomie noch aus dem Einzelhandel. Sie arbeitete vorher in der Industrie als Key-Account-Managerin. Sicherer Job, klare Strukturen, ganz anderes Leben.

Doch als ihre Kinder größer waren, hat sie mit Anfang 40 beschlossen, alles auf eine Karte zu setzen. Kündigen, neu anfangen, etwas Eigenes schaffen. Nicht irgendwann. Sondern jetzt.

Der Name „Krämerei“ kam dabei nicht zufällig. Früher bezeichnete man so kleine Läden, in denen es von allem ein bisschen gab. Genau dieses Gefühl wollte Melanie zurückholen.

Außerdem steckt darin auch ein Stück Familiengeschichte. Ihre Großeltern führten früher selbst einen Laden für Kolonialwaren. Die alten Fotos davon hängen heute in der „Krämerei am Markt“ und passen so perfekt hierher, als hätten sie schon immer dort gehangen.

Im Oktober 2020 eröffnete schließlich die „Krämerei am Markt“. Zwei Wochen später kam der zweite Lockdown. Der Gastro-Bereich musste dichtmachen, vieles funktionierte plötzlich nicht mehr wie geplant. Doch während vieles stillstand, wurde der Unverpackt-Laden überraschend gut angenommen. Dazu kam Essen to go, viel Improvisation und wahrscheinlich eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen.

Nach Corona änderte sich jedoch vieles. Der große Unverpackt-Trend konnte sich in Deutschland langfristig nicht wirklich durchsetzen – auch nicht im Sauerland. Also musste Melanie umdenken. Und genau das tat sie: Der Café-Bereich wurde größer. Die Warenausstellung kleiner. Neue Ideen kamen dazu. Andere verschwanden wieder.

Melanie ist mit ihren Erfahrungen gewachsen – und mit ihr die ganze „Krämerei am Markt“. Hier bleibt nichts starr stehen. Es entwickelt sich weiter. Immer.

Im Januar folgte dann der nächste große Schritt. Die Krämerei zog um – direkt gegenüber, einmal über den Marktplatz. Klingt erstmal nach wenig Veränderung, war aber eigentlich ein kompletter Neustart. Das neue Ladenlokal passte einfach besser zu dem, was die Krämerei inzwischen geworden war.

Also wurde wieder renoviert, gestaltet, geschleppt und dekoriert. Weihnachten fiel für Melanie und ihr Team praktisch aus.

Dafür entstanden kleine Sitznischen mit ganz viel Charme, gemütliche Ecken für private Gespräche und ein Ambiente, das ein bisschen an kleine Cafés in Frankreich oder Holland erinnert. Viele Ideen dafür brachte Melanie genau von dort mit.

Und wenn du heute dort sitzt, denkst du wahrscheinlich ziemlich schnell – ja, der ganze Aufwand hat sich gelohnt:

Eine ordentliche Portion Retro-Charme

Die „Krämerei am Markt“ ist einer dieser Orte, an denen du morgens zum Frühstück kommst und plötzlich merkst, dass zwei Stunden vergangen sind. Denn schon das Frühstück zeigt, wie viel Liebe hier in den Details steckt. Statt riesigem Buffet und überladenen Tellern setzt Melanie lieber auf Qualität, frische Zutaten und Portionen mit Sinn. Die Brötchen werden selbst gebacken, beim Brot wird experimentiert und demnächst auch auf eigene Produktion umgestellt, und genau das schmeckst du auch. Gäste kommen inzwischen von weit her nur fürs Frühstück nach Olpe.

Mittags wird es dann noch kreativer, saisonaler und manchmal auch ein bisschen überraschend. Die Karte wechselt regelmäßig, gekocht wird möglichst mit Zutaten aus der Region und Nachhaltigkeit spielt immer mit hinein – aber ohne erhobenen Zeigefinger. Du findest hier genauso deftige Klassiker wie moderne Gerichte. Mal gibt es Burger mit selbst gemachten Patties, mal Burrata mit Kräutersalat, mal Spargel, je nachdem, was die Saison gerade hergibt. Dazu kommen immer auch vegane Gerichte, die sich teilweise flexibel anpassen lassen. Die Idee dahinter ist ziemlich simpel: Jeder soll hier etwas finden, worauf er wirklich Lust hat.

Und spätestens nachmittags wird es gefährlich, zumindest für den Kalorienzähler. Dann stehen die selbst gebackenen Torten auf dem Tresen – kannst du hier widerstehen?

Dazu passt auch das Geschirr perfekt. Nichts wirkt geschniegelt und übertrieben modern. Stattdessen wurde gesammelt, kombiniert und bewahrt. Omas Porzellan statt Wegwerfware. Alte Teller, Tassen mit Geschichte und genau dieser charmante Mix, der das Café so besonders macht. Nachhaltigkeit spielt auch hier mit hinein – aber angenehm unaufgeregt.

Überhaupt steckt in der Krämerei überall dieses Gefühl von „mit Liebe ausgesucht“. Das gilt auch für die kleinen Mietfächer regionaler Manufakturen.

Wenn du besondere Geschenkideen suchst oder einfach gern stöberst, wirst du hier wahrscheinlich länger hängen bleiben. Schmuck, Taschen, Genähtes, Pantoffeln, Seifen, Körperpflegeprodukte und viele andere kleine Schätze warten zwischen den Regalen. Alles Dinge, die du eben nicht überall findest.

Lebensmittel verkauft die Krämerei inzwischen übrigens nicht mehr. Außer natürlich, du zählst Wein dazu. Denn davon gibt es hier eine ziemlich schöne Auswahl.

Und weil die Krämerei längst mehr ist als „nur“ ein Café, finden regelmäßig Events statt. Am letzten Samstag im Monat wird Tapas-Abend gemacht, dazu kommen Musik-Events und besondere Abende mit leckerem Essen. Am besten hältst du dich dafür über die sozialen Medien auf dem Laufenden. Es wäre schließlich schade, etwas zu verpassen.

Vielleicht ist genau das das Geheimnis der „Krämerei am Markt“. Du kommst eigentlich nur auf einen Kaffee vorbei und gehst mit viel mehr wieder nach Hause. Mit einem kleinen Fund aus den Regalen. Mit einem guten Gespräch. Mit dem Gefühl, kurz aus dem Alltag verschwunden zu sein. Fast so, wie früher in einer echten Krämerei eben.

Krämerei am Markt, Melanie Krawitz, Westfälische Straße 13, 57462 Olpe

https://kraemerei-am-markt.de/

https://www.instagram.com/kraemereiammarkt

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