ODER: DIE HITS VON DAMALS, DIE STIMMEN VON HEUTE…
Hand aufs Herz! Wer von uns hat nicht schon einmal bei einem Song von den Hollies, 10cc, Sweet oder Smokie lautstark mitgesungen? Vielleicht im Auto, auf einer Party oder damals, als die Hits noch frisch aus dem Radio kamen. Manche Lieder vergisst man eben nie. Und manchmal braucht es nur die ersten paar Takte, um sich plötzlich wieder in eine ganz andere Zeit zurückversetzt zu fühlen. Genau dieses Gefühl bringen die FRONTM3N am kommenden Freitag, 30. Oktober, mit nach Altenhundem! Dann stehen Pete Lincoln, Peter Howarth und Mick Wilson im Rahmen ihrer Jubiläumstour „Now And Th3n“ auf der Bühne der Sauerlandhalle. Drei Musiker, die mit einigen der bekanntesten Bands der Musikgeschichte unterwegs waren und jetzt gemeinsam für einen Abend voller Erinnerungen, großartiger Stimmen und echter Live-Musik sorgen. Aber wie ist das eigentlich, wenn man jahrzehntelang auf den großen Bühnen dieser Welt gestanden hat und plötzlich mit zwei ebenso erfahrenen Kollegen als Trio unterwegs ist? Was macht die besondere Chemie zwischen den drei Musikern aus? Und wie viel Rock ’n’ Roll steckt eigentlich noch in ihrem Alltag? Genau das hat Mick Wilson mir erzählt:
So leicht werdet ihr uns nicht los
Mick, du und deine Bandkollegen Pete und Peter habt mit Bands wie den Hollies, Sweet, Smokie und 10cc Musikgeschichte geschrieben. Als ihr euch vor zehn Jahren entschieden habt, als FRONTM3N gemeinsame Sache zu machen, war das zunächst ein musikalisches Experiment oder hattet ihr damals schon das Gefühl, dass daraus etwas ganz Besonderes entstehen könnte?
Wir hatten eigentlich keine großen Erwartungen daran, was passieren würde, wenn wir drei unter unserem eigenen Namen Konzerte geben. Als wir uns 1994 bei der Zusammenarbeit mit Cliff Richard kennenlernten, wussten wir, dass unsere Stimmen gut miteinander harmonieren. Allerdings waren wir uns nicht sicher, ob andere das genauso sehen würden! Unsere ersten Auftritte waren deshalb einfach drei Freunde, die gemeinsam Musik machen und herausfinden wollten, ob überhaupt jemand kommen würde, um sie zu sehen. Und jetzt stehen wir hier, zehn Jahre später, spielen ausverkaufte Konzerte in ganz Deutschland und sind unglaublich dankbar dafür.
Eure ersten gemeinsamen Konzerte fanden 2016 in Deutschland statt. Jetzt kehrt ihr zehn Jahre später dorthin zurück, wo alles begonnen hat, um euer Jubiläum zu feiern. Was macht eure Verbindung zum deutschen Publikum so besonders? Und warum funktioniert eure musikalische Freundschaft gerade hier so gut?
Jede Band und jeder Künstler aus Großbritannien spielt gerne in Deutschland. Wir kamen ursprünglich hierher, weil Stefan Mühl, der heute unser Manager ist, uns für ein paar Konzerte angefragt hatte. Dabei haben wir sehr schnell festgestellt, dass das deutsche Publikum Musik ganz besonders zu schätzen weiß. Egal ob Rock, Folk oder Pop. Den Menschen geht es nicht unbedingt darum, wer gerade in einer Band spielt. Sie möchten die Musik hören, die sie kennen und lieben, und zwar so, dass man ihr mit Zuneigung und Respekt begegnet.
Drei erfolgreiche Frontmänner, die es gewohnt sind, im Rampenlicht zu stehen, teilen sich plötzlich eine Bühne. Wie lange hat es gedauert, bis aus drei eigenständigen Musikern eine Band wurde, in der jeder ganz selbstverständlich weiß, wann er sich zurücknehmen und wann er die Führung übernehmen sollte?
In dieser Band ist kein Platz für große Egos! Auch wenn wir letztendlich alle als Leadsänger unserer jeweiligen Bands bekannt geworden sind, haben wir einen großen Teil unserer Karrieren auch als Background- und Studiosänger für viele andere Künstler gearbeitet. Dabei lernt man, Teil eines harmonierenden Gesangsensembles zu sein, statt einfach mehrere Leadsänger gleichzeitig singen zu lassen. Denn das funktioniert nicht. Wir wissen also, wie wichtig Teamarbeit ist und wie gut sie funktionieren kann. Natürlich besprechen wir, wer bei bestimmten Songs am besten die Führung übernimmt. Aber dabei geht es immer darum, was dem jeweiligen Lied und dem gemeinsamen Auftritt am meisten dient.
Eure musikalischen Karrieren erstrecken sich über mehrere Jahrzehnte und eure Songs haben Millionen Menschen durchs Leben begleitet. Gibt es ein bestimmtes Lied, das ihr schon unzählige Male gespielt habt und das euch trotzdem noch immer emotional berührt, sobald die ersten Töne erklingen?
Das Großartige an FRONTM3N ist, dass wir auf ein riesiges Repertoire zurückgreifen können. Und jedes Lied bedeutet irgendjemandem etwas. Was uns deshalb besonders berührt, ist zu sehen, wie Menschen im Publikum auf bestimmte Songs reagieren, die für sie eine persönliche Bedeutung haben. Natürlich sind es vor allem die Liebeslieder, die emotional besonders viel auslösen. Aber auch die schnelleren, mitreißenden Stücke machen uns nach wie vor große Freude.
Viele eurer größten Hits sind inzwischen älter als manche Menschen in eurem Publikum. Trotzdem werden sie noch immer begeistert mitgesungen. Was macht einen Song deiner Meinung nach wirklich zeitlos? Und woran merkt ihr auf der Bühne, dass eure Musik auch eine neue Generation erreicht?
Ich persönlich glaube, dass es vor allem darauf ankommt, wie ein Lied geschrieben wurde. Die meisten Songs, die wir spielen, sind ursprünglich an der Gitarre oder am Klavier entstanden, ganz ohne die aufwendigen Produktionstechniken, die heute einen großen Teil der kommerziellen Musik prägen. Um die Zuhörer zu erreichen, mussten diese Lieder also vor allem durch ihre Melodien und Texte überzeugen, eine bestimmte Stimmung erzeugen und die Menschen auf eine musikalische Reise mitnehmen. Und genau das ist es, was auch heute noch durchscheint.
Bei FRONTM3N bekommen weltbekannte Hits durch eure drei Stimmen und die akustischen Arrangements einen völlig neuen Charakter. Gab es einen Song, bei dem ihr selbst überrascht wart, wie anders und vielleicht sogar noch eindrucksvoller er plötzlich klang, als ihr ihn auf das Wesentliche reduziert habt?
Auf unserem aktuellen Coveralbum „Now and Then“ haben wir bewusst versucht, auch einige Songs auszuwählen, mit denen man bei uns vielleicht nicht unbedingt rechnen würde. Manche davon haben wunderbar funktioniert. Überraschend war allerdings vor allem, welche Songs eben nicht funktioniert haben! Das passt eigentlich ganz gut zu meiner vorherigen Antwort. Ein wirklich großartiges Lied klingt sowohl mit einer einzigen Stimme und einer Gitarre als auch mit drei Stimmen und drei Gitarren gut, wenn es die richtigen musikalischen Zutaten mitbringt.
Im Laufe eurer Karrieren habt ihr mit unzähligen Musikern zusammengearbeitet und auf einigen der größten Bühnen der Welt gestanden. Welche Begegnung mit einem eurer musikalischen Vorbilder hat dich persönlich besonders nachhaltig beeindruckt? Und gibt es jemanden, mit dem du unbedingt noch einmal gemeinsam auf der Bühne stehen möchtest?
Ich glaube, wir hatten alle großes Glück, mit vielen bekannten Persönlichkeiten aus der Musikbranche zusammenarbeiten zu dürfen. Ich würde allerdings nicht sagen, dass es eine einzelne Begegnung gibt, die besonders heraussticht. Oft sind es vielmehr die kleinen Dinge, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zum Beispiel, wenn man beobachtet, wie bestimmte Künstler mit anderen Menschen umgehen. Daran erkennt man manchmal ziemlich schnell, warum manche Menschen beliebter sind als andere und weshalb andere Musiker auch nach vielen Jahren noch gerne mit ihnen zusammenarbeiten möchten.
Ihr habt über die Jahrzehnte gewaltige Veränderungen in der Musikbranche miterlebt. Von Schallplatten und großen Fernsehshows bis hin zu Streamingdiensten und sozialen Medien. Was vermisst du an der Musikwelt von früher am meisten? Und welche Entwicklungen der vergangenen Jahre empfindest du tatsächlich als Fortschritt?
Ohne jetzt wie ein mürrischer alter Mann klingen und über künstliche Intelligenz oder die geringen Einnahmen klagen zu wollen, die Künstler durch Streamingdienste erzielen, sehe ich nach wie vor einen enormen Wert in Live-Auftritten. Das ist etwas, das sich nicht einfach von Computern künstlich herstellen lässt. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass unser Publikum auch heute noch gerne das Haus verlässt, um einen großartigen Abend mit echter Live-Musik zu erleben!
Am 30. Oktober führt euch eure Jubiläumstour nach Altenhundem, mitten ins Sauerland. Ihr habt bereits in unzähligen deutschen Städten gespielt. Was gefällt euch besonders an Konzerten abseits der großen Metropolen? Und was macht die Atmosphäre solcher Abende für euch so besonders?
Im Vergleich zu Großbritannien ist Deutschland ein riesiges Land. Ganz ehrlich, wir könnten wahrscheinlich ein ganzes Jahr lang durch Deutschland touren, ohne zweimal am selben Ort aufzutreten! Da wir keine riesige Bühnenshow mit aufwendiger Produktion mitbringen, können wir auch in kleineren Veranstaltungsorten spielen. So bekommen wir die Gelegenheit, Orte kennenzulernen, die gewissermaßen etwas abseits der üblichen Wege liegen. Manchmal ist das Publikum dort sogar noch begeisterter, weil sich die Menschen darüber freuen, dass wir nicht ausschließlich in den großen Städten auftreten.
Bei eurer „Exclusive Acoustic Night“ geht es nicht nur um die großen Hits, sondern vor allem um eure Stimmen, eure Gitarren und die Geschichten hinter den Songs. Worauf dürfen sich die Zuschauer in Altenhundem freuen? Und gibt es vielleicht sogar ein Lied, das ihr an diesem Abend zum allerersten Mal gemeinsam spielen werdet?
Ja, genau das ist es, was unsere Konzerte im Kern ausmacht. Der Klang von drei Stimmen und drei Gitarren. Natürlich werden wir all die großen Hits spielen, die jeder kennt und liebt. Schließlich wissen wir, dass genau diese Songs für viele Menschen zunächst der Grund sind, sich für unsere Konzerte zu interessieren. Aber wir werden auch einige unserer eigenen Stücke und neue Songs von unserem Coveralbum einbauen. Darunter werden sowohl Titel sein, mit denen man rechnet, als auch einige Überraschungen! Aber ganz egal, was wir spielen, es werden auf jeden Fall mehr als zwei Stunden voller Musik und Spaß. Für das Publikum genauso wie für uns selbst.
Eure Jubiläumstour soll gleichzeitig eure letzte große, ausgedehnte Tournee durch Deutschland sein. Warum habt ihr euch gerade jetzt zu diesem Schritt entschieden? Und was bedeutet es euch, nach zehn gemeinsamen Jahren noch einmal mit einem solchen Programm unterwegs zu sein?
Auch wenn wir es lieben, Musik zu machen und auf Tour zu gehen, ist es trotzdem anstrengend, über längere Zeit von zu Hause weg zu sein. Mit den Jahren wird einem immer bewusster, wie viel man dadurch verpasst. Vor allem, wenn es um die Familie geht. Deshalb hören wir definitiv nicht komplett auf. Wir werden nur nicht mehr diese langen Tourneen machen, wie wir es in der Vergangenheit getan haben. So leicht werdet ihr uns also nicht los!
Welche Pläne habt ihr für die Zukunft? Und welche Rolle werden FRONTM3N weiterhin in eurem Leben spielen?
Wir haben noch jede Menge Musik in uns! Deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass der kreative Funke irgendwann wieder überspringen wird und wir in Zukunft auch neue Songs aufnehmen werden. Und wenn wir neue Musik machen, möchten wir sie natürlich auch wieder live vor Publikum spielen. Ihr habt uns also ganz bestimmt noch nicht zum letzten Mal gesehen!

Drei Stimmen, drei Gitarren und jede Menge Songs, bei denen du vermutlich schon nach den ersten Takten mitsingen kannst. Klingt nach einem ziemlich schönen Abend, oder? Und vielleicht ist das ja auch die beste Gelegenheit, die großen Hits von damals noch einmal ganz neu zu entdecken. Am Freitag, 30. Oktober, bringen die FRONTM3N ihre musikalische Zeitreise in die Sauerlandhalle nach Altenhundem. Und wer weiß, wann du die drei Musiker noch einmal gemeinsam auf einer Bühne in unserer Region erleben kannst? Schließlich soll es ihre letzte große Deutschlandtournee sein. Wenn du also Lust auf einen Abend voller Musik, Erinnerungen und ein bisschen Gänsehaut hast, solltest du dir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen! Tickets bekommst du bei WieWoWatt am Bahnhof in Altenhundem und über Eventim. Und dann heißt es nur noch zurücklehnen, genießen und vielleicht bei deinem Lieblingshit ein kleines bisschen lauter mitsingen…
Das Interview wurde aus dem Englischen übersetzt. Das Titelfoto wurde mit freundlicher Unterstützung von Stefan Mühl, das Video und Tourplakat für Altenhundem von Martin Schneider zur Verfügung gestellt.
