„WINNETOU LIEST WINNETOU“: JEAN-MARC BIRKHOLZ AUF STIPPVISITE IM SAUERLAND

ODER: EIN APPELL FÜR DEN FRIEDEN!

Noch im Sommer dachte ich, dass es ein Jahr ohne Jean-Marc Birkholz werden würde… Die Festival-Saison in Elspe war ausgefallen, er lebt im 1.600 Kilometer entfernten Minsk – warum sollte sich „Winnetou“ da nur auf die weite Reise bis ins Land der tausend Berge machen!? Naja, zum einen war´s vielleicht wirklich die Sehnsucht nach dem Sauerland, bestimmt aber auch der Kontakt zu seinen Freunden und Fans, die ihn am vergangenen Samstag begeistert in der Elspe-Festival-Showhalle empfingen, jedenfalls hieß es tatsächlich: „Winnetou liest Winnetou“! Natürlich konnte auch ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mit Jean-Marc über die vergangene Zeit und die nahe Zukunft zu sprechen:

Ich hatte einen Kloß im Hals

Jean-Marc, ich freue mich sehr, dass du es nach Elspe geschafft hast! Wie ist es dir in den letzten Monaten ergangen?

Zum Glück habe ich niemals Langeweile. Sonst wäre mir die Zwangspause sicher zur Qual geworden. Ich habe all die schönen Ecken in Belarus bereist. Davon gibt es viele. Also hatte ich eigentlich immer etwas zu tun. Aber viele der geplanten Filme fielen wie die Saison in Elspe Corona zum Opfer…

Wie ich mitbekommen habe, gab´s aber auch ein schönes Erlebnis: Anfang Oktober hast du die Original-„Winnetou“-Drehorte in Slowenien besucht. Ist es dort wirklich so schön wie in den Filmen?

Slowenien ist wunderschön. Die „Winnetou-Feste“ haben mich eingeladen. Ich habe einige Drehorte der Karl-May-Filme kennengelernt und neue Freunde gewonnen. Als Italien-Fan habe ich diesen Trip mit einem Abstecher nach Triest und Venedig verbunden.

Auf der großen Freilichtbühne konntest du in diesem Jahr leider nicht stehen, aber nun bist ins Sauerland gekommen, um uns aus „Winnetou“ vorzulesen. Was bedeutet es dir, wieder hier zu sein?

Es war unbeschreiblich, in der Showhalle auf dem Pferd das Publikum zu begrüßen. Die Freude darüber, doch noch – wenigstens einmal im Jahr – in Elspe zu sein, war auf beiden Seiten spürbar. Es gab lang anhaltenden Begrüßungs-Applaus, und ich hatte einen Kloß im Hals. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich meine Freunde sehen konnte, die ich sehr vermisst habe.

Während du beim Schauspielen den ganzen Körper einsetzt, hast du bei einer Lesung nur deine Stimme zur Verfügung. Eine Herausforderung?

Die Stimme ist ein Instrument. An eine Violine dürftest Du mich nicht heranlassen, das wäre schrecklich. Aber mit meiner Stimme traue ich mir jeden Ton, jedes Crescendo, jedes Diminuendo, jedes Forte und jedes Piano zu. Ich lese gerne, weil die Energie des Publikums jede Lesung einzigartig macht. Darauf lasse ich mich gerne ein.

Auch deine Frau Valya ist Schauspielerin, und zwar am Janka-Kupala-Nationaltheater in Minsk. Ist sie auch von den Einschränkungen getroffen?

Ja, meine Frau ist unmittelbar von der Situation in Belarus betroffen. Alle Schauspieler, die sich gegen die Machtwillkür, die Gewalt gegen Mitmenschen, für faire Neuwahlen und die Entlassung aller politisch Inhaftierten aus der Gefangenschaft aussprachen, wurden entlassen und erhielten ein Arbeitsverbot. Nun ist sie und der größte Teil ihrer Kollegen arbeitslos. Ich bin stolz auf sie, weil sie für die richtigen Werte einsteht.

Wie geht´s jetzt für dich weiter: Gibt es aktuell Projekte, die trotz der Situation geplant sind?

Es gibt zwei Filme, die anstehen und ein Projekt mit meiner Frau, das bilingual sein wird. Aber über alles, was in der Zukunft passiert, rede ich nicht gerne. Warten wir ab...

Kürzlich haben „Die Ärzte“ die „Tagesthemen“ eröffnet, um auf die Situation der Künstler in der Krise aufmerksam zu machen. Eine gute Idee?

Ja, es ist wichtig, dass auf uns aufmerksam gemacht wird. Unserer Branche wurde quasi ein Arbeitsverbot auferlegt, und sie ist mehr und mehr vom Bankrott bedroht. „Die Ärzte“ haben ein breiteres Publikum, darum war es gut so. Ich kann nur schwer begreifen, dass unsere Regierung erst „Die Ärzte“ oder „Helge Schneider“ braucht, um nachzudenken und uns zu verstehen.

Zugegeben, die Situation war in mehrfacher Hinsicht deutlich weniger zauberhaft als sonst, dennoch hat es mich sehr gefreut, Jean-Marc wiederzusehen! Ich werde auf jeden Fall schauen, wie es in den nächsten Monaten bei ihm und Valya weitergeht, und wenn du das auch tun möchtest, hast du hier die Gelegenheit dazu:

https://www.instagram.com/jeanmarcbirkholz/

https://www.instagram.com/valia_gartsuyeva/

https://www.facebook.com/jeanmarc.birkholz

https://www.jeanmarcbirkholz.de/

Die Fotos von Jean-Marc in Minsk, Venedig und am Meer in Slowenien wurden mit freundlicher Unterstützung von ihm zur Verfügung gestellt.

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