BACKSTAGE BEI ATZE SCHRÖDER

ODER: DIE „LOVEMACHINE“ IM SAUERLAND…

Vorne füllen sich langsam die Reihen. Jacken werden ausgezogen, Getränke geholt, hier und da wird schon gelacht. Du kennst das. Diese besondere Stunde vor einer Show, in der eigentlich noch gar nichts passiert und trotzdem längst dieses Kribbeln in der Luft liegt. Gleich geht’s los. Gleich steht der Mann auf der Bühne, wegen dem heute Abend alle hier in der Stadthalle Attendorn sind. Nur ein paar Türen weiter sieht die Welt gerade noch ganz anders aus. Keine große Bühne, kein Scheinwerferlicht, kein Publikum. Dafür ein Atze Schröder, der noch ein bisschen Zeit hat, bevor es ernst wird. Wobei „ernst“ bei Atze vielleicht sowieso das falsche Wort ist… Und genau da darf ich heute hin. Backstage. Noch bevor draußen das Licht ausgeht und aus einem ganz normalen Abend in Attendorn ein Atze-Abend wird. Also komm mit! Denn wenn man schon einmal die Gelegenheit bekommt, mit einer der wohl berühmtesten Lockenprachten Deutschlands ein bisschen abseits der Bühne zu quatschen, dann wäre es doch ziemlich schade, dich vor der Tür warten zu lassen. Vorhang auf ist diesmal später. Erst einmal heißt es – backstage bei Atze Schröder:

Wer zu Atze kommt, weiß, worauf er sich einlässt

Atze, du bist seit Jahrzehnten Deutschlands wohl bekannteste Lockenpracht. Verrat uns dein Geheimnis: Gute Gene, ein verdammt guter Friseur oder einfach noch mehr Selbstbewusstsein?

Alles drei natürlich! Schau mich an – ich bin jetzt schließlich auch schon über 60. Und so ein vitaler Rüde kann selbstverständlich auch in dem Alter noch Locken tragen. Demnächst bekommen wir bei uns zu Hause übrigens auch einen Hund, und zwar einen Pudel. Da kann man sich lockentechnisch dann bestimmt noch das eine oder andere abgucken. Vielleicht gibt es also sogar noch ein bisschen Luft nach oben!

Getönte Brille, Minipli und Cowboystiefel – dein Look hat Jahrzehnte überlebt. Braucht Atze 2026 eigentlich mal ein Update oder ist Perfektion schlicht nicht mehr zu verbessern?

Mode kommt und Mode geht. Irgendwann kommt schließlich alles wieder zurück. Und spätestens, wenn wir wieder Fußball-Europameister sind, sind garantiert auch die Rudi-Völler-Locken wieder angesagt. Da bin ich dann modisch plötzlich wieder ganz weit vorne dabei!

Du nimmst ja bekanntlich kein Blatt vor den Mund. Gibt es Dinge, die nur Atze sagen darf – während bei jedem anderen längst der nächste Shitstorm rollen würde?

Ja, das ist schon so! Ich habe mir das schließlich über Jahrzehnte erarbeitet. Wer zu Atze kommt, weiß mittlerweile auch ziemlich genau, was er bekommt und worauf er sich einlässt. Das ist ein bisschen wie bei IKEA oder McDonald’s: Da weißt du vorher auch, was dich erwartet. Da ist eigentlich nur noch die entscheidende Frage, ob der Big Rösti wieder ins Programm kommt.

Atze ist selten sprachlos… Was muss dir jemand erzählen, damit selbst du nur noch die Augenbraue hochziehst und sagst: „Ja nee, is klar!“?

Wenn ich morgen nach Hause kommen würde und meine Freundin mir sagen würde, dass sie schwanger ist, dann würde ich wahrscheinlich sogar dreimal hintereinander „Ja nee, is klar!“ sagen. Und dabei würde ich mich vermutlich auch noch bekreuzigen. Danach würde ich natürlich direkt fragen, wer denn der Vater ist. Komplett sprachlos funktioniert bei mir also selbst in so einer Situation nicht.

Eine kurze Zeitreise in deinen Kiosk: Biene an deiner Seite, Harry vor der Tür und Murat garantiert irgendwo mittendrin. Wenn die drei heute plötzlich wieder vor dir stehen würden – was wäre wohl das Erste, das passiert?

Ich glaube, wir würden uns erst einmal alle in den Armen liegen. Wenn man sich nach so langer Zeit plötzlich wieder gemeinsam im Kiosk gegenüberstehen würde, wäre das bestimmt ein besonderer Moment. Und danach würden wir wahrscheinlich erst einmal zusammen ein Bierchen trinken gehen. So viel hätte sich dann vermutlich doch nicht verändert.

Mal angenommen, „Alles Atze“ käme 2026 zurück: Was wäre heute in deinem Kiosk los – und würde Atze mit Kartenzahlung, Vapes und Dubai-Schokolade überhaupt klarkommen?

Um Himmels Willen! Das müsste dann wohl die Nachfolgerin von Murat machen…

Essen-Kray, Ruhrpott, große Klappe – das gehört zu Atze wie die Locken zur Sonnenbrille. Wie viel von Atze würde eigentlich noch funktionieren, wenn man ihn ins tiefste Bayern verpflanzen würde?

In Bayern ist das gar nicht so unähnlich, da gibt es sicherlich andere Regionen, die sich noch mehr wundern würden – die Schweiz zum Beispiel.  Aber letztendlich funktioniert das überall, weil es ja sehr volkstümlich ist.

Inzwischen redest du in deinem Podcast „Betreutes Fühlen“ sogar über Gefühle – und jetzt heißt dein Programm auch noch „LOVEMACHINE“. Atze, müssen wir uns Sorgen machen: Wirst du auf deine alten Tage etwa weich?

Nö! Sagen wir mal: Emotionaler! Ich merke, dass das Publikum das mitgeht, und insofern scheine ich da den richtigen Punkt getroffen zu haben.

Apropos „LOVEMACHINE“: Was können ausgerechnet die Sauerländer Männer in Sachen Frauen noch von Atze Schröder lernen?

Das werden wir heute Abend im Programm ja noch etwas genauer hören. Da gibt es durchaus den einen oder anderen Tipp. Ein paar Tipps in Sachen Erotik kann schließlich nicht nur das Sauerland gebrauchen!

Dating-Apps, Ghosting, Situationships – Flirten ist ganz schön kompliziert geworden. Hättest du bei Tinder trotzdem leichtes Spiel oder müsste selbst ein Atze Schröder erst mal lernen, nach rechts zu wischen?

Ich war noch nie bei Tinder, deswegen kann ich da nicht mitreden. Aber wenn ich suchen würde, würde ich es so wie früher machen: Bei Peek & Cloppenburg in der Abteilung für Damenoberbekleidung. Das funktioniert auf jeden Fall! Auch bei den Sauerländer Männern…

Heute trifft Ruhrpott auf Sauerland: Da direkt und geradeaus, bei uns erst mal gucken und dann reden. Hand aufs Herz, Atze: Sind wir Sauerländer überhaupt bereit für so viel LOVEMACHINE?

Ich bin jetzt seit 30 Jahren im Sauerland unterwegs und war auch schon ganz oft hier in Attendorn. Deshalb weiß ich inzwischen ziemlich genau, wie das hier funktioniert. Auch im Sauerland dauert ein Pils sieben Minuten – und wenn man diese sieben Minuten erst einmal überbrückt hat, dann geht’s auch!

Und falls du jetzt beim Lesen ein paarmal gegrinst, innerlich „Ja nee, is klar!“ gedacht und ein kleines bisschen Lust auf eine ordentliche Portion Atze bekommen hast, dann bleibt eigentlich nur eins: selbst hingehen. „LOVEMACHINE“ ist noch eine ganze Weile unterwegs – und auch vom Sauerland aus musst du dafür gar nicht einmal so weit fahren. Unter anderem stehen Dortmund und Wuppertal noch auf dem Tourplan und sind damit durchaus Ziele, die man für einen Abend mit Minipli und getönter Brille mal ins Navi tippen kann. Alle weiteren Tourdaten findest du natürlich auf Atzes Homepage. Und wer weiß – vielleicht stellst du anschließend fest, dass so ein bisschen mehr LOVEMACHINE auch dem Sauerland ganz gut steht…

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