JANINA MÜLLER SCHENKT KLEINEN ERFOLGEN GROSSE BEDEUTUNG

ODER: ERGOTHERAPIE MIT HERZ…

Es gibt diese Momente, die du erst bemerkst, wenn sie plötzlich nicht mehr selbstverständlich sind. Einen Knopf schließen. Einen Stift halten. Nach einer Verletzung wieder eine Tasse anheben. Oder zuzusehen, wie das eigene Kind plötzlich Dinge meistert, die vorher einfach nicht gelingen wollten. Genau dann wird dir bewusst, wie viel Lebensqualität in den kleinen Bewegungen des Alltags steckt. Vielleicht hast du selbst schon einmal erlebt, wie viel Geduld es braucht, bis etwas wieder funktioniert. Oder du kennst jemanden, für den jeder kleine Fortschritt ein echter Grund zur Freude war. Oft sind es genau diese scheinbar unspektakulären Momente, die am Ende den größten Unterschied machen. Denn manchmal fühlt sich ein einziger Schritt nach vorn an wie ein riesiger Sprung. Genau darum geht es in der Ergotherapie. Nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen, sondern Menschen auf ihrem ganz persönlichen Weg zu begleiten. Mit Geduld, Einfühlungsvermögen und dem Blick auf das, was möglich ist. Hinter jeder Behandlung steckt eine eigene Geschichte – und hinter jedem kleinen Erfolg ein Mensch, der ein Stück Selbstständigkeit zurückgewinnt… Mit ihrer eigenen Praxis in Grevenbrück begleitet Janina Müller genau diese Geschichten jeden Tag:

Ich bin dankbar für die kleinen Dinge

Janina, du arbeitest jeden Tag daran, dass andere Menschen Dinge wieder können, die für viele selbstverständlich sind. Hat dich dein Beruf selbst dankbarer für die kleinen Dinge im Alltag gemacht?

Total! Ich bin wirklich unglaublich dankbar geworden, weil wir jeden Tag erleben, welche vermeintlichen Kleinigkeiten den Alltag massiv erschweren können. Und „Kleinigkeiten“ setze ich ganz bewusst in Anführungszeichen. Schon eine Verletzung an der Hand oder eine ungünstige Stifthaltung bei Kindern können enorme Auswirkungen auf das tägliche Leben haben. Durch meinen Beruf bin ich deshalb viel achtsamer geworden und weiß viele Dinge im Alltag deutlich mehr zu schätzen.

Kinder sagen oft ungefiltert, was sie denken. Gab es einen Satz eines kleinen Patienten, den du bis heute nicht vergessen hast?

Den werde ich nie vergessen. Ich kam einmal aus dem Urlaub zurück und hatte richtig viele Sommersprossen. Da schaute mich ein Kind an und sagte ganz trocken: „Janina, du siehst jetzt aus wie das Sams!“ Solche Situationen gibt es hier immer wieder – und genau das macht die Arbeit mit Kindern so erfrischend und ehrlich.

In deinem Beruf geht es selten um den schnellen Erfolg, sondern oft um viele kleine Schritte. Wie schaffst du es, auch dann motiviert zu bleiben, wenn Fortschritte nur langsam sichtbar werden?

Ich bin grundsätzlich ein geduldiger Mensch. Außerdem sind wir Ergotherapeuten diejenigen, die motivieren sollen. Wenn wir selbst keine Motivation ausstrahlen, wie sollen unsere Patienten dann etwas verändern? Ich ziehe meine Motivation aus den kleinen Fortschritten, denn die gibt es eigentlich immer. Und wenn etwas einmal nicht funktioniert, gehen wir einen Schritt zurück und überlegen gemeinsam, welchen anderen Weg wir einschlagen können. Das Ziel bleibt dabei immer vor Augen.

Du hast den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und deine eigene Praxis aufgebaut. Gab es einen Moment, in dem du dachtest: Jetzt weiß ich, dass sich dieser Schritt gelohnt hat?

Das war gar nicht der eine besondere Moment – dieses Gefühl begleitet mich jeden Tag. Ich wache morgens auf und freue mich darauf, in meine Praxis zu fahren. Ich habe diesen Schritt nie bereut. Vor allem die positiven Rückmeldungen meiner Patienten zeigen mir immer wieder, dass die Entscheidung richtig war. Ich liebe es einfach, mit Menschen zu arbeiten.


Was ist für dich ein erfolgreicher Arbeitstag? Ist es der große Behandlungserfolg oder manchmal schon ein kleines Lächeln beim Abschied?

Ganz klar das Lächeln. Natürlich freuen wir uns über jeden Behandlungserfolg. Aber genauso wichtig ist für mich die positive Begegnung mit den Menschen. Genau dafür sind wir Ergotherapeuten schließlich da. In vielen Bereichen des Gesundheitswesens fehlt oft die Zeit, wirklich auf die Patienten einzugehen. Wir haben 30 oder 60 Minuten, in denen wir uns ganz auf den Menschen konzentrieren können. Und wenn dieser Mensch die Praxis mit einem Lächeln verlässt, dann ist das für mich ein erfolgreicher Arbeitstag.

Du kümmerst dich täglich um andere Menschen. Wer oder was sorgt eigentlich dafür, dass du selbst wieder Kraft tanken kannst?

Meine Familie. Mein Mann, meine Tochter und auch meine Eltern. Wir haben ein sehr enges Verhältnis, und dort tanke ich die Kraft, die ich für meinen Alltag brauche.

In deiner Praxis behandelst du Kinder, Erwachsene und Senioren – gibt es etwas, das all diese Menschen verbindet, obwohl ihre Geschichten so unterschiedlich sind?

Das Verbindende ist, dass alle mit einem Ziel zu uns kommen. Jeder hat eine Herausforderung im Alltag, die er bewältigen möchte. Ansonsten ist jeder Mensch ganz unterschiedlich. Jeder bringt seine eigene Persönlichkeit mit – und genau so individuell wird er von uns auch wahrgenommen und behandelt.

Von der Kindertherapie bis zur Neurologie: Deine Praxis deckt ein sehr breites Spektrum ab. War dir diese Vielfalt von Anfang an wichtig oder hat sie sich mit der Zeit entwickelt?

Mir war diese Vielfalt von Anfang an wichtig. Deshalb war für mich auch schnell klar, dass ich mich vergrößern möchte. 2018 bin ich mit meiner Praxis im Therapiezentrum meiner Eltern in Elspe gestartet. Irgendwann wurden die Räume aber zu klein und ich wollte mein Team erweitern, denn ich kann natürlich nicht alle Fachbereiche allein abdecken. Jeder bringt seine eigenen Stärken mit. Eine Kollegin arbeitet beispielsweise schwerpunktmäßig mit geriatrischen Patienten, während ich eher im Kinder- und Handbereich tätig bin. So können wir das gesamte Spektrum abdecken. Dafür brauchten wir allerdings mehr Platz. Deshalb sind wir vor zwei Jahren nach Grevenbrück gezogen und haben dort – zu einem großen Teil in Eigenleistung – unsere modernen Praxisräume eingerichtet.

Wenn deine Patienten deine Praxis mit drei Worten beschreiben müssten – welche drei Worte würdest du dir wünschen?

Empathisch, fachlich gut und menschlich. Das wären die drei Begriffe, die ich mir wünschen würde. Und zum Glück bekommen wir genau das auch häufig von unseren Patienten zurückgespiegelt. Dieses Lob gilt aber nicht nur mir, sondern meinem gesamten Team. Meine Mitarbeiterinnen sind immer freundlich, offen und den Menschen zugewandt.


Viele denken bei Ergotherapie zuerst an Übungen und Therapie. Was würdest du ihnen gerne zeigen, was sie über deinen Beruf wahrscheinlich noch gar nicht wissen?

Zunächst einmal werde ich tatsächlich sehr oft gefragt, was Ergotherapie überhaupt ist und was ich eigentlich mache. Wir begleiten Menschen, entwickeln gemeinsam mit ihnen Ziele und helfen dabei, den Alltag wieder lebenswerter zu machen. Dazu gehören nicht nur Übungen, sondern auch Gespräche, Begleitung und Unterstützung. Manche Patienten sehe ich sogar häufiger als meine eigene Familie. Dadurch entsteht eine große Nähe, und ich bekomme viel aus ihrem Leben mit. Das sieht man von außen vielleicht nicht sofort, ist aber oft entscheidend für den Therapieerfolg. Gleichzeitig nehme ich selbst aus diesen Begegnungen unglaublich viel mit und entwickle mich auch persönlich immer weiter.

Wenn du nach einem langen Arbeitstag abschalten möchtest: Wo im Sauerland zieht es dich am ehesten hin?

Ich wohne in Heggen, deshalb sind wir oft rund um Attendorn und den Biggesee unterwegs. Dort gehen wir gerne spazieren, genießen die Natur – und genau dort kann ich nach einem langen Arbeitstag am besten abschalten.

Vielleicht achtest du beim nächsten Mal ein bisschen bewusster auf die kleinen Dinge im Alltag. Darauf, wie selbstverständlich vieles funktioniert – und wie schnell genau das ins Wanken geraten kann, wenn plötzlich etwas nicht mehr geht. Und vielleicht verstehst du dann auch ein Stück besser, warum Ergotherapie so viel mehr ist als nur ein paar Übungen… In der Praxis von Janina Müller in Grevenbrück geht es genau darum: Gemeinsam Wege zu finden, damit Alltag wieder möglich wird. Schritt für Schritt, in kleinen Erfolgen und oft mit mehr Geduld, als man von außen vermuten würde. Wenn du mehr Einblicke in ihre Arbeit bekommen möchtest, lohnt sich auch ein Blick in die Praxis selbst oder die Social-Media-Kanäle – dort wird schnell sichtbar, wie vielseitig Ergotherapie wirklich ist und wie viele kleine Erfolgsgeschichten jeden Tag entstehen.

Praxis für Ergotherapie Janina Müller, Kölner Straße 119, 57368 Lennestadt-Grevenbrück

https://www.xn--ergotherapie-mller-z6b.de

https://www.instagram.com/ergotherapie.mueller

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