TIMO STÖLBEN BRINGT DIE MOSEL INS SAUERLAND

ODER: „EICKHOFFS“ LÄDT ZUM WEINGENUSS EIN…

Wir Sauerländer haben wirklich vieles. Wälder, Berge, Seen und jede Menge Orte, an denen du die Natur genießen kannst. Was unserer Region allerdings fehlt, sind Weinberge. Umso schöner ist es, wenn der Wein den Weg zu uns findet. Genau das war jetzt bei „Eickhoffs“ in Halberbracht der Fall. Vielleicht warst du selbst schon einmal dort oder hast den besonderen Ort zumindest im Vorbeifahren entdeckt. Wo früher Gäste im Landgasthof einkehrten, bekommst du heute freitags und samstags leckere Gerichte auf Vorbestellung zum Mitnehmen, dazu eine sorgfältig ausgewählte Auswahl an Weinen und Feinkost. Ein Ort für alle, die gutes Essen und guten Wein zu schätzen wissen… Diesmal gab es allerdings einen ganz besonderen Grund vorbeizuschauen. Winzer Timo Stölben vom Bio-Weingut „Zum Eulenturm“ von der Terrassenmosel war persönlich zu Gast und hatte nicht nur seine Weine im Gepäck, sondern auch die Geschichten, die dahinterstecken. Denn wenn du ihm zuhörst, merkst du schnell, dass Wein für ihn weit mehr ist als ein Getränk. Es geht um Handarbeit, Geduld, die Natur und die Überzeugung, dass ein guter Wein vor allem Zeit braucht:

Ich habe den schönsten Arbeitsplatz überhaupt

Herr Stölben, wenn Sie an einen perfekten Sommerabend denken: Wo sitzen Sie, wer ist dabei – und welcher Wein steht auf dem Tisch?

Dann sitze ich bei uns auf dem Weingut direkt an der Mosel, unter unserer Pergola. Meine Frau ist dabei, wir genießen gemeinsam den Abend – und im Glas ist natürlich ein trockener Riesling.

Sie beschäftigen sich beruflich jeden Tag mit Wein. Gibt es Momente, in denen Sie ganz bewusst nicht über Aromen oder Jahrgänge sprechen möchten, sondern einfach nur ein Glas Wein genießen?

Die gibt es durchaus – aber eher selten. Meine Frau ist manchmal schon ein bisschen genervt, weil sich bei mir ganz vieles um Wein dreht. Für mich ist Wein eben nicht nur ein Beruf, sondern eine echte Berufung. Ich bin mit ganzem Herzen Winzer und beschäftige mich deshalb auch in meiner Freizeit sehr gern mit dem Thema.

Fast alle Ihre Weinberge liegen in Steillagen und werden in Handarbeit bewirtschaftet. Gibt es einen Moment während der Weinlese, bei dem Sie jedes Jahr aufs Neue denken: Genau deshalb mache ich diesen Beruf?

Diese Momente gibt es sogar ziemlich oft. Allein die Landschaft ist einfach wunderschön. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich den schönsten Arbeitsplatz überhaupt habe. Wenn ich im Weinberg stehe, genieße ich jeden Tag aufs Neue die Aussicht und die Ruhe. Genau das gibt mir die Motivation, auch die körperlich anstrengende und manchmal beschwerliche Arbeit mit Freude auf mich zu nehmen.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie zum ersten Mal den neuen Jahrgang probieren? Überwiegt die Vorfreude oder blickt der Winzer sofort kritisch ins Glas?

Ich bin durchaus sehr selbstkritisch. Das gehört für mich einfach dazu und ist gleichzeitig ein Ansporn, jedes Jahr noch ein kleines Stück besser zu werden. Trotzdem kann ich den Moment auch genießen und freue mich über jeden neuen Jahrgang, der entsteht.

Sie arbeiten konsequent ökologisch. Ist Bio für Sie inzwischen selbstverständlich – oder müssen Sie Menschen immer noch davon überzeugen, dass Nachhaltigkeit und Spitzenwein hervorragend zusammenpassen?

Für mich ist das selbstverständlich. Tatsächlich muss ich mich aber immer wieder dafür rechtfertigen, warum ich Bio-Weine produziere. Das finde ich schade, denn für mich ist Bio vor allem ein Qualitätssiegel. Alles beginnt mit gesunden Böden. Ich bin auf dem Weingut aufgewachsen. Meine Eltern haben damals noch nicht ökologisch gearbeitet und ich fand es schon früher etwas befremdlich, wenn mit Herbiziden durch die Weinberge gegangen wurde. Später war ich einige Jahre in Italien, habe dort studiert und gearbeitet und eine große Liebe zu diesem Land entwickelt. Als ich anschließend zurückkam und das Weingut übernommen habe, war für mich deshalb schnell klar, dass ich konsequent auf ökologischen Weinbau setzen möchte. Heute ist es schön zu sehen, wie sich die Weinberge verändert haben. Die Begrünung ist toll, die Böden sind gesund – und mit ihnen hat sich auch die Qualität unserer Weine verbessert. Ich bin überzeugt, dass richtig gute Weine nur entstehen können, wenn man ökologisch arbeitet. Und natürlich bringt das auch viele positive Effekte für die Umwelt mit sich.

Viele Menschen haben großen Respekt vor dem Thema Wein und glauben, sie müssten sich auskennen. Was würden Sie jemandem sagen, der vor dem Weinregal steht und denkt: „Ich habe keine Ahnung“?

Ich würde erst einmal sagen: Alles gut, das ist überhaupt kein Problem. Ich finde, dass das Thema Wein in Deutschland manchmal unnötig kompliziert dargestellt wird. Vor einem Weinregal ist die Auswahl natürlich schwierig – da entscheidet man oft einfach nach dem Etikett. Mein Rat wäre deshalb, die Weine direkt dort zu probieren, wo sie entstehen. Wer die Möglichkeit hat, sollte einen Winzer besuchen und sich selbst ein Bild machen. Und wenn Menschen aus dem Sauerland einmal an der Mosel unterwegs sind, sind sie auf unserem Weingut „Zum Eulenturm“ jederzeit herzlich willkommen.

Sie kommen von der Mosel und sind heute im Sauerland zu Gast. Was schätzen Sie an solchen Weinproben, bei denen Menschen nicht auf einem Weingut, sondern mitten in ihrer Heimat zusammenkommen und ein Stück Rheinland-Pfalz verkosten?

Vor allem die Neugier. Ich freue mich immer, wenn Menschen offen sind, Fragen stellen und neue Weine probieren möchten. Deshalb macht es mir auch großen Spaß, wenn Sauerländer unsere Moselweine kennenlernen und wir darüber miteinander ins Gespräch kommen.

Thomas, wer euch kennt, weiß, dass Wein für dich weit mehr ist als ein Getränk. Was begeistert dich daran bis heute so sehr, dass du Winzer wie Timo Stölben ins Sauerland holst und diese Begeisterung mit anderen teilen möchtest?

Wenn der Winzer sympathisch ist, schmeckt der Wein meistens auch gleich noch ein bisschen besser. Deshalb sind uns Menschen wie Timo Stölben jederzeit herzlich willkommen. Seine Weine führen wir übrigens schon seit einigen Jahren mit voller Überzeugung. Auf das Weingut wurden wir aufmerksam, weil Timos Tante in Grevenbrück lebt. So entstand der Kontakt – und von der Qualität seiner Weine waren wir vom ersten Moment an begeistert.

Du hast im Laufe der Jahre unzählige Weine probiert. Gibt es trotzdem noch Flaschen, die dich wirklich überraschen?

Immer wieder. Das sind oft genau die Weine, an die man sich zunächst gar nicht herantraut und die sich später als echte Offenbarung herausstellen. Ich erinnere mich an einen Besuch im Staatsweingut Meersburg am Bodensee. Eigentlich wollte ich einen Weißburgunder kaufen, doch der war ausverkauft. Stattdessen wurde mir ein Müller-Thurgau empfohlen, den ich zunächst ablehnte. Beim Hinausgehen habe ich ihn dann doch probiert – und war völlig überrascht. Ich hätte mich am liebsten vor Begeisterung hingekniet. Seitdem sehe ich diese Rebsorte mit ganz anderen Augen. Solche Erlebnisse gibt es beim Wein immer wieder. Man muss einfach offen bleiben und bereit sein, sich auf Neues einzulassen.

Carola, früher war der Landgasthof Eickhoff ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen. Heute ist das auf eine andere Art immer noch so. Ist genau dieses Miteinander das, was euch am meisten Freude macht?

Ganz genau. Es macht einfach Spaß, wenn die Menschen hereinkommen, wir ein bisschen miteinander quatschen oder gemeinsam einen Espresso trinken. Mit vielen unserer Gäste verbindet uns inzwischen eine jahrelange Freundschaft. Einige kennen wir noch aus den Zeiten des Landgasthofs, und sie kommen bis heute regelmäßig vorbei. Das bedeutet uns sehr viel.

Viele kommen wegen des Essens – und gehen zusätzlich mit einer Flasche Wein nach Hause. Was macht für euch einen gelungenen Genussmoment eigentlich aus?

Für uns gehören gutes Essen und der passende Wein einfach zusammen. Deshalb haben wir eine große Auswahl und beraten unsere Kunden auch sehr gern. Dabei erlebt man immer wieder schöne Überraschungen. Wir haben zum Beispiel einmal Austern mit einem edelsüßen Wein kombiniert – etwas, das auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpasst. Am Ende hat es aber wunderbar harmoniert und einfach köstlich geschmeckt. Genau solche Momente machen Genuss aus. Wenn gutes Essen, guter Wein und nette Menschen zusammenkommen, dann ist die Welt für uns einfach ein Stück schöner.

Vielleicht ist genau das das Schöne an „Eickhoffs“. Du musst weder bis an die Mosel fahren noch einen besonderen Anlass haben, um dir etwas Gutes zu gönnen. Die Weine und Spirituosen vom Weingut „Zum Eulenturm“ gehören dauerhaft zum Sortiment und können freitags und samstags ganz unkompliziert während der Öffnungszeiten gekauft werden. Und wenn du „Eickhoffs“ noch nicht kennst, habe ich eine Empfehlung, die wirklich von Herzen kommt: Trag dich in den Newsletter ein. Jeden Montag bekommst du die neuen Gerichte der Woche zugeschickt, kannst bis Mittwoch in Ruhe auswählen und deine Bestellung aufgeben. Freitags oder samstags holst du dein Essen dann ab – und genießt es zu Hause. Fast wie ein Restaurantbesuch, nur eben am eigenen Esstisch… Falls du mich fragst, ist genau das einer der besten Genuss-Tipps im Sauerland. Ich freue mich tatsächlich jede Woche auf den Newsletter – und oft genauso auf die Abholung. Nicht nur, weil das Essen jedes Mal richtig lecker ist, sondern weil Carola und Thomas Eickhoff mit ihrer herzlichen Art dafür sorgen, dass man sich sofort willkommen fühlt. Ein kurzer Plausch, eine Weinempfehlung oder einfach ein freundliches Lächeln gehören hier genauso dazu wie gutes Essen. Man fährt mit einer Tüte voller Genuss nach Hause – und irgendwie immer auch mit einem richtig guten Gefühl!

Eickhoffs Weindepot und Feinkost, Carola und Thomas Eickhoff, Am Kickenberg 10, 57368 Lennestadt

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Die Fotos mit Ausnahme des Titelbildes und der vier zuletzt verwendeten Bilder wurden mit freundlicher Unterstützung von Timo Stölben zur Verfügung gestellt.

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