„DAISY FAMILY RESCUE“: EINE SAUERLÄNDERIN UND DIE STRASSENHUNDE IN MAZEDONIEN

ODER: ADOPT, NOT SHOP!

Du suchst ein niedliches Weihnachtsgeschenk? Dann bist du hier völlig falsch – aber schau gerne mal in den anderen Blogposts auf „Zauberhaftes Sauerland“ vorbei… Eine süße Fellnase vielleicht, die dir den einsamen Corona-Alltag etwas versüßt? Auch das sollte hoffentlich nicht dein Anliegen sein – hier geht´s um Freunde für´s Leben! Denn die Hunde, für die Daniela Burcevski aus Bestwig sich gemeinsam mit „Daisy Family Rescue e.V.“ einsetzt, haben wirklich ein liebevolles Zuhause für immer verdient:

Man bekommt alles vom Hund zurück

Dani, wie bist du zum Tierschutz gekommen?

Da mein Vater aus Mazedonien kommt, war ich schon oft dort und konnte mir das Leben der Straßenhunde ganz genau ansehen. Schon als Kind habe ich genossen, den Hunden etwas Liebe zu geben. Die bekommen sie sonst nicht… Natürlich stellen die Leute dort auch etwas Futter und Wasser vor die Tür, aber so richtig Zeit für die Hunde nimmt sich Niemand. Vor ungefähr einem Jahr habe ich dann die Mädels von „Daisy Family Rescue“ kennengelernt; das waren damals drei Mazedonierinnen, die das in Skopje alles verfolgt haben. Und so sind wir zu dem Entschluss gekommen, auch in Deutschland einen gemeinnützigen Verein zu gründen, „Daisy Family Rescue e.V.“. Insgesamt haben wir schon neunzig Hunde hergebracht und unterstützen die Adoptanten auch darüber hinaus.

Und wer ist „Daisy“?

Mit ihr hat damals alles angefangen: Anfang 2017 haben Teona und Elena Daisy von den Straßen Skopjes gerettet. Um weitere Hunde retten zu können, haben sie dann umgehend den Verein gegründet und nach ihrem ersten Findelkind benannt… Daisy lebt heute übrigens in Berlin, heißt aber inzwischen Daphne und ist eine stolze, hübsche Labradoodle-Dame geworden.

Die Hunde werden teilweise direkt von Mazedonien ins Sauerland gebracht. Wie läuft eine Adoption genau ab?

Wenn wir die Hunde in unsere Heime aufgenommen haben, machen wir erstmal möglichst aussagekräftige Fotos von ihnen, damit sie auch gute Chancen für die Vermittlung haben. Die Interessenten können schließlich nicht mal eben vorbeikommen, da muss man auf den Fotos schon gut zeigen und auch beschreiben, was den jeweiligen Hund ausmacht. Das veröffentlichen wir dann auf unseren Facebook– und Instagram-Seiten; ab nächstem Jahr wird es auch unsere eigene Homepage geben, wir arbeiten mit Hochdruck daran. Da kann man sich einen Überblick verschaffen, welche Hunde gerade zur Adoption stehen, und sich ein bisschen einlesen.

Der erste Schritt ist dann das Ausfüllen eines Fragebogens. Dieser wird von uns bewertet; wir schauen, ob die angegebenen Informationen und Lebensumstände für eine Hundehaltung sprechen oder nicht… Wenn das alles gut aussieht, bekommt man eine E-Mail mit näheren Infos zur Adoption, und es findet eine Vorkontrolle statt. Derzeit akzeptieren wir auch, dass das kontaktlos stattfinden muss, und machen virtuelle Vorkontrollen; ansonsten fahren wir zu den Leuten hin und schauen uns das Zuhause an. Uns ist wirklich wichtig, dass die Hunde in gute Hände kommen! Nach der Vorkontrolle sprechen wir innerhalb unserer Organisation, ob der Hund und sein neues Zuhause zusammenpassen, dann telefonieren wir noch einmal mit dem Interessenten und sprechen intensiv miteinander. Wenn wirklich alles passt, schauen wir, wann der Hund gebracht werden kann; wenn er die Tollwut-Impfung schon hat, können wir schnell einen Termin für die Reise planen. Dafür gibt es lizensierte Unternehmen, die sich auf den Transport von Tieren spezialisiert haben. Die Transporter sind perfekt ausgestattet mit großen Boxen für die Hunde; Futter und Wasser wird ihnen ständig angeboten. So kommen die Hunde dann mit den nötigen Dokumenten nach Deutschland; manchmal werden sie dann direkt vor die Haustür gebracht, manchmal werden sie an Sammelstellen abgeholt – je nachdem, wie viele es sind und wohin es geht. Da ist dann aber auch immer einer von uns vor Ort, um die Übergabe zu unterstützen und für Fragen bereit zu stehen. Ja, und dann kann der glückliche Vierbeiner auch schon in sein neues Zuhause einziehen; wir stehen natürlich weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Wenn ein Hund jung, gesund und geimpft ist, dauert so ein Adoptionsprozess nur zwei, drei Wochen, ansonsten etwas länger; aber die Anschaffung eines Hundes will natürlich ohnehin gut überlegt sein!

Ich stelle mir das so schön vor: Der Hund hat endlich ein liebevolles Zuhause, die Menschen freuen sich über das neue Familienmitglied. Kommt es da überhaupt zu Problemen?

Natürlich kann es auch mal zu Verhaltensauffälligkeiten kommen, und wir empfehlen unseren Adoptanten, sich immer an die Drei-Tage-Drei-Wochen-Drei-Monats-Regel zu halten: Man sollte dem Hund in den ersten drei Tagen Zeit zum Ankommen geben, ohne ihn mit allzu vielen Aktivitäten zu überfordern. Dann sollte man damit rechnen, dass es mindestens drei Wochen dauert, bis sich der Hund auch wirklich wohlfühlt. Wichtig ist, dass er einen festen Rhythmus bekommt, Hunde sind ja Gewohnheitstiere… Nach drei Monaten kann man davon ausgehen, dass der Hund seinem Frauchen oder Herrchen auch voll und ganz traut, sich wirklich zuhause fühlt und da auch nicht mehr weg möchte.

Nicht alle Hunde haben das Glück, direkt in ihr endgültiges Zuhause zu kommen… Was hat es mit den Pflegestellen auf sich?

Das sind Personen, die die Hunde für einen begrenzten Zeitraum bis zur endgültigen Vermittlung aufnehmen. Das kann mal nur ein paar Tage dauern, mal aber auch ein paar Monate; das kann Niemand vorher genau sagen. Im Moment haben wir große Probleme, solche Stellen zu finden. Wir suchen natürlich erfahrene Hundehalter, die auch an der Erziehung des Hundes mitwirken. Sie helfen uns dabei, den Charakter des Hundes besser beschreiben zu können, damit wir ein wirklich passendes Zuhause finden können. Dementsprechend wären wir total dankbar, wenn sich Menschen an uns wenden würden, die ernsthaftes Interesse hätten, uns als Pflegestelle zu unterstützen… Aber mir ist durchaus bewusst, dass das ein wirklich nobler Job ist, wenn es nicht einmal um den eigenen Hund geht!

Trotz aller Herausforderungen hast du dich selbst auch für einen Straßenhund entschieden. Warum?

Diese Frage ist leicht zu beantworten: Es gibt so viele Straßenhunde, nicht nur in Mazedonien; viele Länder auf der Welt haben dieses Problem, das aus verantwortungsloser Hundehaltung hervorgeht. Es wäre doch schade, hier sehr viel Geld in den Züchtungsprozess zu investieren, wenn man mit einem viel niedrigeren Betrag die gleiche Liebe verschenken könnte an einen Hund, der es wirklich nötig hat! Die Straßenhunde lechzen nur so nach ein bisschen Aufmerksamkeit und Zuwendung. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nichts Schöneres gibt als einen Hund, der am Anfang noch ängstlich war und dir dann vertraut. Man bekommt das wirklich alles vom Hund zurück! Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass Jemand das irgendwann mal bereuen würde, einem Straßenhund ein neues Zuhause geschenkt zu haben.

Ja, ich weiß, Spendenaufrufe haben immer ein Geschmäckle, weil du nicht genau weißt, ob dein Geld auch wirklich ankommt oder nicht doch irgendwo in der Verwaltung versickert… Aber wenn du mal eins und eins zusammenzählst, sollte dir klar sein, dass die zu entrichtende Schutzgebühr nicht mal ansatzweise für die Verpflegung des Hundes in Mazedonien, die medizinische Versorgung und den Transport ausreichen kann. Und richtig, die fünf jungen Frauen – Dani, Elena Petroska, Natalie Russer, Teona Georgievska und Bojana Petroska – investieren nicht nur ihre gesamte Freizeit in die Rettung der Hunde, sondern auch noch ihr eigenes Vermögen… Mir ist es ein Herzenanliegen – jede noch so kleine Spende hilft (eine Spendenquittung gibt´s natürlich!) und kommt direkt bei den Hunden an:

Überweisung: IBAN DE42 8306 5408 0004 2433 31

PayPal: daisyfamilyrescue@gmail.com

Monatliche Patenschafts-Beiträge: https://www.patreon.com/join/daisyfamilyrescue

Lieben Dank dir für deine Aufmerksamkeit und vielleicht ja auch Unterstützung! Und natürlich ein riesendickes Danke an Dani und ihre Mädels – es ist so großartig, wichtig und selbstlos, was ihr leistet; toll, dass es Menschen wie euch gibt!

Hier findest du die zur Vermittlung stehenden Hunde:

https://linktr.ee/daisyfamilyrescue

https://www.instagram.com/daisyshundesuchenzuhause/

https://www.facebook.com/daisyfamilyrescue/

Die Fotos mit Ausnahme des Titelbildes und des Fotos von Dani und den Hunden vor dem Holzstapel wurden mit freundlicher Unterstützung von „Daisy Family Rescue e.V.“ zur Verfügung gestellt.

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