DAS SAUERLAND IN BEWEGTEN BILDERN

ODER: JANNIK FISCHBACH „ZEICHNET“ EIN GANZ EIGENES BILD DER REGION…

 

Das Sauerland ist so vielfältig, dass ich froh bin, nicht an Beschränkungen gebunden zu sein. Ich finde hier unzählige phänomenale Orte und Personen, kann so viele Blogposts schreiben, wie ich Lust und Zeit habe, und auch die Wortlänge der einzelnen Beiträge ist natürlich unbegrenzt. Auch wenn so die Gefahr der Beliebigkeit besteht – ich bin froh, dass es immer wieder weitergeht und niemals fertig ist… Anders geht es Jannik Fischbach aus Olpe-Oberveischede, der es sich zwar ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat, die „Faszination Sauerland“ greifbar zu machen, es aber auf eine ganz andere Art und Weise auf den Punkt bringen muss. Die Imagefilme, die er schon zu unterschiedlichen Themenbereichen der Region gemacht hat, dauern nämlich meist nur wenige Minuten, sagen aber alles, was es zu sagen gibt…

 

„Man kann aus Allem etwas Schönes machen“

 

Jannik, du bist gerade einmal 21 Jahre alt und hast schon jede Menge Erfahrung hinter der Kamera -wann und wie hat das Ganze angefangen?

Das war 2013. Da gab es den Wettbewerb „Jugend filmt Dorf“ von der Südwestfalenagentur. Aufgabe war es, das eigene Heimatdorf drei Jahre lang mit der Kamera zu begleiten und Veränderungen festzuhalten. Gut, in Oberveischede ist da auch nicht wahnsinnig viel passiert, aber spätestens, als es dann noch einen begleitenden Workshop an der Universität Siegen – meiner jetzigen Uni – gab, war meine Leidenschaft fürs Filmen absolut geweckt! Am Anfang musste ich dazu noch die Kamera von Mama und Papa nutzen. Ich habe dann aber immer mein Taschengeld gespart und mir an Geburtstagen und Weihnachten weiteres Equipment gewünscht, sodass ich nach und nach meine eigenen Sachen hatte… Ich habe mir dann jede Menge Know-how über „YouTube“ angeeignet, das geht schnell, ist kostenlos, und man kann echtes Profi-Wissen mitnehmen. Diese Grundlagen wollte ich dann nach dem Abitur aber doch durch ein richtiges Studium verfestigen.

 

 

Dein Fach „Medienwissenschaften“ – für Sauerländer Verhältnisse ein recht schnelllebiger Bereich…!?

Die Uni Siegen ist eine der ersten in Deutschland gewesen, die das Fach „Medienwissenschaften“ angeboten hat. Im theoretischen Teil geht es auch gar nicht so sehr um die modernen Medien, sondern zum Beispiel um die Radiotheorie von Brecht und sogar Platons Höhlengleichnis. Glaubwürdigkeit und Wirkung von Medien sind hier eher die Themen. In den Praxisseminaren lernt man dann, wie man eine Kamera bedient. Weil ich da ja schon einige Erfahrung habe, kann ich Kommilitonen unterstützen, die noch nicht so viel gefilmt haben. Man lernt immer was dazu!

Du hast nicht nur den Imagefilm für die Gemeinde Kirchhundem gedreht, sondern auch zahlreiche andere Videos für den „Sauerland Tourismus“ und heimische Unternehmen. Kannst du den Entstehungsprozess eines solchen Films kurz beschreiben?

Nachdem ich mich mit dem Auftraggeber darüber abgestimmt habe, wie das Ergebnis aussehen soll, erstelle ich eine „Shot-Liste“. Darauf stehen dann die Orte und Szenen, die ich zeigen möchte. Sehenswürdigkeiten eignen sich natürlich gerade im regionalen Marketing gut. Dann mache ich mit den Personen Termine aus, die im Video zu sehen sind oder mir Zugang zu den jeweiligen Orten gewähren. Das Filmen an sich kann auch schon mal einen ganzen Tag dauern, denn erst wenn ich mit einer Szene zufrieden bin, geht´s weiter zur nächsten. Zuhause schneide ich das Ganze dann und unterlege es mit der passenden Musik. Viele Stunden Arbeit für wenige Minuten Video…

 

 

Welchen Vorteil haben Videos gegenüber Fotos oder anderen Präsentationsformen?

Videos bieten Bewegung und Abwechslung. Dadurch ist die Arbeit sehr vielfältig. Für mich wäre es nichts, so lange still zu halten, um auf den perfekten Moment für das Foto zu warten. Das ist mir zu statisch. Außerdem haben Videos ja auch Ton, so kann ich mehr Sinne beim Zuschauer ansprechen, und es ist so leichter, Emotionen zu wecken.

Welche Orte im Sauerland sind besonders „videogen“?

Ich glaube, man kann aus Allem etwas Schönes machen. Jedes Bild hat seine ganz eigene Bedeutung, man muss nur die technischen Hilfsmittel gekonnt einsetzen. Es muss halt passen! Heutzutage werden zu jeder Gelegenheit Drohnen-Bilder gezeigt, aber manchmal eben nur, um die Drohne einzusetzen. Ich weiß, nicht jeder hat die Gelegenheit dazu, aber ein Bekannter von mir ist Pilot und so bin ich kurzerhand mit dem Flugzeug über die Sauerländer Seen geflogen, um die entsprechenden Bilder für die Filme über die einzelnen Stauseen zu bekommen.

 

 

Hast du ein paar Tipps für Hobbyfilmer?

Ganz wichtig: Im Querformat filmen! Das vergisst man häufig, wenn man mit dem Handy filmt. Außer für Instagram-Stories sind Videos im Hochformat kaum zur Verbreitung geeignet. Dann sollte man sich während des Filmens wirklich ganz langsam bewegen; ruckartige, schnelle Kamerabewegungen wirken nicht gut. Und auf gar keinen Fall zoomen, dann lieber langsam näher ran bzw. weiter weg gehen!

Du hast schon deine Firma „Bladevision“, scheinst infiziert von der „Start-up-Mentalität“ zu sein – wo soll es nach dem Studium für dich hingehen?

Nächstes Jahr bin ich mit dem Studium fertig, dann möchte ich als Freiberufler selbstständig arbeiten. Gerade gehört „Bladevision“ ja noch zur Werbeagentur „Bogenwerk“ meiner Mutter und ich konnte bisher nur kleinere Projekte annehmen. Aber die Qualität der Imagefilme hat sich herumgesprochen und inzwischen kommen die Leute auf mich zu und möchten auch einen. Nach dem Studium kann ich dann endlich auch umfangreichere Sachen annehmen, wofür ich jetzt ja auch gar nicht die zeitliche Flexibilität hätte. Übrigens, ich habe auch noch ein zweites Start-up. „Aupaira“ habe ich ganz frisch Ende letzten Jahres mit einem Kumpel gegründet. Wir wollen Au-pairs mit Tutorials helfen, weil wir festgestellt haben, dass die von ihren Agenturen manchmal im Stich gelassen werden und häufig ganz allein dastehen. Da wollen wir mit grundlegenden Informationen und weiterführenden Tipps helfen.

 

Jannik Fischbach Kamera

 

Als Gewinner des Wettbewerbs „Mach Olpe zu deiner Zukunft“: Siehst auch du deine Zukunft im Sauerland?

Ich mag die Gegend als Lebensraum schon sehr. Ich bin echt naturbezogen, und da hat die Region schon einiges zu bieten. Auch als Arbeitsstandort wäre das Sauerland für mich ideal, weil ich hier schon mein Netzwerk aufgebaut habe, was ich woanders erstmal nicht hätte. Seit dem Jahreswechsel gibt´s auch endlich eine schnellere Internetverbindung in Oberveischede, die zwar immer noch nicht das Optimum, aber zumindest deutlich besser ist. Das Gute an meinem Beruf ist aber auch, dass ich nicht an einen festen Arbeitsplatz gebunden bin, sondern auch einfach mein Equipment einpacken und anderswo filmen könnte. Also, mal schauen…

 

Da bleibt mir nur noch eins, nämlich den Verantwortlichen zu empfehlen, sich weiterhin um den Internetausbau in Oberveischede zu kümmern. Ich bin nämlich sehr gespannt, welche Bilder Jannik noch vom Sauerland zu malen hat!

www.bladevision.de , Mesterfeld 7, 57462 Olpe

www.aupaira.com

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