OSTERSPAZIERGANG MIT ALPAKA

ODER: TRIFF DAS TRENDTIER DES JAHRES – ES LOHNT SICH!

Ich bin froh, dass ich diese Reise nicht ein Jahr früher unternommen habe. Es geht nämlich um die Suche nach dem „Trendtier des Jahres“. 2017 hätte ich mich dazu ins pink-glitzernde Einhorn-Wunderland begeben müssen; wo genau das ist, weiß ich nicht. Weit kann es jedenfalls auch nicht sein, tauchten die putzigen Tierchen nicht nur auf Schuletuis und Handyhüllen von angehend Pubertierenden, sondern auch in Pantoffelform am Fuß so mancher junggebliebener Ü30-Kandidatin auf. Trotzdem bin ich froh, dass mir das erspart geblieben ist, und ich das „Trendtier 2018“ besuchen darf: das Alpaka. Was das Sauerland nicht alles zu bieten hat…

 

Alapaka_mit_Halfter

Wissenswertes rund um das Alpaka

 

Vermehrt tauchen nach Eulen, Hirschgeweihen, Flamingos, Faultieren und eben Einhörnern nun auch Alpakas auf Messen für Lifestyle und Wohnaccessoires in den unterschiedlichsten Farben und Materialien auf. Die sind zwar irgendwo zwischen niedlich und stylisch, aber garantiert langweiliger anzuschauen als die, die ich auf der „Alpaka-Farm Inti“ („Inti“ ist peruanisch und bedeutet „Sonne“) in Kierspe besucht habe. Maya, Mowgli und Co. sind nämlich echt, und haben ihren ganz eigenen Charakter:

  1. Alpakas sind eigentlich keine Sauerländer:

Das dürfte wenig überraschend sein. Dass sie hier so gut leben können, hingegen schon. Denn ursprünglich stammen Alpakas, die zur Familie der Kamele gehören, aus Südamerika. In Peru leben heute 3,5 Millionen Exemplare der Tiere, was ca. achtzig Prozent des weltweiten Bestandes ausmacht. In den bis zu 6700 Meter hohen Anden finden sie eine Jahresdurchschnittstemperatur, die von 10 bis 25 Grad je nach Höhenlage stark variiert. Die Tage sind verhältnismäßig heiß, die Nächte sehr kalt. Die Alpakas sind aufgrund des Fells (es hat das einzige Haar, das innen hohl ist und dadurch einen Temperaturausgleich schaffen kann) und der dichten Unterwolle auf Kälte und Hitze gut vorbereitet und passen daher auch perfekt ins Sauerland – Hauptsache Natur und Berge!

  1. Alpakas sind (noch) hauptsächlich für ihre Wolle bekannt:

Wenn man das Wort „Alpaka“ hört und noch nie ein echtes gesehen hat, sind kuschelige Pullis bestimmt das Erste, woran man denkt. Natürlich ist die weiche Wolle – dazu werden sie ein Mal jährlich geschoren – nicht zu verachten, aber man sollte die putzigen Tiere keinesfalls darauf reduzieren. Sie haben noch eine Menge anderes zu bieten, wie wir gleich sehen werden.

  1. Alpakas eignen sich wunderbar als Begleit- und Therapietiere:

Sie zeichnen sich durch einen sehr sanften und friedlichen Charakter aus. Gerade bei Erkrankungen wie Demenz, ADHS, Autismus und traumatischen Erfahrungen kann das Zusammensein mit den Tieren positiv und entspannend auf den Menschen wirken.

 

 

  1. Alpakas spucken keine Menschen an:

Während meines Besuchs auf der „Alpaka-Farm Inti“ spuckte zumindest kein einziges. Sie machen das nur untereinander, wenn es beispielsweise gilt, die Rangordnung zu klären. Dann sollte man tunlichst nicht dazwischenstehen. Ansonsten droht keine Gefahr!

  1. Alpakas sind Herdentiere:

Sie fühlen sich erst in einer Herde ab mindestens drei Tieren wohl. Und eigentlich können es ihnen nicht genug Artgenossen um sie herum sein. Deswegen ist der Trend, der sich derzeit besonders in den USA verbreitet, nämlich ein einzelnes Alpaka als Haustier zu halten, äußerst bedenklich zu sehen. Sie gehen durchaus eine Beziehung zu ihren Bezugspersonen ein, sind und bleiben aber Wildtiere. Bitte nicht ins Wohnzimmer holen!

Da Alpakas mit ca. 25 Jahren eine recht hohe Lebenserwartung haben, muss man wissen, worauf man sich bei der Anschaffung einer Herde einlässt, aber es lohnt sich durchaus, sein Herz an sie zu verschenken!

 

Alpakas im Sauerland – Die „Inti-Farm“ in Kierspe

 

Diese Beiden haben das schon getan, nämlich ihre Herzen an den peruanischen Zuzug verschenkt: Christiane Väthen und Nina Cornelius. Christiane hat lange als Reitlehrerin gearbeitet; so kommt es, dass auch heute noch fünfzehn Pferde und ein Shetland-Pony (nein, das wird nicht zu den Pferden gezählt) auf der Farm leben. Daneben natürlich die (bisher) elf Alpakas, zwei Esel und ein Ziegenbock.

 

Inti_Farm_Kierspe

 

Die Idee zur Gründung einer Alpaka-Farm im Sauerland kam spontan während eines Grillabends: Christiane hatte zuvor einen Film über die sogenannten „Neuweltkameliden“ gesehen, war sofort begeistert und fragte ihre Freundin Nina, ob sie nicht Lust hätte, mit ihr zusammen „Alpaka-Hirtin“ zu werden. Diese sagte zu und nur drei Wochen später zogen die ersten drei Exemplare der zahmen Huacaya-Alpakas auf der „Alpaka-Farm Inti“ ein. Das war vor zwei Jahren. Inzwischen ist ein eigenes Fohlen geboren worden und sieben andere Alpakas nachgezogen, sodass jetzt insgesamt elf Bewohner die Besucher erfreuen.

 

Kleines_Alpaka_Rudel_Inti_Farm

 

Tendenz steigend. Denn auch wenn die Farm nicht auf Zucht, sondern auf die Liebe zu den Tieren ausgerichtet ist, wird eifrig Nachwuchs geplant. Und da muss einiges berücksichtigt werden: Zunächst einmal müssen männliche und weibliche Tiere getrennt gehalten werden, weil sie permanent in der Lage sind, Nachwuchs zu zeugen. Der Zeitpunkt dafür will aber wohl geplant sein, möchte man dem Fohlen einen angenehmen Start ins Leben ermöglichen. Der beste Termin ist im Mai, weil die Tragezeit von Alpakas elfeinhalb bis zwölf Monate beträgt und das Fohlen dann im gleichen Monat zur Welt kommt. So kann es Sommer, Sonne, Vitamin D und nährstoffreiches Futter maximal genießen und wohl gestärkt in den Winter gehen.

Noch so ein Punkt. Die Alpakas können aufgrund ihrer oben erwähnten Herkunft ganzjährig draußen stehen. Auf der „Alpaka-Farm Inti“ haben sie neben den zwei getrennten Stallbereichen (sie können sich aber auch hier sehen und beschnuppern) die Möglichkeit, eine große Auslauffläche zu nutzen, die den Tieren immer zugänglich ist.

 

Alpaka_Auslauf

 

 

Dieses Jahr mal Osteralpaka statt Osterhase?

 

Auch bei den Events, die die „Alpaka-Farm Inti“ veranstaltet, beruht alles auf Freiheit und Freiwilligkeit der Tiere. Sie werden zu nichts gezwungen und je nach ihrem individuellen Charakter behandelt. Das „Poser-Alpaka“ wird gern für Selfies genutzt, während ein Scheueres sich gut für den Umgang mit sehr ruhigen oder sogar ängstlichen Personen eignet. Die Auswahl trifft das Tier selbst.

 

Alpaka_Zubehör

 

Neben gemeinsamen Trekkingtouren durch das Sauerland richtet die Farm auch Kindergeburtstage aus, für die ein Grillplatz im Garten und Kinderschminken und eine Hofrallye als zusätzliche Angebote zur Verfügung stehen. Bewältigt man den Hindernis-Parcours, kann man sogar den „Alpaka-Führerschein“ erwerben. Will man die Tiere in etwas ruhigerer Atmosphäre erleben, können sie in Einzelarbeit oder Kleingruppen hautnah gespürt, gefüttert und durch leichte Hindernisparcours geführt werden.

 

Auslauf_Alpakas

 

Wer ein Stück Alpaka mitnehmen möchte, kann auch das tun: Im Hofladen werden Produkte aus ihrer Wolle von deutschen Herstellern und aus dem Fair-Trade Handel verkauft.

Abschließend stellt sich folgende Überlegung: Dieses Jahr mal den Osterhasen durch das Osteralpaka ersetzen? Am Ostermontag bietet sich die Gelegenheit, alles auf einmal zu machen: Osterspaziergang mit Alpaka, Hindernisparcours und ganz viel Streicheln (wenn die Alpakas mögen, aber das tun sie ganz sicher). Bitte vorher anmelden.

 

Alpaka_Inti

 

Wenn du doch zu sehr am Hasen hängst, kannst du natürlich auch einen anderen Termin vereinbaren.

Ob mit oder ohne Alpaka: Frohe Ostern!

 

IMG_2985

„Alpaka-Farm Inti“, Vornholt 1, 58566 Kierspe; Tel.02353/137670

www.alpaka-farm-inti.de

http://www.facebook/AlpakafarmInti

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