„FRÜHLINGSERWACHEN“ IN DER MANUFAKTUR ROSE

ODER: HOFFNUNG IN DER „SERVICEWÜSTE DEUTSCHLAND“?

Was denkst du, wie weit diese beiden Orte voneinander entfernt sind? Eine moderne, stilvolle Ausstellung in einem hochwertigen Möbelhaus und eine Werkstatt, in der seit über fünfzig Jahren genauso gearbeitet wird wie heute; da liegen doch Welten dazwischen!

 

 

Denkste… Genau genommen sind es zwei Türen und ein Flur. Glaubst du nicht? Dann begleite mich bei meinem Besuch bei „Rose Handwerk“ in Meschede-Freienohl.

 

Mit dem Licht fing alles an…

 

Sauerland ist Leuchtenland. Besonders Arnsberg und Umland ist mit 10.000 Beschäftigten in der Lichttechnik einer der bedeutendsten Standorte.  Und das ist schon seit über 100 Jahren so. Auch das 1959 in Arnsberg-Wennigloh gegründete „Rose Handwerk“ – von damals bis heute ein Familienunternehmen – fokussierte sich zunächst ganz auf das Schleifen und Polieren, kurz gesagt auf die Oberflächenbearbeitung, für die heimische Leuchtenindustrie. Alles im Zeichen des Messings…

 

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Schon bald – besonders nach dem Umzug nach Meschede-Freienohl – wurde „Rose Handwerk“ auch als Lieferant und Partner für Geschenkartikel und Accessoires (inter)national bekannt. Es folgten Ausstellungen auf zahlreichen Messen, die alle in Eigenregie geplant und umgesetzt wurden. Die weiteste Reise ging dabei sicherlich nach Neu Dehli und Bombay. Irgendwann ließ der Messing-Trend aber nach und die Nachfrage auf den Messen wurde geringer. Als dann auf einer Frankfurter Ausstellung kaum noch Interessenten kamen, obwohl alles stimmig und hochwertig wie immer präsentiert wurde, hatte das Unternehmen einen kurzfristigen Tiefpunkt erreicht.

Alle Beteiligten zerbrachen sich den Kopf über die Gründe hierfür und kamen zu dem Entschluss, dass etwas fehlte. Ziemlich schnell wussten sie auch, was es war: Der direkte Kontakt zum Kunden. Die Möglichkeit, ihn individuell zu beraten und bei der Suche nach dem Wunschobjekt zu unterstützen. Die Gelegenheit, einen umfassenden Service anzubieten, der das gewünschte Möbelstück bis nach Hause liefert und bei Nachfragen jederzeit bereitsteht. Die Chance, ein direktes Feedback zu erhalten und sich bei Sonderfertigungen ganz auf die Kundenwünsche einstellen zu können…

Die Werkstatt, um all diese Aufgaben erfüllen zu können, war am Standort in Meschede-Freienohl ja schon vorhanden. Was fehlte, war ein Ausstellungsraum. Nachdem dieser mit dem großen Showroom für die eigenen Möbel-Serien und der Boutique für Wohnaccessoires auch noch geschaffen worden ist, kann sich „Rose Handwerk“ nun ganz auf die Herstellung von Sonderanfertigungen und Erfüllung von individuellen Kundenwünschen „Made in Germany“ konzentrieren.

Wenn man so weit weg wohnt, dass man auf einen direkten Besuch verzichten muss, kann man sich natürlich auch auf der Homepage der Manufaktur umfassend informieren und seine Auswahl online treffen. Ganz frisch bietet das Unternehmen zusätzlich auf „Werksverkauf-Sauerland“ dem Besucher einen umfassenden Überblick über die zahlreichen anderen Direkt-Shopping-Möglichkeiten in der Region; viele davon sind wirklich einen Ausflug wert, wie ich aus eigener Erfahrung versichern kann!

 

„Manu facere“ – Mit der Hand machen

 

Tatsächlich sieht ein Teil der Werkstatt auf Wunsch von jahrzehntelangen Mitarbeitern noch genauso aus wie früher. Das liegt wohl auch daran, dass sich die Arbeitsprozesse, die in der Messingverarbeitung von Hand ausgeführt werden, nicht geändert haben. Und das sind tatsächlich die meisten: Wenn das entsprechende Teil im Rohzustand aus der Gießerei kommt, stehen das „Vorschmirgeln“ und das „Glattschleifen“ an. Dazu wird das Messingobjekt in einem Behälter mit Keramikkieseln sechzehn Stunden lang durchgerüttelt, bis alle Kanten abgerundet und glatt sind.

 

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Jetzt wird das Gewinde geschnitten, alles nochmal feingeschmirgelt, geschliffen und poliert. Anschließend kommt das Teil in ein Bad, das alle Rückstände löst, bevor es lackiert wird. Der Lack wird dann im Ofen eingebrannt. Nun kann es nicht mehr „anlaufen“. Nach zwölf per Hand durchgeführten Arbeitsschritten ist es dann fertig und durchläuft eine sorgfältige Qualitätskontrolle. So ist sichergestellt, dass dem Kunden immer nur die hochwertigsten Produkte geboten werden.

 

 

Doch nicht nur neue Objekte können angefertigt, sondern auch alte Schätze zu neuem Leben erweckt werden: In vielen Kirchen lagern historische Leuchter und andere sakrale Gegenstände, die aufgrund ihres altersgemäßen Zustandes nicht mehr genutzt werden. Durch eine Generalüberholung und Oberflächenveredlung werden sie zu neuem Glanz gebracht und dauerhaft geschützt, sodass Neuanschaffungen und langwierige Pflegepolituren komplett überflüssig werden. Als Hersteller für barocke Kirchen-, Oster- und Altarlichter und Kreuze ist  „Rose – Handwerk“ schließlich Spezialist für sakrale Kunst.

 

 

Neben Messing und anderen hochwertigen Metallen kann auch Holz in der Manufaktur verarbeitet werden. In der eigenen Schreinerei werden die wunderschönen Holztische (ich habe mir schon einen ausgesucht 😉) bis zu einer gewissen Länge direkt vor Ort gefertigt; für größere arbeitet das Familienunternehmen mit einer anderen Schreinerei zusammen. Gut vernetzt zu sein hilft auch im Sauerland weiter!

 

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Der Frühling erwacht – Ausstellung und Boutique

Regelmäßig veranstaltet „Rose Handwerk“ Erlebnistage, bei denen Neuheiten aus den Bereichen Deko, Wohnaccessoires, Handtaschen, Modeschmuck, Möbel, Leuchten, Leinwandbilder und Lautsprecher passend zur jeweiligen Saison präsentiert werden.

 

 

Neben der Inspiration für den eigenen Wohnraum werden dem Besucher kulinarische Genüsse und Vorführungen von Arbeitsprozessen (die Floristin stellt Gebinde direkt auf Kundenwunsch zusammen) geboten. Wer die Ausstellung zu einem solchen Anlass besuchen möchte, muss gar nicht lange warten: Am kommenden Wochenende (02. – 04. März) steht das große „Frühlingserwachen“ an. Hoffentlich hat das der Lenz trotz dieser Temperaturen mitbekommen…

 

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Die Präsentationsfläche verteilt sich auf zwei Bereiche: Die Boutique für kleinere Dekoartikel und den großen Showroom, in dem die eigenen Produktlinien in Kombination mit stimmigen Interieurobjekten gezeigt werden. Die Vielfalt des Sortiments wird auch an der Aufteilung dieser Flächen deutlich: Es gibt jeweils einen „modernen“, in dem einem jüngeren Publikum innovatives Design präsentiert wird, und einen klassischen Bereich, der jeden anspricht, der auf der Suche nach dem Exklusiven und Edlen ist.

 

 

Dass bei „Rose Handwerk “ höchster Wert auf Besonderes gelegt wird und Sonderanfertigungen sogar in Wohndetails möglich sind, zeigt das Angebot des individuellen Lautsprecherbaus. Dieser soll nicht nur akustisch, sondern auch optisch überzeugen. Das Auge hört schließlich mit!

 

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In Absprache mit dem Kunden können hier die außergewöhnlichsten Designs gebaut werden. Hier siehst du übrigens keins der Originalbilder, auf die ich gleich zu sprechen komme, sondern einen Lautsprecher, versteckt in einem Druck des Bildes. Ist schon ein „Wow“-Moment, wenn da plötzlich Musik raus kommt… Und auf den beliebten Kabelsalat kann ein jeder sicherlich getrost verzichten?!

 

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Durch Plastizität lebendig – Kunstwerke von Elisabeth Rose

 

In Elisabeth Rose schlummerte schon immer künstlerisches Talent. Gemeinsam mit ihrem Bruder, einem Bildhauer, entwarf sie schon früh die in der Manufaktur gefertigten Objekte. Auch heute stammen noch die meisten Ideen für neue Designs aus ihrer Feder. So kann das Unternehmen vom Entwurf bis zum fertigen Möbelstück alles aus einer Hand anbieten.

 

 

Frau Roses ungebremste Kreativität entwickelt sich aber erst so richtig, seitdem sie 2012 mit dem Malen begonnen hat. Dazu setzt sie die verschiedensten Materialien ein: glitzernder Sand aus allen Teilen der Erde, farbige Erde von anderen Kontinenten, Hölzer aus den heimischen Wäldern und Metall-„Abfälle“ aus der eigenen Manufaktur. Fast alles davon hat Frau Rose selbst gesammelt. So entstehen plastische Unikate mit ihrer eigenen Geschichte. Am besten gefällt mir dieses, in dem die Künstlerin simplen Bauschaum zur leuchtenden Lava gemacht hat.

 

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Die wahre Leidenschaft für ihre Kunstwerke wird deutlich, wenn Frau Rose erzählt, dass sie teils nachts noch eine spontane Idee zu einem unfertigen Bild direkt umsetzt. Und der Erfolg gibt ihr Recht: Zahlreiche ihrer Werke hängen schon in sauerländischen oder auswärtigen Wohnzimmern…

 

Uns allen ist klar, dass sich unser Einkaufsverhalten in den letzten Jahr(zehnt)en deutlich verändert hat. Das Internet bietet uns eine riesige Auswahl an weltweit produzierten (Interieur)objekten, mal von besserer, mal von schlechterer Qualität. Es ist natürlich toll, dass man direkt vergleichen und nach Alternativen suchen kann, ohne das Sofa überhaupt verlassen zu haben. Und schon zwei Tage später steht der Postbote mit dem Wunschobjekt vor der Tür.

Aber… Ganz ehrlich, wie häufig warst du schon enttäuscht, weil das Produkt „in echt“ ganz anders aussieht als auf dem Foto im Online-Shop? Wie schnell sind gerade günstige Produkte kaputtgegangen, weil sie aus minderwertiger Spanplatte gefertigt oder schlecht verschraubt waren? Wer hat dich bei der Auswahl fachkundig beraten, dich das Produkt anfassen lassen (ja, auch die Haptik ist wichtig!) und es an deine individuellen Wünsche angepasst?

Wenn dir daran liegt, diese negativen Erfahrungen in der „Servicewüste Deutschland“ nicht mehr zu machen, musst du wahrscheinlich etwas suchen und fahren, um solche „Oasen“ noch zu finden, denn viele Einzelhändler konnten dem durch das Online-Geschäft ausgeübten Druck nicht standhalten.

Wie man aber am Beispiel der „Manufaktur Rose“ sieht, am Ende haben die Qualität der Produkte, der umfassende Service und die kundenorientierte Struktur des Unternehmens doch den längeren Atem…

 

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Rose-Handwerk, Manufaktur & Werksverkauf, Zum Wasserturm 14, 59872 Meschede-Freienohl

http://www.rose-handwerk.de

2 Kommentare zu „„FRÜHLINGSERWACHEN“ IN DER MANUFAKTUR ROSE

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