AUS „HETZELS HOTELCHEN“ WIRD „HETZELS“

ODER: WENN EIN NAME NICHT MEHR DIE GANZE GESCHICHTE ERZÄHLT…

Namen sind mehr als nur Wörter auf einem Schild. Sie erzählen Geschichten. Und manchmal erzählen sie irgendwann nicht mehr die ganze Geschichte… Vielleicht kennst du das selbst – ein Name bleibt derselbe, während sich alles andere verändert. Schritt für Schritt. Jahr für Jahr. Bis du irgendwann merkst, dass etwas Neues entstanden ist. Genau so ist es im „Hetzels Hotelchen“. Wenn du heute hier einkehrst, kommst du wahrscheinlich nicht als Erstes wegen eines Hotelzimmers. Du kommst, um gut zu essen. Du triffst Freunde zum Abendessen, gönnst dir eine kleine Auszeit vom Alltag oder bleibst einfach ein bisschen länger sitzen, als du eigentlich geplant hattest. Die sechs Hotelzimmer gibt es weiterhin. Aber das Herzstück des Hauses ist längst das Restaurant geworden. Deshalb wird aus „Hetzels Hotelchen“ jetzt ganz einfach „Hetzels“:

Vier Generationen Gastfreundschaft

Wenn Wände erzählen könnten, hätten sie im „Hetzels“ einiges zu berichten… Die Geschichte beginnt im Jahr 1931. Damals kauften Ewald Hetzel und seine Frau Maria das Haus mitten in Olpe. Es war Bäckerei und Gastwirtschaft zugleich.

Ewald war gelernter Bäcker und Konditormeister. Morgens wurde gebacken, tagsüber verkauft und abends saßen die Gäste zusammen. Später übernahmen Sohn Herbert Hetzel und seine Frau Bärbel den Betrieb. Anfang der 1960er Jahre schloss die Bäckerei. Dafür entstanden nach und nach die ersten Hotelzimmer. Ganz einfach waren sie damals. Bad auf dem Flur, wenig Komfort, aber dafür jede Menge Gastfreundschaft.

1982 folgte ein großer Umbau. Der Küchentrakt wurde erweitert und während viele Gäste das Haus damals noch als klassische Kneipe kannten, begann Herbert Hetzel bereits damit, dem Essen einen deutlich größeren Stellenwert zu geben. Mittendrin wuchs sein Sohn Rudi auf. Und irgendwie war sein Weg vorbestimmt…

1983 begann er eine Ausbildung zum Fleischer in Gerlingen. Danach folgte die Bundeswehr. Doch während dieser Zeit wurde sein Vater krank und konnte immer weniger mitarbeiten. Also stand Rudi schon während seiner Bundeswehrzeit regelmäßig in der Küche. Nach seiner Dienstzeit kam er fest in den Betrieb und übernahm ihn schließlich 1989. Von heute auf morgen wurde aus dem Sohn der Chef.

Und trotzdem blieb vieles zunächst, wie es war. „Hetzels“ war damals noch eine klassische Kneipe mit bürgerlicher Küche. Die Menschen kannten und mochten es genau so. Deshalb dauerte die Entwicklung vom Thekenbetrieb zum Restaurant viele Jahre. Eigentlich sogar Jahrzehnte.

Doch Rudi blieb dran. Er schaffte nach und nach den klassischen Thekenbetrieb ab, investierte in die Küche, entwickelte neue Ideen und machte aus der ehemaligen Gaststätte Schritt für Schritt ein Restaurant. 2006 wurden außerdem die Hotelzimmer komplett modernisiert. Heute erwarten dich sechs komfortable Drei-Sterne-Zimmer inklusive Frühstück…

Und die Geschichte geht weiter. Mit Tochter Emma steht inzwischen die vierte Generation bereit. Sie hat Hotelfach gelernt, arbeitet im Betrieb mit und kümmert sich vor allem um das Restaurant.

Von Stillstand kann hier also keine Rede sein. Genau deshalb wurde irgendwann auch die Frage nach dem Namen immer lauter: Viele Jahre war das Haus als „Hetzels Hotelchen“ bekannt. Doch Rudi hat lange darüber nachgedacht, ob dieser Name überhaupt noch passt. Denn seien wir ehrlich: Wenn du „Hotelchen“ hörst, denkst du wahrscheinlich nicht sofort an ein gutes Restaurant.

Genau das war das Problem. Der Fokus lag auf dem Hotel, obwohl die meisten Gäste längst wegen des Essens kommen. Das Restaurant stand im Schatten des Namens. Dabei hat Rudi über Jahrzehnte genau dort seine größte Leidenschaft hineingesteckt.

Die Hotelzimmer bleiben selbstverständlich bestehen. Aber der neue Name erzählt jetzt die Geschichte, die tatsächlich dahintersteckt. Kurz, klar und ohne Verniedlichung. Einfach „Hetzels“. Die neuen Karten sind bereits gedruckt, die neue Außenwerbung ist bestellt. Und was dich bei „Hetzels“ erwartet, zeige ich dir jetzt:

Vom Hotelchen zum Restaurant

Wenn du das Restaurant betrittst, merkst du schnell, dass hier nicht alles aus einem Guss sein will. Und genau das macht den Charme aus. Jeder Gastraum erzählt seine eigene Geschichte. Da gibt es den hellen Raum mit den großen Fenstern, der fast wie ein Wintergarten wirkt. Moderne Tische treffen hier auf historische Deckengemälde. Genau diese Mischung macht den Raum so besonders. Modern, aber mit Respekt vor der Geschichte.

Dann gibt es den alten Thekenraum. Und ganz ehrlich? So etwas findest du heute kaum noch. Die Möbel stammen noch aus den frühen 1960er Jahren. Gepolsterte Holzbänke, massive Tische, bunte Bleiglasfenster. Statt alles herauszureißen, hat Rudi diese Schätze bewusst erhalten. Heute wirkt der Raum fast schon wie eine kleine Zeitreise.

Und dann wäre da noch die Jägerecke. Verzierte Stühle, handgefertigte Bänke und Schützenkönige an den Wänden erzählen von einer Zeit, als hier regelmäßig der Jägerstammtisch zusammensaß. Solche Möbel wären heute kaum noch bezahlbar. Umso schöner, dass sie geblieben sind.

Das Beste daran? Wenn du öfter kommst und jedes Mal in einem anderen Raum sitzt, fühlt es sich fast an, als würdest du ein neues Restaurant entdecken.

Und das gilt nicht nur für die Einrichtung. Auch auf der Speisekarte verändert sich immer wieder etwas. Im Wirtschaftswunder war „Hetzels“ weit über Olpe hinaus für seine halben Hähnchen bekannt. In den 1970ern kamen die Krüstchen. In den 1980ern wurden die Steaks zum Markenzeichen. Und genau die gehören bis heute dazu. In bester Qualität und in unterschiedlichen Größen.

Doch die Küche entwickelt sich ständig weiter. Heute findest du neben Fleischgerichten auch viele vegetarische Speisen. Allerdings ohne Fleischersatzprodukte oder künstliche Kopien. Kein veganes Schnitzel, das so tun möchte, als wäre es etwas anderes. Stattdessen gibt es Gerichte, die für sich selbst stehen. Spitzkohlwickel. Gebratenen Chicorée. Gemüselasagne.

Rudi liebt es, neue Ideen auszuprobieren. Ein Gericht beginnt bei ihm mit einem Bild im Kopf. Dann wird geplant, gekocht, getestet und natürlich probiert. Manchmal klappt es sofort. Manchmal landet eine Idee auch wieder in der Schublade. Dann wird weitergetüftelt. So lange, bis es wirklich gut ist.

Alle drei Monate wechselt die Karte mit den Jahreszeiten. Nach der Spargelzeit kommen die Pfifferlinge. Danach Kürbis, Wild und Gänsebraten. Und trotzdem gibt es eine Tradition, auf die sich viele Gäste jede Woche freuen. Donnerstag ist Reibekuchenabend. Mit Toppings von herzhaft bis süß. Knochenschinken und Pumpernickel. Räucherlachs. Camembert mit Preiselbeeren. Für manche Gäste gehört dieser Abend inzwischen genauso zur Woche wie der Tatort zum Sonntag.

Das Team ist gerade wieder aus dem Urlaub zurück. Eigentlich die perfekte Gelegenheit, selbst einmal vorbeizuschauen. Vielleicht im zugehörigen Biergarten im Herzen von Olpe. Vielleicht in einem der historischen Gasträume. Vielleicht bei einem Steak, einer Schinkenplatte, einem Teller Reibekuchen oder einer Pasta mit frischem Gemüse. Egal, wofür du dich entscheidest. Eines wirst du ziemlich schnell merken. Der Name hat sich geändert. Die Gastfreundschaft ist geblieben.

Hetzels, Rudi Hetzel, Agathastraße 6, 57462 Olpe

https://www.hetzelshotelchen.de/

https://www.instagram.com/hetzels.olpe

https://www.facebook.com/HetzelsHotelchen/?locale=de_DE

Die Bilder von den Speisen, dem Saal sowie die historischen Fotos wurden mit freundlicher Unterstützung von Emma Hetzel zur Verfügung gestellt.

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