DAS „CAFÉ BUUCK“ UND SEINE GESCHICHTE

ODER: ZUM LEBEN ERWECKT…

Bestimmt gibt es auch in deinem Ort ein Haus, das dringend etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte!? Das auf eine lange Geschichte zurückblickt, aber nun leer steht und zu verfallen droht!? Das zu einem richtigen Schmuckstück werden könnte, wenn sich nur jemand findet, der sich seiner annimmt!? Aber genau hier liegt auch schon das Problem, denn die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden ist besonders aufwendig und kostenintensiv. Es müsste also jemand sein, der diese Herausforderung wirklich mit Herzblut vorantreibt, so wie das „Rüthener Forum für Stadtentwicklung e.V.“:

Ein Haus für Generationen

Aufwertung der Innenstädte, Wirtschaftsförderung, Subventionierung – was nach Maßnahmen eines modernen Stadtmarketings klingt, war offenbar auch schon vor über vierhundert Jahren ein Thema: Der Kaufmann Caspar Buuck aus Geseke bekam 1609 das Grundstück im historischen Stadtkern von Rüthen (damals Ruden) kostenfrei zur Verfügung gestellt und errichtete hier das imposante, dreigeschossige Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach – „zum eigenen Nutzen und zum Ansehen der Gemeinschaft“, wie sinngemäß die Inschrift des Hauses das Denken der Hanse treffend wiedergibt.

In den folgenden Generationen fanden Kaufleute und Handelsmänner, Gastwirte und Landfuhrmänner im „Haus Buuck“ ein stattliches Zuhause, 1984 wurde das älteste Wohnhaus Rüthens in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Und dann passierte etwas, dass das Haus in seiner ehrwürdigen Geschichte noch nie erlebt hatte: Ab Mitte der 90er stand es plötzlich leer und fiel in den Dornröschenschlaf…

Unweigerlich hätte dies früher oder später zu seinem Abriss und somit zum Ende seiner langen Geschichte geführt, hätte sich nicht rund um Bernd Lehmann eine Bürgerinitiative formiert, 2008 den gemeinnützigen Trägerverein „Rüthener Forum für Stadtentwicklung e.V.“ gegründet und das „Haus Buuck“ entgegen allen bürokratischen Hürden gerettet. Drei Jahre dauerte die Planung und Beschaffung von Fördermitteln, weitere zweieinhalb Jahre die aufwendige Restauration, 2013 erstrahlte das Denkmal in neuem Glanz und konnte als Mehrgenerationenhaus eröffnet werden.

Seitdem ist es zentrale Anlaufstelle für Jung und Alt, bietet Raum für gemeinsame Aktivitäten und ein nachbarschaftliches Miteinander; hier wird gespielt und gegessen, gelernt und gefeiert, geredet und gelacht…

Neben den regelmäßigen Angeboten kann das „Haus Buuck“ auch für private Feierlichkeiten oder Tagungen gemietet werden; ein eigenes Trauzimmer ermöglicht eine standesamtliche Hochzeit in historischem Ambiente, und im „Wanderappartement“ und der „Herberge“ kannst du sogar übernachten. Eins steht fest – das „Haus Buuck“ ist absolut wieder zum Leben erweckt worden!

Ein Café mit Ambiente

Wenn du auf diesen Blogpost geklickt hast, weil du auf Kaffee und Kuchen gehofft hast: Nur Geduld, das kommt jetzt – mir war nur wichtig, dass du die Geschichte dazu kennst, denn nur so verstehst du, was das „Café Buuck“ so besonders macht!

Direkt neben dem „Haus Buuck“ findet sich ein ebenso schönes Fachwerkhaus; von außen sieht es fast so aus, als wäre es ein zusammenhängendes Gebäude. Früher wurden in dem im Erdgeschoss liegenden Ladenlokal Eisenwaren verkauft, dann wurde es zum Café umfunktioniert. Nach wechselnden Besitzern stand es dann leer – die letzte Inhaberin hatte sechs Wochen vor dem ersten Lockdown eröffnet, ein wirklich denkbar ungünstiger Zeitpunkt –, immer wieder fragten Gäste im „Haus Buuck“ an, wann denn das Café endlich wieder öffnen würde.

Und so reifte beim Vorstand des ehrenamtlichen Vereins die Idee, die Räumlichkeiten ebenfalls zu übernehmen; schließlich hatte er sich ja zum Zwecke der Stadtentwicklung zusammengeschlossen. Das Problem war nur, dass niemand der Beteiligten Erfahrung in der Gastronomie hatte, doch unter Koordination der einzigen hauptamtlich Beschäftigten Monika Nolte wagten sie den Schritt, auch dieses leerstehende Gebäude wieder mit Leben zu füllen. Kleine Verschönerungsmaßnahmen wurden durchgeführt, eine neue Theke eingebaut, neue Stühle angeschafft – immer mit Blick darauf, das vorhandene gemütliche Ambiente beizubehalten…

Besonderen Wert legen die Verantwortlichen auf die Qualität der Speisen: Fertige Kuchen und Torten zuzukaufen kam für sie nicht in Frage; stattdessen ist im „Café Buuck“ alles hausgemacht. Von donnerstags bis sonntags findest du in der Kuchentheke eine große Auswahl; besonders empfehlenswert ist die „Buuck-Torte“ – eine Dreinusstorte mit Mascarpone-Creme, leichter Aprikosennote und Marzipan-Schokoladen-Decke. Na, läuft dir da auch schon das Wasser im Munde zusammen?

Selbstverständlich gehört zu einem leckeren Stück Torte auch ein guter Kaffee: Die „Kaffeemanufaktur Arnsberg“ hat für das „Café Buuck“ eine eigene Röstung aus Bio-Arabica-Bohnen entwickelt, die du so nur hier bekommst. Du möchtest diesen tollen Kaffee auch außerhalb der Öffnungszeiten genießen? Kein Problem – für diesen Zweck stehen einige Packungen der Hausröstung bereit, die du dann auch mit nach Hause nehmen kannst!

Und dann gibt es da noch den „Feierabend“ am Freitagabend: In gemütlicher Atmosphäre kannst du – so lange es die Temperaturen zulassen, auch draußen auf der Terrasse – hier das Wochenende einläuten. Zwar hat das „Café Buuck“ keine vollausgestattete Küche, doch jede Woche wird auch ein kleiner saisonaler Snack zubereitet – ein Flammkuchen oder ein mediterraner Nudelsalat mit Hühnchenbrust, dazu ein schöner Wein oder ein kaltes Bier, was will man mehr!?

In wenigen Wochen feiert das „Café Buuck“ sein einjähriges Bestehen; auch wenn das nur ein Wimpernschlag in der Geschichte der beiden Fachwerkgebäude im Zentrum von Rüthen ist, blicken die Initiatoren voller Stolz zurück und voller Zuversicht nach vorn – denn es gilt, die vielen noch leeren Kapitel mit Leben zu füllen…

Café Buuck, Niedere Straße 1, 59602 Rüthen

https://www.cafebuuck.de/

http://ruethener-forum.de/

https://www.instagram.com/cafe_buuck/

https://www.instagram.com/hausbuuck/

Die Fotos wurden mit freundlicher Unterstützung von Monika Nolte zur Verfügung gestellt.

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