DER FUSSBALL-FREESTYLER DOMINIK KAISER UND SEIN BALL

ODER: VON MEISTERSCHAFTEN UND WELTREKORDEN…

Ein bisschen kicken – klar, das kriegt jeder irgendwie hin! Naja, fast jeder, zumindest mehr oder weniger gut… Doch hast du mal versucht, den Ball hochzuhalten, sagen wir, so fünftausend Mal? Nein? Dann solltest du es mal versuchen! Du darfst dabei auch deinen ganzen Körper nutzen; die einzige Regel ist, dass der Ball nicht den Boden berührt. Das ist unmöglich? Zugegeben, ein bisschen Übung und noch mehr Talent brauchst du dazu schon, aber es ist machbar, wie Dominik Kaiser aus Balve zeigt:

Beim Freestylen gibt es keine Regeln

Dominik, viele Jungs spielen Fußball, aber die wenigsten sind Freestyler. Wie bist du dazu gekommen?

Tatsächlich habe ich auch erstmal ganz normal Fußball gespielt, zuerst in der „SG Balve/Garbeck“, dann in der Jugendabteilung des „VfL Bochum“. In einem Zweikampf habe ich mir das Schlüsselbein gebrochen und war sehr unglücklich darüber, dass ich erst einmal sechs Monate aussetzen musste. Mein Vater hat mich damals animiert, doch einfach mal ein paar Tricks auszuprobieren, zum Beispiel, den Ball mit dem Fuß hochzuhalten. Seitdem hat mich der Freestyle-Fußball nicht mehr losgelassen! Der Traum, einmal Profi-Fußballer zu werden, war aber nach dieser Verletzung vorbei. Ich habe trotzdem noch weiter im Verein gespielt, zunächst beim „SSV Allendorf“; dann fragte der „TuS Langenholthausen“ an, der sich damals zum Ziel gesetzt hatte, in die Bezirksliga aufzusteigen. Also, meine Anfänge liegen schon beim Fußball-Spielen…

War das denn auch eine Voraussetzung fürs Freestylen? Also, haben die beiden Disziplinen viel gemeinsam?

Natürlich braucht man für beides ein gewissen Ballgefühl, aber ansonsten unterscheidet sich das schon sehr. Beim Freestylen gibt es keine Regeln, du kannst dich völlig frei und kreativ ausleben, deinen eigenen Stil finden und immer wieder neue Choreografien erarbeiten. Das hat teilweise schon eher was mit Akrobatik zu tun. Du setzt eben den ganzen Körper ein, nicht nur die Beine. Es gibt Tricks, die macht man im Sitzen oder im Handstand. Und es ist ein Einzelsport, während du beim Fußball immer mit einem ganzen Team antrittst; da sind natürlich ganz andere Qualifikationen gefragt!

Du hast mit dem Freestylen sehr früh angefangen. Konntest du auch schnell Erfolge erzielen?

Kurz vorm Abitur habe ich in Köln an einem Wettbewerb fürs Ball-Hochhalten teilgenommen. Tatsächlich habe ich auf Anhieb fünftausend Ballkontakte geschafft und damit einen Rekord aufgestellt. Damals war das Freestylen noch gar nicht so weit verbreitet; die Marke „adidas“ ist direkt auf mich aufmerksam geworden und hat mich für ein Jahr unter Vertrag genommen. Ich bin dann nach dem Abi nach Köln gezogen, war bei einer Event-Agentur unter Vertrag und habe viele Auftritte gemacht. So habe ich dann auch meinen heutigen Geschäftspartner Adrian Fogel kennengelernt. Wir waren die ersten überhaupt, die Duo-Shows im Fußball-Freestyle gemacht haben.

2008 bin ich dann auch bei der deutschen Meisterschaft angetreten und habe es geschafft: Ich bin tatsächlich der erste deutsche Meister im Fußball-Freestyle! Darauf bin ich immer noch ein bisschen stolz…

Und ich durfte dann auch zur Weltmeisterschaft nach Sao Paolo fahren, das war ein ganz tolles Erlebnis! Ich habe es sogar unter die besten Sechzehn von fünfundfünfzig teilnehmenden Länder geschafft, und es war absolut eine wertvolle Erfahrung, sich mit den anderen Freestylern auszutauschen. Damals war die Szene noch nicht so vernetzt wie heute; es gab zwar ein paar Internet-Foren, aber eigentlich hat jeder sein Ding gemacht. Da war es schon super, mal über den Tellerrand hinauszuschauen und zu sehen, was die anderen so drauf haben!

Du hast auch für das Musical „Das Wunder von Bern“ auf der Bühne gestanden. Wie kam es dazu?

Adrian und ich haben aufgrund unserer Shows und unserer Arbeit für den DFB das Angebot bekommen, ein Casting mitzumachen. Also sind wir nach Hamburg gefahren und haben erst einmal Gesang- und Tanzunterricht genommen; das war ja völlig neu für uns! Tatsächlich haben sie sich dann für uns entschieden, wir sind von Köln nach Hamburg gezogen und haben zwei, drei Jahre lang acht Shows die Woche gespielt. Das war eine tolle Zeit, aber auch echt anstrengend!

Und auch nach dieser Zeit seid ihr in Hamburg geblieben?

Ja, genau! Mit dem Musical haben wir 2016 aufgehört, um uns voll und ganz auf unsere Agentur „FOGELKAISER“ zu konzentrieren. Wir hatten nämlich in der Zwischenzeit viele andere Künstler kennengelernt, von Basketball-Freestylern bis Slackline-Artisten war alles dabei, und wollten sie mit unserer fast zwanzigjährigen Erfahrung unterstützen. Das Ganze wurde immer mehr, wir haben außer dem Fußball noch über fünfzig andere Disziplinen im Programm und sind inzwischen Deutschlands größte Agentur für Street Art und Urban Culture. Wir haben selbst so viele Shows gesehen; dieses Knowhow können wir auch super auf unsere Events übertragen. Wir vermitteln also nicht nur immer neue Show-Acts, sondern planen ganze Veranstaltungen und führen die dann auch durch – nicht nur deutschland-, sondern auch europaweit!

Bist du selbst auch immer noch im Freestylen aktiv?

Für eine Meisterschaft würde es zeitlich heute wahrscheinlich nicht mehr reichen… Um das auf Profi-Niveau zu machen, muss man täglich bis zu fünf Stunden trainieren. Das schaffe ich heute nicht mehr; ich habe zwei kleine Kinder, die natürlich auch Zeit mit ihrem Papa verbringen möchten. Aber ganz aufhören werde ich mit dem Freestylen wohl nie! Adrian und ich nehmen fast täglich Videos mit kleinen Tricks für die sozialen Medien auf, bei TikTok und Youtube kommt das echt gut an – so bleibe ich in der Übung!

Von Hamburg ins Sauerland ist es ja auch nicht gerade ein Katzensprung. Kommst du trotzdem gelegentlich auch mal in die alte Heimat?

Na klar, ich komme immer wieder sehr gern. Meine Schwester lebt in Lendringsen, meine Eltern in Balve, und wir haben ein sehr enges Verhältnis. Überhaupt haben meine Eltern mich immer unterstützt; das ist sicherlich nicht selbstverständlich, wenn der Sohn plötzlich erklärt, dass er Künstler werden möchte… Und auch zu Workshops, zum Beispiel beim „TuS Langenholthausen“, komme ich immer wieder gern vorbei. Es ist wichtig, den Nachwuchs zu fördern! Und wenn ich einmal im Sauerland bin, ist es so, als wäre ich nie weg gewesen…

Gerade erst war Dominik bei der HSK-Sportgala, und vielleicht hast ja auch du bald Gelegenheit, sein Talent mal live zu bewundern. Für die Zwischenzeit gibt es zahlreiche Videos in den sozialen Medien – vielleicht ja eine Anregung es doch mal selbst auszuprobieren!?

FOGELKAISER GmbH & Co. KG, Neustädter Str. 38, 20355 Hamburg

https://www.youtube.com/c/FKFreestyler/videos

https://www.instagram.com/fk_freestyler/

https://www.tiktok.com/@fkfreestyler?lang=de-DE

Die Fotos und Videos wurden mit freundlicher Unterstützung von Dominik Kaiser zur Verfügung gestellt.

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