HOF KÖHNE – FERIEN AUF DEM BAUERNHOF

ODER: DER „GLÄSERNE“ KUHSTALL

 

Wir Kinder vom Dorf kennen das Landleben. Das geht aber nun bei weitem nicht jedem so… und wenn´s in der Landwirtschaft ans „Eingemachte“ geht, können auch wir Sauerländer noch staunen (sofern wir nicht selbst auf einem Hof aufgewachsen sind):

 

Wo kommen eigentlich die Eier her?

 

Gut, diese Frage ist auch in der Theorie noch recht leicht zu klären. Aber da auch schon die Frage >>Wo kommt der Strom her?<< mit >>Aus der Steckdose.<< beantwortet worden sein soll, wollen wir lieber „auf Nummer Sicher“ gehen. Die für die Eier benötigten Hühner können auf „Hof Köhne“ in Schmallenberg-Berghausen zunächst einmal in ihrem Freilauf beobachtet und gefüttert werden.

 

 

Die entscheidende Stelle befindet sich dann aber im Hühnerstall: Dort kullert ein Ei in eine Ablage und kann von den Gästen entnommen werden, sobald ein Huhn eins gelegt hat. Hautnah bei der „Produktion“ dabei sein und das Endergebnis direkt genießen – anschaulicher lernen geht wohl nicht!

 

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Ebenso verhält es sich bei allen anderen landwirtschaftlichen Prozessen des nach „Bioland“-Richtlinien geführten Bio-Bauernhofs. Den größten Raum nehmen hier die 220 Milchkühe ein. Von den Kälbchen, die noch geschützt in „Iglus“ wohnen, über einen Bereich für Jungtiere hin zum großen Stall, in dem auch ein „Kreißsaal“ untergebracht ist, kannst du hier die Tiere in ihren unterschiedlichen Wachstums- und Lebensabschnitten sehen. Und natürlich streicheln und füttern…

 

 

Wichtig ist den Kühen – wie uns Menschen ja auch – der Bezug zu ihrer eigenen Familie. Daher werden auf „Hof Köhne“ schon vom Jungtier-Alter an feste, kleine Gruppen von Tieren gebildet, die ihr Leben lang zusammenbleiben. Auch das Decken der weiblichen Tiere läuft möglichst zeitgleich, sodass keine Kuh allein im „Kreißsaal“ liegen muss.

 

 

Und wenn es dann so weit ist, wird kein Urlauber weggeschickt. Die Familie Köhne macht bei tierärztlichen Eingriffen und Ähnlichem durchaus deutlich, welcher Anblick die Gäste erwarten wird. Die Entscheidung liegt aber bei diesen selbst; Natur ist eben Natur und muss nicht versteckt werden.

 

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Entspanntere Momente kannst du aber sicherlich erleben, wenn du nachmittags (von Mai bis Oktober) dabei hilfst, die Kühe von der Weide zu holen (zur Weide fährst du stilecht im Planwagen). Oder wenn es dir gelingt, die erste Milch mit deinen eigenen Händen zu melken… Übrigens – was mir besonders aufgefallen und bestimmt auch nicht ganz unwichtig ist: Der Geruch, den ich sofort in der Nase habe, wenn das Wort „Kuhstall“ fällt, fehlte hier völlig… War aber nicht schlimm 😉

 

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Es gibt außerdem 10 Ponys, die gerne geputzt und geritten werden. Während du am Reitunterricht in der modernen Reithalle auch als blutiger Anfänger teilnehmen kannst, solltest du für die Ausritte schon etwas Erfahrung mitbringen.

 

 

Auch die Schweine, Kaninchen, Ziegen und die Gans (leider hat der Fuchs die anderen geholt – auch das gehört wohl zur Natur…) freuen sich über einen Besuch und bei Gelegenheit auch über ein paar Streicheleinheiten!

 

Hof Köhne Ziege

 

Du kannst übrigens auch deinen Hund mitbringen; im September wird sogar eine „Hundewoche“ veranstaltet, bei der du mit deinem Vierbeiner und einer Hundetrainerin „Agility“, „Mantrailing“ und Spezialtraining ausprobieren und Erläuterungen zum Hundeverhalten bekommen kannst.

Die Bienen, die Christian Köhne, der Bruder des Landwirts, betreut, sollten nicht unbedingt gestreichelt werden und machen auch nicht „Sitz“, geben aber reichlich Gelegenheit zum Lernen und Nachdenken über den Umgang mit der Natur. Wöchentlich wird eine „Honigexkursion“ angeboten, bei der dir alle erklärt und gezeigt wird – unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen selbstverständlich!

 

 

Irgendwie scheint mir das „gläserne“ Melkhaus Symbol für die Philosophie des „Hofs Köhne“ zu sein, denn noch transparenter, durchsichtiger, kann man einen landwirtschaftlichen Betrieb wohl nicht führen…

 

Hof Köhne zwischen Tradition und Innovation

 

Der Stammbaum der Familie Köhne als Besitzer der Hofstelle reicht zurück bis Anfang des 15. Jahrhunderts. Sprachwissenschaftlich interessant daran ist, dass der Name sich zwischendurch lautlich veränderte und auch mal „Koene“ lautete; historisch interessant, dass zwischendurch eine Frau Erbin des Hofs war und ihr Gatte ihren Nachnamen annehmen musste – wahrscheinlich ein kleiner Skandal im 16. Jahrhundert; touristisch interessant, dass du in einem Familienbetrieb mit jahrhundertelanger Tradition urlauben kannst.

 

Hof Köhne Stammbaum

 

Familienbetrieb ist ein gutes Stichwort: Tatsächlich wird der „Hof Köhne“ von Sabine und Tobias Köhne mit tatkräftiger Unterstützung ihrer drei Kinder geführt. Tochter Rosa hat „Nachhaltiger Tourismus“ studiert, unterstützt ihre Mutter bei den Ferienwohnungen, hat die Website gestaltet und betreut ganz innovativ die Social-Media-Kanäle. Die Söhne Paul-Louis und Lorenz kümmern sich als ausgebildete Landwirte gemeinsam mit ihrem Vater um die Tiere und alles, was dazu gehört. Die Familie besucht immer wieder Seminare und holt sich Inspiration im In- und Ausland; die Idee für das gläserne Melkhaus kam ihr beispielsweise in den USA.

 

Hof Köhne Schild

 

Als Sabine und Tobias Köhne den Hof 1992 übernahmen, verfügte dieser über zwei Ferienwohnungen und 60 Milchkühe. Sie bauten ihn fortlaufend aus, sodass dir heute am besten eine beschriftete Luft-Aufnahme bei der ersten Orientierung hilft (keine Sorge, verlaufen kannst du dich nun auch wieder nicht 😊).

So ist es wenig erstaunlich, dass viele Hof-Gäste das zugehörige Gelände während ihres Urlaubs nicht verlassen. Ein Elternpaar berichtete sogar, dass seine Kinder ihm erst beim zehnten Aufenthalt „erlaubt“ hätten, einen Ausflug zu machen, weil sie so viel Spaß auf dem „Hof Köhne“ hatten.

Das kannst du bestimmt noch besser nachvollziehen, wenn du dir die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten anschaust, die das über 40.000 Quadratmeter große Hofgelände zu bieten hat:

Da ist der zur Landwirtschaft gehörige Bereich, der neben authentischen Einblicken auch den hautnahen Kontakt mit Kälbchen, Kaninchen und Co. ermöglicht.

Da sind 12 Gäste-Häuser – vom „Alten Bauernhaus“ über das „Hexenhaus“ hin zum „Waltonshaus“ – mit insgesamt 31 Ferienwohnungen, die alle 4- oder 5-Sterne-Standard und tierische Namen wie „Taube“, „Kuh“ oder „Schweinchen“ haben. Die Gebäude wie auch die Wohnungen sind individuell gestaltet und eingerichtet, sodass man bei insgesamt 31 Aufenthalten immer wieder ein neues Wohngefühl genießen könnte.

 

 

In den Wohnungen selbst findest du alles vor, was du für einen gelungenen Aufenthalt brauchst. Der „Hof Köhne“ bietet einen Brötchenservice, ein kleines Imbisshaus mit Getränkeautomat und Kaffeemaschine und die eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse an; der nächste Supermarkt befindet sich im 6 Kilometer entfernten Schmallenberg…

 

 

Und da sind schließlich die zahlreichen großartigen Spielmöglichkeiten und Freizeitangebote, die garantiert so schnell nicht langweilig werden. Überall auf dem Hof verteilt befinden einladende Spielgeräte wie Seilbahn, Spielhaus, Wippe, Schaukeln, Karussell, Turm mit Rutsche und Balancierparcours direkt zwischen den Ferienhäusern.

 

 

Ein großes Spektakel ist in der „Strohburg“ zu erwarten, eine riesige Scheune gefüllt mit Heuballen. Hier gibt es eine Rutsche, Verstecke und Geheimgänge – und das alles quasi ohne Verletzungsgefahr. Außerdem gibt es noch den großen „Indoorspielplatz“ im Pferdestall mit riesigem Trampolin, Kletterturm und anderen Spielmöglichkeiten. Familie Köhne weiß eben, dass im Sauerland nicht immer die Sonne scheint…

 

 

Wenn du dich während deines Aufenthaltes doch entschließen solltest, einen Ausflug zu machen, stehen hier außergewöhnliche „Verkehrsmittel“ für dich bereit, die den ganz anderen Aus- oder Überblick auf die Sauerländer Landschaft gewähren. Oder bist du schon mal mit einem Traktor gefahren? Hast den Antrieb eines E-Mountain-Bikes oder gar eine echte Pferdestärke genossen?

 

 

Wenn du das jetzt bejaht hast, bist du bei der nächsten Frage garantiert raus: Bist du mit einem „Gyrocopter“ (Ultraleicht Tragschrauber) über das Sauerland geflogen? Landwirt Tobias Köhne hat einen „Ultraleicht Flugschein“ und hebt mit dir vom Flugplatz „Rennefeld“ in unmittelbarer Nähe des Hofes ab.

 

Hof Köhne Ausflüge

 

Eigentlich einen eigenen Artikel wert, daher hier nur kurz erwähnt: Der „Hof Köhne“ ist Mitglied im „Schmallenberger Kinderland“. Die Urlaubsgäste können zu festen Terminen auch die anderen teilnehmenden Höfe besichtigen; ebenso kommen regelmäßig Besucher auf den „Hof Köhne“, die Urlaub auf einem benachbarten Hof machen. Außerdem ist der Zutritt zu zahlreichen Ausflugszielen in der Region dank der „KinderlandCard“ kostenlos bzw. reduziert. Die Vernetzung mit anderen Höfen, die sich auch dank der Kooperation mit  „LandSelection“ aufgebaut hat, bietet ständig neue Ideen und Inspirationen. Man darf also davon ausgehen, dass der „Hof Köhne“ noch immer nicht „fertig“ ist…

 

Hof Köhne Willkommen

 

Obwohl 31 Ferienwohnungen eine Menge und einige davon auch wirklich groß sind, sind die 150-160 Übernachtungsplätze, die der „Hof Köhne“ zu bieten hat, besonders zu den Ferienzeiten sehr schnell ausgebucht… Du solltest also nicht endlos mit der Buchung warten, sofern du dich zu einem Urlaub auf dem Bio-Bauernhof entschlossen hast!

 

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Hof Köhne, Berghausen 16, 57392 Schmallenberg

http://www.hof-koehne.de