ODER: MEHR ALS NUR EIN GUTER BEAT…
Du scrollst durch dein Handy, hörst hier und da einen Song und plötzlich bleibst du hängen. Weil da etwas ist, das sich echt anfühlt. Genau dieses Gefühl bringen Uli Sprenger aus Finnentrop und Bernie Würden aus Lennestadt mit „Die Sprenger“ auf die Bühne. Zwei Musiker, die nicht nur seit Jahrzehnten unterwegs sind, sondern die genau wissen, wie man Menschen mitnimmt… Ihre Geschichte beginnt nicht mit einem großen Masterplan, sondern mit einer Begegnung irgendwo im Sauerland, und entwickelt sich über Jahre, Pausen, neue Ideen und ganz viel Herzblut weiter. Heute stehen sie wieder gemeinsam auf der Bühne, schreiben eigene Songs und bringen genau das zurück, was viele hier vermisst haben – ehrliche, handgemachte Musik mit ordentlich Energie. Also war es dringend an der Zeit, sie mal in ihrem Proberaum in Grevenbrück zu besuchen:
Die Bühne ist unser Zuhause
Uli und Bernie, ihr seid echte Urgesteine in der Musikszene. Wie sind „Die Sprenger“ entstanden?
Bernie: Uli und ich kennen uns schon seit Mitte der 80er – also gefühlt schon ewig. Bei meinem allerersten Auftritt war Uli im Publikum, das war damals in Saalhausen. Ich kam von der Bühne, und Uli sprach mich an – das war unsere erste Begegnung. Seitdem haben wir viel gemeinsam erlebt: Wir sind mit der „Fritz Kids Band“ durch ganz Deutschland getourt, waren zum Beispiel im „Tigerenten Club“, 2002 mit unserer Band „FUX“ auch im „ZDF Fernsehgarten“ und hatten noch einige andere Projekte…
Uli: Danach gab es eine längere Pause. Wir haben uns zwischendurch immer wieder getroffen, Demos aufgenommen – der Kontakt ist nie abgerissen. Und vor ein paar Jahren habe ich dann wieder angefangen, Songs zu schreiben.
Bernie: Irgendwann rief er mich an und fragte, ob ich im Studio etwas für ihn einsingen kann. Das habe ich gemacht. Dann fragte er noch einmal – und ich habe wieder zugesagt. So entstand schließlich die Idee für ein Cover-Programm: Ich am Schlagzeug, er an der Gitarre, beide im Gesang. Wir haben erste Live-Auftritte gespielt – unplugged.
Uli: Daraus entwickelte sich dann wieder eigene Musik, vor allem mit Bezug zur Region. Es gibt unzählige Bands, die über Köln singen – aber fürs Sauerland ist das selten geworden. Früher war hier viel mehr los: Viele Bands, viele Konzerte. Das ist irgendwann eingeschlafen – sicher auch wegen der Hürden bei der Organisation von Veranstaltungen. Und genau das wollten wir aufsprengen. So entstanden „Die Sprenger“.
Wie würdet ihr euren Stil und eure Arbeit selbst beschreiben?
Uli: Pop mit einer guten Portion Rock. Wir sagen immer: Wir sind eine Band mit Bandbreite! Ich möchte mich da gar nicht festlegen, weil vieles miteinander verbunden ist. Wenn man es zusammenfassen will, machen wir Gute-Laune-Musik. Wir wollen den Leuten Spaß bringen – weil es uns selbst auch riesig Spaß macht. Wir arbeiten gern analog, lieben Drums und E-Gitarre und haben auch schon mal eine Posaune eingebaut. Tief im Herzen sind wir wahrscheinlich doch Rocker – deshalb tauchen immer wieder rockige Elemente in unseren Songs auf.



Euer Song „Thekentherapie“ ist gerade in den Ballermann-Charts – wie fühlt sich das an?
Bernie: Super! Es ist schon ziemlich cool, wenn man zwischen all den großen Namen auftaucht: DJ Ötzi, Mickie Krause, Matthias Reim – und dann auf Platz 15 „Die Sprenger“.
Uli: Mit „Rambo Tango“ waren wir letztes Jahr über sechs Monate in den Ballermann-Charts. Umso schöner, dass es auch in dieser Saison wieder geklappt hat. Trotzdem gilt: Wenn man als Band wirklich Fuß fassen will, helfen keine Charts und keine Streaming-Dienste – das funktioniert nur über Live-Auftritte.
Bei dem Wort „Ballermann“ entstehen ja sofort Bilder im Kopf – wer von euch ist das größere Partytier?
Uli: Wir sind beide gleich bekloppt. Da gibt es keinen Unterschied. Wenn wir auf der Bühne stehen, sind wir komplett in unserem Element. Wir kennen uns so lange, haben den gleichen Humor – wir sind fast wie ein altes Ehepaar. Und dieser Funke springt dann meistens auch aufs Publikum über.

Wie läuft bei euch das Songwriting – Bier, Gitarre und los geht’s oder doch strukturierter?
Uli: Die Songs schreibe ich – der letzte ist übrigens beim Osterfeuer entstanden. Danach gehen wir gemeinsam in den Proberaum und feilen daran. Das kann schon mal ein paar Stunden dauern, denn was im Studio funktioniert, muss live noch lange nicht wirken. Und dafür braucht es manchmal nicht nur die Gitarre, sondern auch ein Bier.

Welche Rolle spielt das Sauerland für eure Musik?
Uli: Wir wollten ganz bewusst etwas für die Region machen – so ist unser Song „Egal was kommt“ entstanden. Dafür waren wir mit mehreren Leuten im Studio: Mein Bruder und mein Neffe zum Beispiel, die auch eine Band haben und den Proberaum nebenan nutzen. Bernie hat gesungen – und ich finde, das Ergebnis kann sich hören lassen. Generell ist es uns wichtig, hier im Sauerland etwas zu bewegen und die Kultur zu fördern. In Grevenbrück gibt es zum Beispiel zwei Brüder, „Teller Bunte Knete“, für die ich Songs geschrieben habe. Die Förderung junger Talente liegt mir sehr am Herzen. Wir haben ein großes Netzwerk und unterstützen gern. Und für den Attendorner Karneval haben wir auch schon einen echten Knaller in Planung – aber mehr wird noch nicht verraten…
Kürzlich wurde in Willingen der Ballermann-Award verliehen, – ihr wart vor Ort, auch eure Tourmanagerin Gaby Selbach war dabei. Hat sich das ein bisschen nach Heimvorteil angefühlt?
Uli: Auf jeden Fall! Da wir aktuell wieder in den Charts sind, waren wir mit dem Veranstalter im Austausch, und er hat uns eingeladen, dort ein paar Songs zu spielen. Das haben wir gemacht – und es hat richtig Spaß gemacht. Der Ballermann im Willinger Brauhaus sozusagen…

Ihr wart letztes Jahr bei „Bigge Olé“ – wie war die Erfahrung? Und gibt es eine besonders verrückte oder unvergessliche Live-Story?
Bernie: Das war wirklich unvergesslich. Backstage haben wir Leute wie Mia Julia, Mickie Krause und Julian Sommer getroffen – das war schon klasse. Aber am beeindruckendsten war die Stimmung im Publikum. Die sind voll mitgegangen, haben sogar eine Polonaise gemacht – das war großartig.
Uli: Es ist schon ein Unterschied, ob man auf einer kleinen oder großen Bühne steht – und ich liebe die großen Bühnen. Lampenfieber kenne ich nicht, und bei „Bigge Olé“ hat einfach alles gepasst: Super Sound, tolle Monitore, viel Platz, gutes Wetter, ein großartiges Publikum. Ich habe mich unglaublich wohlgefühlt. Früher habe ich schon öfter vor großem Publikum gespielt – auch mal vor 25.000 Leuten – und das fühlte sich ein bisschen an wie nach Hause kommen.
Bernie: Ich feiere dieses Jahr mein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Die Bühne ist längst mein Zuhause geworden. Und da kann ich nur sagen: Je größer, desto besser.

Mit welchem Künstler würdet ihr gern mal auf der Bühne stehen?
Uli: Meinen größten Traum habe ich tatsächlich schon erlebt: Ich stand mit Udo Lindenberg auf der Bühne. Das war auf Mallorca im „Robinson Club“. Ich habe „Sonderzug nach Pankow“ gesungen, er kam dazu, nahm mich in den Arm – und wir haben gemeinsam weitergesungen. Ansonsten sind wir offen für vieles: Aktuell planen wir einen Song mit den „Zipfelbuben“. Auch Nino de Angelo oder Andreas Gabalier wären spannend.



Was ist euer nächstes großes Ziel – Malle-Auftritt, Festival-Sommer oder doch etwas ganz anderes?
Bernie: In genau dieser Reihenfolge! [lacht] In ein paar Wochen erscheint unser neuer Song „Acht Promille mit KI“. Produziert wird er zusammen mit Dirk Fiebig, einem starken Chart-Produzenten aus Bad Oeynhausen. Wir sind gut befreundet und freuen uns schon sehr auf die nächste Studio-Session.
Vielleicht merkst du es jetzt selbst: Musik ist manchmal mehr als nur ein guter Beat. Sie erzählt Geschichten, verbindet Menschen und bleibt im Kopf – genau wie die Songs von „Die Sprenger“. Uli und Bernie zeigen, dass es nicht immer den perfekten Plan braucht, sondern vor allem Leidenschaft, Mut und Spaß an dem, was man tut. Und genau davon hörst du auch im neuen Song „Acht Promille mit KI“ eine ganze Menge. Also, laut aufdrehen, reinhören – und vielleicht schon mal überlegen, wann du sie das nächste Mal live erlebst. Denn am Ende gilt: Diese Musik funktioniert am besten da, wo sie hingehört – mitten ins Leben.
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Die Fotos von dem Event in Willingen wurden mit freundlicher Unterstützung von Gaby Selbach zur Verfügung gestellt.
