ODER: EIN GRÜNES PARADIES MITTEN IM SAUERLAND…
Du entdeckst Pflanzenarten, die du bisher noch nicht kanntest, bekommst wertvolle Tipps zur Pflege, erkundest andere Herangehensweisen zur Anlage von Beeten und Wegen, tauchst in spannende Gespräche ein und lernst neue Leute kennen, die die gleichen Interessen haben wie du… Kurz gesagt – es gibt so viele gute Gründe, warum auch du mal in fremden Gärten vorbeischauen solltest! Die „Offene Gartenpforte“ bietet dazu in den nächsten Wochen wieder reichlich Gelegenheit. Vorab durfte ich Uli Schauerte und seinen Landgarten in Arnsberg-Retringen besuchen, um dir zu zeigen, was dich erwartet:
Kleine Mittel, große Wirkung
Nachdem ich die „Rosen und Steinrosen“ von Eva Haumann in Lennestadt-Altenhundem, „Lenes Landlust“ in Eslohe-Sieperting und den „Hortus in convallium“ von Vera Janßen in Bestwig-Ostwig besucht hatte, wusste ich, dass jeder Hobbygärtner ein bestimmtes Konzept hat; nachdem ich mir bei einem fast zweistündigen Rundgang den Landgarten von Uli angeschaut hatte, war mir klar, dass das dieses Mal nicht so leicht werden würde. Die ganze Vielfalt des Gärtnerns, das grüne Paradies, der Zauber eines Naturgartens – das wären vielleicht passende Beschreibungen, das würde aber dennoch nicht alles miteinbeziehen, was du im „Landgarten Schauerte“ entdecken kannst… Egal, dann dieses Mal halt ohne festes Konzept!

Wenn du einen solchen Garten anlegen möchtest, kannst du entweder tief in den Geldbeutel greifen und eine ganze Reihe an Landschaftsgärtnern beschäftigen oder einfach alles selbst machen; dauert dann halt ein bisschen länger… Uli hat sich ganz eindeutig für die zweite Option entschieden – ihm geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern auch um den Prozess; er möchte zeigen, dass du auch mit kleinen Mitteln zu einer großen Wirkung kommst, wenn du die viele Arbeit nicht scheust. Zwar ist er manchmal auch auf Raritäten-Märkten unterwegs, viele seiner Pflanzen hat er aber auch durch Teilung vermehrt oder aus Samen gezogen.

Seitdem er laufen kann, verbringt Uli die meiste Zeit im Garten; das Grundstück seiner Eltern hat er drei Mal komplett umgestaltet: Zunächst legte er einen Gemüsegarten an, dann – als er seine Ausbildung in einer Baumschule machte – pflanzte er eine Menge Bäume, um an ihnen zu lernen, schließlich wurde es ein englischer Garten. Offenbar konnte sich Uli auch schon in jungen Jahren schwer für ein Konzept entscheiden; vielleicht ist auch das der Grund, warum er sich heute nicht festlegen lässt!? Seine Eltern ließen ihn jedenfalls machen; sie hatten erkannt, dass ihr Sohn eine außerordentliche Begeisterung fürs Gärtnern hatte…

Zu dieser Zeit schnitt er auch regelmäßig die Obstbäume eines älteren Herren, der ganz in der Nähe wohnte. Er wünschte sich, dass sein Haus einmal in gute Hände abgegeben wird, und so sollte es dann auch kommen: Uli kaufte das Haus samt riesigem Grundstück, auf dem allerdings außer Wiese nicht viel zu finden war. Das war vor sieben Jahren; als erstes pflanzte er Bäume und Büsche, legte Wege an, um dem Garten eine Struktur zu geben, nach und nach kamen die Staudenbeete, der Schwimmteich, der Gemüse- und der Bonsaigarten hinzu. Vier Jahre hat es gedauert, bis er halbwegs zufrieden mit dem Ergebnis war; fertig wird man mit so einem Großprojekt wohl nie:

Rundgang mit Überraschungen
Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, vielleicht möchtest du dir den „Landgarten Schauerte“ ja übermorgen bei der „Offenen Gartenpforte“ selbst anschauen… Aber selbst wenn ich dich nun auf einen kleinen virtuellen Rundgang mitnehme, wirst du auch noch eine ganze Menge selbst entdecken können, denn hinter jeder Ecke wartet eine Überraschung, die dich garantiert zum Staunen bringen wird!

Wusstest du, dass man auch mit Blattgrün eine wunderbare Farbenvielfalt gestalten kann? In seinen Beeten kombiniert Uli zumeist drei Farben, und auch wenn gerade nichts blüht, kannst du hier die ganze Schönheit der Natur entdecken.

Fast alles ist geplant und wird mit größter Sorgfalt gepflegt, doch am Naturteich greift Uli nicht ein; an dem kleinen Ökosystem darf wachsen, was von selbst kommt – genauso geht es auch auf der über 10.000 Quadratmeter großen Streuobstwiese zu, die zwar Uli gehört, aber nicht gestaltet wird. Man weiß ja nie – vielleicht wird der Hobbygärtner seinen Landgarten doch noch mal erweitern, wenn ihm langweilig wird; aktuell wird die Fläche aber nur ein Mal pro Jahr gemäht, ansonsten ist sie sich selbst überlassen. Alles, was kreucht und fleucht, wird es ihm danken…


Es ist zwar schwer, sich für ein Highlight des Gartens zu entscheiden, aber für mich kommt Ulis Bonsai-Garten schon ganz nah daran! Die rund vierzig Bäumchen hat er alle selbst gezogen, gekonnt gedrahtet, mit Totholz gestaltet. Dazwischen darf die Elfenblume in verschiedenen Farben wachsen – eine Pflanze, die ihren Namen wirklich verdient hat und in ihrer Zierlichkeit einen wunderbaren Kontrast zu den Bäumen bildet.

Ach, Mist, ich sag´s ja, du solltest dich nicht vorschnell auf einen Lieblingsbereich des Gartens festlegen, denn der Schwimmteich ist mindestens genauso so schön wie der Bonsai-Garten, nur halt eben auf seine Art…

Eine Woche hat Uli von morgens bis abends gebaggert, bis das Areal halbwegs fertig war; von Steg und selbst gemauertem Poolhaus mal ganz zu schweigen. Doch leider kommt er kaum dazu, sich auch mal im kühlen Nass zu erfrischen; die Gartensaison dauert für ihn das ganze Jahr über, er ist nach der Arbeit immer so lange draußen beschäftigt, wie es hell ist, und das ist es bekanntermaßen gerade bis nach 22 Uhr.

Zum Glück muss er dann nicht auch noch einkaufen fahren, denn Uli ist fast schon Selbstversorger. In seinem Gemüsegarten ist alles zu finden, was auch nur annähernd eine Chance hat, mit den klimatischen Bedingungen im Sauerland zurechtzukommen; neben den selbstgebauten Hochbeeten hat der Arnsberger – wie könnte es auch anders sein – natürlich auch noch ein Gewächshaus selbst gebaut und einen Folientunnel aufgestellt.




Mit seinen Erfahrungswerten, die er über die Jahre gesammelt hat, gedeiht bei Uli fast alles; so ist er einen großen Teil des Jahres über mit frischem Gemüse und Obst versorgt…

Eigentlich wollte dich dir ja nur einen kleinen Eindruck geben, wenn ich aber so begeistert von etwas bin, fällt es mir immer schwer, mich kurz zu fassen – entschuldige bitte! Das war gar nicht zu viel, du möchtest noch mehr wissen und sehen? Dann schau doch übermorgen, also am Sonntag, den 04.06., zwischen 10 und 18 Uhr im „Landgarten Schauerte“ vorbei; der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Vielleicht hast du Glück und erwischt Uli sogar persönlich; da er aber an diesem Tag hunderte Besucher erwartet und extra eine große Wiese zum Parken abmäht, könnte das eher schwierig werden…

Ansonsten kannst du dir aber auch zahlreiche Tipps auf seinem Instagram-Kanal abholen oder du versuchst es am 13.08., denn dann ist der „Landgarten Schauerte“ wieder für die „Offene Gartenpforte“ geöffnet – und bis dahin sieht er dann bestimmt auch schon wieder ganz anders aus!




Landgarten Schauerte, Uli Schauerte, Retringen 6, 59757 Arnsberg
