FILM AB IM „LICHTSPIELHAUS LENNESTADT“ UND IM „JAC ATTENDORN“

ODER: DAS IST WIRLICH GANZ GROSSES KINO…

Nachdem du nun wochenlang das schlechte Wetter genutzt hast, um auf der Couch Netflix zu suchten, ist es jetzt an der Zeit, das Haus mal wieder zu verlassen und dir ein besonderes Erlebnis zu gönnen! Doch dabei musst du keineswegs auf Action, Spannung und ergreifende Momente verzichten – ganz im Gegenteil! Denn wenn du dir einen Film auf der großen Leinwand anschaust, kannst du noch einmal ganz anders in die Geschichte eintauchen, sie nahezu mit allen Sinnen erleben… Und dafür, dass der Weg von der gemütlichen Couch zum bequemen Kinosessel nicht zu weit wird, sorgen Christin und Johannes Cordes aus Lennestadt:

Kinovergnügen in Altenhundem…

Auch wenn es sich für mich anders anfühlt, zugegeben, Altenhundem ist nicht der Nabel der Welt… Doch mit noch nicht einmal 4.500 Einwohnern hat der größte Ortsteil von Lennestadt neben vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sogar einen IC-Bahnhof, ein Krankenhaus und ein Kino – ich denke, das können nicht viele Orte dieser Größenordnung von sich behaupten, oder!? Und das ist auch nicht erst seit gestern so; einige Teile dieser modernen Infrastruktur blicken inzwischen auf eine lange Tradition zurück. So, wie das „Lichtspielhaus Lennestadt“, das 1916 den ersten Film zeigte – gerade einmal zwanzig Jahre nach Eröffnung des ersten deutschen Kinos in Berlin.

Seit 1938 prägt die Fassade mit dem noch heute bestehenden Säulenvorbau den Ortskern, doch ansonsten hat sich das „Lichtspielhaus Lennestadt“ im Laufe der Jahrzehnte immer wieder verändert und weiterentwickelt, um den Gästen, die teilweise weite Wege auf sich nahmen, immer ein zeitgemäßes Erlebnis zu schaffen.

Besonders ab Mitte der 80er-Jahre hat sich einiges getan: Nach einem Inhaberwechsel übernahmen Jutta und Meinolf Hanses das Kino, bauten den vorhandenen großen Saal zu den zwei kleineren „CAMERA“ und „CLASSIC“ um und richteten im Nachbargebäude mit „CONTRAST“ eine weitere Möglichkeit ein, um eine größere Auswahl an Filmen zu zeigen.

Sie waren die ersten Kinobetreiber im gesamten Sauer- und Siegerland, die frisches Popcorn anboten, hielten die Technik und die Säle immer auf dem neuesten Stand, gaben dem „Lichtspielhaus Lennestadt“ 2004 mit einem erweiterten Foyer erneut ein neues Gesicht – kurz gesagt: Die Erfolgsgeschichte des Altenhundemer Kinos kommt nicht von ungefähr!

Die Fußstapfen, in die Tochter Christin trat, waren also groß, doch gemeinsam mit ihrem Ehemann Johannes und der Unterstützung ihrer Eltern ist es ihr gelungen, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Das Filmangebot wurde ausgebaut, es folgten viele Filmpreise und Auszeichnungen. Neben neuer Bestuhlung und Tonanlagen wurden erst vor ein paar Wochen im „Lichtspielhaus Lennestadt“ neue Laser-Projektoren der dritten Generation eingebaut, um den Filmfans ein gestochen scharfes Bild zu zeigen, außerdem haben Christin und Johannes Anfang Januar die Film-Messe in München besucht, um sich über alle Neuigkeiten auf dem Stand zu halten…

Wenn du dich ein bisschen im Kreis Olpe auskennst, weißt du – die Beiden haben noch ein Groß-Projekt, und das nur ein paar Kilometer vom Standort in Altenhundem entfernt:

… und in Attendorn

Eigentlich bekommt man so einen Anruf nur ein Mal im Leben – wenn überhaupt –, bei Christin und Johannes klingelte das Telefon gleich zwei Mal… Doch von vorn: Als 2015 die erste Anfrage kam, ein Kino in der Hansestadt zu eröffnen, fühlte sich das junge Paar noch nicht bereit dazu, denn die Rahmenbedingungen auf beiden Seiten passten noch nicht. Doch als dann das Telefon 2017 zum zweiten Mal klingelte, waren alle Beteiligten schon viel weiter, und als dann auch noch klar war, dass Christin und Johannes ihr eigenes Konzept umsetzten konnten, sagten sie zu.

Gemeinsam mit Christins Vater Meinolf, der Architektur studiert und bereits in Altenhundem viele Baumaßnahmen planerisch übernommen hatte, entwickelten sie Ideen, wie sie ihre eigene Note einbringen konnten. Laufwege wurden durchdacht, der Prototyp einer Theke aus Paletten und Pappe erstellt, bevor es an die konkreten Baumaßnahmen ging. Besonderer Fokus lag – wie auch in Altenhundem – auf den Kinosälen: Statt einem riesigen Premierensaal sollte es lieber fünf ähnlich große und gut ausgestattete Säle geben, um mehrere Filme gleichzeitig zeigen zu können. Nun musste das Ganze nur noch einen Namen bekommen, bevor im Sommer 2019 die Eröffnung gefeiert werden konnte: „JAC“, das steht für Johannes – Attendorn – Christin; die Beiden wollen damit deutlich machen, dass sie als Lennestädter auch voll und ganz hinter dem Standort in Attendorn stehen.

Doch ihre langjährige Erfahrung brachten sie natürlich aus Altenhundem mit: Als das „JAC“ an den Start ging, war es technisch auf dem allerneusten Stand. Das Bild kommt mit modernster Laser-Technik auf die Leinwand, im Saal „GALAXY“ ist sogar „Dolby Atmos“ eingebaut. Dank dieses Surround-Sound-Systems kann genau gesteuert werden, von welchem der im ganzen Raum verteilten Lautsprecher der Ton kommen soll. Plötzlich wirkt es so, als würde der Hubschrauber wirklich an der Decke kreisen und das Auto um dich herumfahren, und wenn dann auch noch der Boden vibriert, ist das Kino-Vergnügen mit allen Sinnen nun wirklich perfekt! Und damit du es dir dabei so richtig gemütlich machen kannst, kannst du dich sogar auf ein eigenes Sofa lümmeln, denn in jedem Saal wartet eine besondere Bestuhlung, die du so nicht unbedingt im Kino erwarten würdest.

Wenn du nun denkst, das ist nicht mehr zu toppen: Auch rund um den Film bieten Christin und Johannes immer wieder auch besondere Events an. Als beispielsweise beim „Mädelsabend“ der Film „Barbie“ gezeigt wurde, gab es pinke Getränke und pinkes Fingerfood – wenn schon, denn schon –, für das Catering sorgt in Attendorn der „Dornseifer Frischemarkt“ und in Altenhundem das „Needles & Pins“…

Gelegentlich schaut auch mal jemand vorbei, der später auf der Leinwand zu sehen ist: Der gebürtige Attendorner Jonas Kaufmann präsentierte im Sommer seinen Film „Himbeeren mit Senf“ im „JAC“; demnächst wird auch „Der dritte Gast“ mit Filmmusik von Lukas Steinberg, der ebenfalls aus Attendorn stammt, auf der Leinwand zu sehen sein! Auch Christin Westermann war schon zur Lesung da, und im April gibt es sogar Comedy live im Saal.

Doch Kino soll nicht nur für gute Unterhaltung sorgen, sondern dem Publikum auch Themen mit einem tiefergehenden kulturellen Wert näherbringen: Daher zeigen Christin und Johannes neben Mainstream- immer wieder auch Arthouse-Filme; mit der AG „Es tut sich was“ stellen sie Filmreihen mit gesellschaftskritischen Themen zusammen, verbinden Filme mit Vorträgen, laden zu Schulkinowochen und zum Senioren-Kino ein. Denn anders als deine Couch bietet ein Filmsaal die Möglichkeit, Menschen miteinander zu verbinden, sich gemeinsam und ganz intensiv einem Thema zu widmen!

Ja, die Zeiten von Kohle-Licht-Projektoren und 35mm-Filmtellern, die nach der Aufführung umständlich zurückgespult werden mussten, sind längst vorbei, doch damit ist die Entwicklung längst nicht abgeschlossen. Inzwischen gibt es schon Projektoren, auf die die Filme noch gar nicht abgemischt sind, und auch Christin und Johannes haben schon wieder jede Menge Pläne in der Schublade, die demnächst im „Lichtspielhaus Lennestadt“ und im „JAC Attendorn“ umgesetzt werden sollen. Damit es auch im Sauerland noch lange heißt: Film ab!

Lichtspielhaus Lennestadt, Hundemstraße 57, 57368 Lennestadt

JAC Attendorn, Am Zollstock 8, 57439 Attendorn

https://www.lichtspielhaus-lennestadt.de

https://www.jac-kino.de

https://www.instagram.com/jac.attendorn

https://www.instagram.com/lichtspielhaus.lennestadt

Die Fotos mit Ausnahme des Bildes von Jonas Kaufmann wurden mit freundlicher Unterstützung von Christin und Johannes Cordes zur Verfügung gestellt.

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