ODER: VOM FELD IN DIE VASE…
Wenn du denkst, auf dem Land ist es ruhig, gemächlich, beinahe langweilig – dann hast du ganz sicher noch keinen Sommer im „Landgarten Schauerte“ erlebt. Ich bin jetzt zum vierten Mal in Ulis grünem Paradies gewesen, und jedes Mal hat er mich aufs Neue verblüfft. Dieses Mal war’s vor allem das Blumenfeld, das mich sprachlos gemacht hat. Und das passiert nicht oft… Da stehen sie nun also, diese Sträuße. Nicht gezüchtet, sondern gewachsen. Wild, lebendig, voller Farbe, direkt vom Feld in die Vase! Wenn du also eine echte Blütenpracht für einen besonderen Anlass suchst oder dir einfach den Sommer auf deinen Tisch holen möchtest, auf zum „Gut Mimberge“ in Arnsberg-Holzen:
Frisch gepflückt, mit Liebe gebunden
Vielleicht erinnerst du dich noch: Letztes Jahr ist der „Landgarten Schauerte“ umgezogen. Eine riesige Aktion, bei der nicht nur Beete, Bögen und Bänke ihren Platz gewechselt haben, sondern irgendwie das halbe Leben mit. Man hätte meinen können, Uli lehnt sich danach erst mal zurück, gönnt sich eine Pause, schaut dem Gemüse beim Wachsen zu. Aber wenn du Uli kennst, weißt du: Stillstand ist nicht sein Ding!

Keine Spur von Langeweile – im Gegenteil! Die Workshops laufen wie geschnitten Brot, sind inzwischen komplett ausgebucht, und wenn du noch gehofft hast, schnell einen Platz zu ergattern: Tja, leider zu spät. Aber hey, der Herbst bringt neue Termine! Und bis dahin ist genug zu tun. Zwischen Beeten, Bauernhof und Basteltischen ist jeder Tag voller Ideen, voller Farben, voller Leben. Ulis Hände stecken mitten im Tun, und ehrlich gesagt, gehören sie genau da auch hin.

Und hier kommen die bunten Blüten ins Spiel… Ulis Idee, dir nicht nur Gemüse vom eigenen Acker anzubieten, sondern auch duftende Blumensträuße direkt vom Feld – sie klingt so einfach. So selbstverständlich. Dabei steckt hinter jedem dieser Sträuße und Kränze ein kleiner bürokratischer Kraftakt.

Denn wer im Bio-Betrieb aus einer grünen Wiese ein richtiges Blumenfeld machen will, der muss nicht nur säen, pflanzen und pflegen – sondern auch viele, viele Formulare ausfüllen. Erst zur Landwirtschaftskammer, dann zur unteren Naturschutzbehörde. Von dort zur Wasserbehörde, dann wieder zurück zur Landwirtschaftskammer. Wieder warten, wieder nachfragen, wieder erklären. Irgendwann kam die Bestätigung – ja, du darfst. Aber nur, wenn du gleichzeitig Fläche an anderer Stelle ausgleichst. Gesagt, getan. Und heute wächst auf diesem Stück Erde direkt neben dem Hauptgarten etwas, das in dieser Vielfalt und Schönheit nur selten zu finden ist.


Da stehen sie nun, die Stauden: Phlox, Schafgarben, Anis-Ysop, Sonnenhüte, Glockenblumen, Rosen. Mehrjährige Pflanzen, die Jahr für Jahr wiederkommen und jedes Mal ein bisschen mehr strahlen. Dazwischen wogen Malven und Löwenmäulchen im Wind, Zinnien leuchten in Pink, Gelb und Orange, Rittersporne ragen himmelblau in die Höhe. Und dann diese unendliche Vielfalt an Dahlien – von zart pastellig bis feurig leuchtend. Jede einzelne mit Sorgfalt gezogen, selbst vermehrt, gepflegt, aufgezogen, von der allerersten Wurzel bis zur Blüte. Natürlich aus Bio-Saatgut. Natürlich komplett von Hand.



Und weil Uli weiß, wie Blumen am längsten halten, wird immer ganz frisch donnerstagabends geerntet. Wenn es zu warm ist, kommen die frisch geschnittenen Stängel über Nacht ins Kühlhaus, denn wer Pflanzen so behandelt, dass der Stoffwechsel langsam runterfährt, bekommt Sträuße, die nicht nur für ein paar Tage, sondern oft zwei bis drei Wochen frisch bleiben. Das schafft kein gewöhnlicher Blumenladen, der die Pflänzchen vom Großhandel statt vom eigenen Feld bekommt…









Freitags ist dann der große Straußtag. Morgens früh werden etwa 30 Sträuße gebunden, damit du auch eine schöne Auswahl hast. Jeder ist ein kleines Kunstwerk, prall gefüllt mit über 20 verschiedenen Sorten, um die ganze Vielfalt abzubilden, eng gebunden, von Hand arrangiert. Wenn da mal eine Blüte verwelkt, macht das gar nichts. Einfach zupfen – der Rest hält weiter! Und wenn du magst, kannst du dich auch selbst kreativ austoben: Mit frisch gepflückten Bundwaren wie Dahlien oder Sonnenblumen, zum Selberbinden oder Verschenken.

Bezahlt wird direkt am Selbstbedienungsschrank – bar oder per PayPal – ganz unkompliziert. Den findest du übrigens direkt neben dem Blumenfeld. Folge einfach den Schildern an der Hofzufahrt vorbei, dann immer weiter, bis zum Folientunnel in der schattigsten Ecke des Hofes. Dort wartet ein bisschen Sommer auf dich, zum Mitnehmen und auch zum Vernaschen…


Und falls du einen ganz bestimmten Wunsch hast, etwas Bestimmtes in deinem Strauß möchtest oder einen besonderen Anlass feierst: Auch individuelle Sträuße sind möglich. Ulis Familie hilft, wo es geht – aber die Blumen, die kommen alle aus seiner Hand.

Es blüht und blüht und blüht. Den ganzen Sommer. Den ganzen Herbst. Und auch nach dem ersten Frost stehen noch immer ein paar tapfere Blüher da und machen dir das Wochenende schön. Bis in den November hinein. Wer da noch meint, Blumen seien nur ein nettes Beiwerk – der war noch nie im „Landgarten Schauerte“!

Kürbiszeit voraus
Aber nicht nur das Blumenfeld hat es in sich. Wenn du erst einmal Ulis Kürbisfeld gesehen hast, wirst auch du aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Auf 12.000 Quadratmetern wachsen hier über 100 Sorten – vom klassischen Hokkaido über Butternuts, Spaghetti-Kürbisse, Bischofsmützen bis hin zu leuchtend bunten Zierkürbissen.









Alle Pflanzen wurden selbst im Folientunnel vorgezogen. Und ja, jede einzelne wurde mit der Hand in die Erde gesetzt. Drei Mal hat Uli das gesamte Feld per Hand gehackt, denn Unkraut würde die empfindlichen Kürbispflanzen einfach unterdrücken. Kein Scherz. Kein Unkrautvernichter, kein Traktor. Nur Bio.

Viele der Sorten sind essbar, andere einfach nur wunderschön – aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie erzählen von echter Handarbeit und einem tiefen Verständnis für den Kreislauf der Natur. Und wenn du das alles live erleben möchtest, solltest du dir das letzte Septemberwochenende fett im Kalender markieren: Dann steigt das große Kürbisfest – zwei Tage voller Farbe, Duft und Genuss. Ein Fest für die Sinne.

Bis dahin ist es noch ein bisschen hin – aber ein Besuch am „Landgarten Schauerte“ lohnt sich nun an jedem Freitag. Vielleicht stehst du am Rand des Blumenfeldes und staunst über die Farbenpracht. Vielleicht nimmst du dir einen Strauß vom Selbstbedienungsschrank mit nach Hause oder bestellst dir deinen ganz persönlichen Lieblingsbund. Uli leistet hier wirklich Unglaubliches. Immer wieder. Immer anders. Immer mit Herz. Und wer weiß – vielleicht begegnen wir uns ja beim fünften Besuch? Langweilig wird’s jedenfalls nicht. Wirklich nicht.

Landgarten Schauerte, Uli Schauerte, Mimberge 1, 59757 Arnsberg
