ODER: KUNST IN BLÜTE…
Vergiss Pinsel und Buntstifte, jetzt wird mit dem Spachtel gemalt! Denn wenn Jack Mason aus Drolshagen mal wieder zu seinem Lieblingswerkzeug greift, entstehen ganz zauberhafte Kunstwerke. Sobald ein neues Bild fertig ist, bekommen das allein auf Instagram über 200.000 Follower zu Gesicht… Doch kann ein kleines Display die ganze Schönheit dieser besonderen Technik wirklich gebührend darstellen? Am besten ist, du verschaffst dir selbst einen Eindruck, denn schon ganz bald kannst du Jacks Werke aus nächster Nähe bewundern:
Ich bin inzwischen ein echter Sauerländer geworden
Jack, unser letztes Interview ist schon über drei Jahre her… Ist es dabei geblieben – lässt du den Pinsel weiterhin im Schrank und „malst“ ausschließlich mit dem Spachtel?
Ja, der Spachtel ist absolut mein Ding, fast schon mein Markenzeichen. Ich habe ihn in jeder Größe und in jeder Form. Alle meine Bilder entstehen so, Pinsel brauche ich überhaupt nicht – das einzige Werkzeug, was sonst noch zum Einsatz kommt, ist ein Bleistift, um die Umrisse zu skizzieren.

Das Werkzeug ist gleich geblieben, doch hat sich dein Stil im Laufe der Jahre verändert bzw. weiterentwickelt?
Ich glaube schon… Meine aktuelle Serie „In Bloom“, an der ich seit knapp einem Jahr arbeite, ist etwas mehr surrealistisch geprägt. Anfangs habe ich Tiere und Portraits von berühmten Persönlichkeiten gemalt, aber das macht ja jeder. Inspiriert vom Stil „Pop Surrealism“, ein kleines Stück der großen Kunstwelt, sind es jetzt häufig auch Portraits von Menschen, mit denen dann allerdings etwas Merkwürdiges geschieht. Ich wollte etwas eigenes schaffen, und das ist mir mit meiner aktuellen Serie gelungen: Den Menschen auf den Portraits wachsen Blumen auf dem Kopf und im Gesicht. Zentrales Element sind hier die Augen, die ich teilweise hinter den Blüten verstecke. Augen sind die Türöffner für die Seele – so bleibt dann viel Interpretationsspielraum beim Betrachter.

Kannst du uns einen kurzen Einblick in den kreativen Prozess geben? Wie beginnst du mit einem neuen Werk, und welche Schritte folgen anschließend?
Normalerweise starte ich auf dem iPad; ich mache eine grobe Skizze, schaue, welche Farben zusammenpassen. Wenn ich mit der Komposition zufrieden bin, übertrage ich sie mit Bleistift auf die Leinwand, dann mische ich die Farben und lege los. Das Malen ist ein relativ schneller Prozess, daher mische ich die Farben vorher auf einer Palette und bereite alles vor, um nicht mehr unterbrechen zu müssen. Wenn ich einmal im Fluss bin, möchte ich es auch laufen lassen, denn das ist ja der eigentliche künstlerische Prozess. Kein Bild sieht nachher so aus wie die Skizze auf dem iPad.




Hast du jemals bereut, deine Tätigkeit als Doktor der Geologie hinter dir zu lassen und als Künstler zu arbeiten? Hat dein wissenschaftlicher Hintergrund möglicherweise sogar Einfluss auf dein kreatives Schaffen?
Da gibt es eigentlich keine Überschneidungen, ich habe die geologische Welt komplett hinter mir gelassen. Und nein, ich bereue das überhaupt nicht – das Einzige, was ich manchmal vermisse, wenn ich hier allein in meinem Atelier arbeite, sind Menschen. Das ist schon seltsam, aber mit guter Musik vergeht die Zeit schnell, und wenn meine Frau und meine Kinder nach Hause kommen, ist ja auch alles wieder mit Leben gefüllt.

Gibt es die Möglichkeit, deine Bilder mal in Lebensgröße zu bewundern, etwa bei einer Ausstellung?
Ich habe lange meine Bilder hauptsächlich über Social Media gezeigt, und das ist auch auf große Resonanz gestoßen, aber ich wollte dann damit auch mal in die wirkliche Welt hinausgehen. Ich habe schon einige Gruppenausstellungen gemacht, und im September beginnt meine erste große Einzelausstellung. Das ist in der Sparkasse in Olpe, die Vernissage ist am 09. September um 19 Uhr, die Ausstellung bleibt dann bis zum 11. Oktober. Ich werde dreißig Bilder ausstellen, etwa die Hälfte davon aus der Serie „In Bloom“. Zu den Öffnungszeiten der Sparkasse ist die Ausstellung frei zugänglich, zur Vernissage bin ich dann auch selbst da und stehe für Fragen bereit – jeder ist herzlich eingeladen, vorbeizukommen!

Du hast dich entschieden, einige deiner Werke auch als limitierten Kunstdruck anzubieten. Wie wählst du die Motive hierfür aus, eignen sich alle Bilder hierfür?
Von den Bildern, die ich besonders mag, lasse ich die Kunstdrucke erstellen. Ich habe auch die aktuellen Bilder schon professionell dafür fotografieren lassen, aber ich habe vor der Ausstellung keine Zeit mehr, das noch zu organisieren und online zu stellen. Anschließend werde ich mich aber darum kümmern – wenn man sich zu meinem Newsletter anmeldet, wird man benachrichtigt. Übrigens werden auch die Originale, die bei der Ausstellung nicht verkauft werden, dann in meinem Online-Shop angeboten.

Welche Projekte planst du und welche Ziele hast du für die nähere und fernere Zukunft?
Für dieses Jahr war die Einzelausstellung das Ziel, und wenn das erreicht ist, schaue ich weiter… Es wird vielleicht noch in andere Galerien gehen, auf jeden Fall werde ich aber weiter Kunst mit dem Spachtel schaffen – dann wird es wahrscheinlich noch etwas surrealistischer. Blüten habe ich in den letzten Monaten jedenfalls genug gemalt, da wird es mal Zeit für etwas Neues. Einen konkreten Plan habe ich allerdings noch nicht, also lass dich überraschen!

Als gebürtiger Brite lebst du inzwischen schon seit zwölf Jahren im Sauerland. Bist du so richtig hier angekommen?
Absolut, das Sauerland ist jetzt mein Zuhause. Ich liebe die Landschaft und auch die Menschen, alle sind sehr nett zu mir. Ich habe mich schon nach den ersten Wochen zuhause gefühlt und bin inzwischen ein echter Sauerländer geworden.

Du hast es gehört: Du bist ganz herzlich zu Jacks Ausstellung eingeladen! Und falls dir der Weg nach Olpe doch zu weit ist, gehörst du vielleicht bald zu denen, die seine Arbeit in den sozialen Medien verfolgen – dann eben doch auf einem kleinen Display… 😉
https://www.instagram.com/jack_mason_art/
https://www.facebook.com/jackmasonartist
Die Fotos mit Ausnahme des Titelbildes, des Fotos von den Spachteln und des Bildes „Floral Soul“ zusammen mit Jack wurden mit freundlicher Unterstützung von Jack Mason zur Verfügung gestellt.
