„STEVIE X“ ROCKT DAS DING

ODER : LIVE ON STAGE…

Du kannst leckeres Essen kochen, ohne es zu probieren, du kannst Bilder malen, ohne sie anzuschauen, und du kannst Gitarren bauen, ohne auf ihnen zu spielen – doch so viel Sinn macht das nicht, oder!? Zum Glück hat das auch Steven den Toom erkannt, denn seitdem der Saiteninstrumentenbauer aus Winterberg-Altastenberg mit seiner Band „Stevie X“ auf der Bühne steht, ist das Sauerland wieder um eine musikalische Attraktion reicher:

Das war Magie

Steven, für alle, die den ersten Blogpost nicht gelesen haben – erkläre uns doch noch einmal kurz deine Faszination für Zupfinstrumente und deinen Weg zum „Luthier“?

Schon als Kind habe ich begeistert Gitarre gespielt, und vor elf Jahren habe ich angefangen, sie auch zu bauen. So habe ich meine Begeisterung für das Instrument mit meiner Begeisterung für das Handwerk kombiniert. Das Faszinierende ist, dass man den Klang komplett individuell gestalten kann, es gibt so viele Klangfarben, Töne und Facetten – das macht wirklich Spaß! Deswegen bin ich dann mit 16 Jahren allein nach Belgien gezogen, um meine Ausbildung dort zu machen, seit acht Jahren habe ich nun meine Werkstatt in Altastenberg.

Inwieweit ist das eigene Muszieren wichtig, um ein erfolgreicher Instrumentenbauer zu sein?

Für mich ist es wichtig, weil ich genau weiß, was die Musiker suchen. So kann ich ein bisschen experimentieren, schauen, ob alles passt oder ob noch etwas fehlt. Aber ich kenne auch viele Kollegen, die nicht selbst spielen, das Handwerk trotzdem erlernt haben und gute Gitarren bauen. Die holen sich dann ihr Feedback von befreundeten Musikern. Das mache ich natürlich auch, dennoch ist es sehr hilfreich, im Prozess auch mal selbst ein paar Töne spielen zu können…

Trotzdem hat es Jahre gedauert, bis du dich damit auf die Bühne gewagt hast. Wie kam es dazu, was hat dir den Impuls dazu gegeben?

Zu Schulzeiten hatte ich in Holland eine Band, und als ich dann weggezogen bin, hat sich das aufgelöst. Ich bin auch vorher schon ab und zu mal im Sauerland aufgetreten, aber das waren eher kleinere Auftritte, und eben nur solo…  Ich habe lange keine Leute gefunden, mit denen ich Musik machen konnte, und als ich die dann hatte, konnte es endlich losgehen! Denn „Stevie X“, das bin ja nicht nur ich: Zuerst bin ich gemeinsam mit Maurizio „Mauri“ Neitzel aus Dortmund am Bass aufgetreten, dann kam Daniel „Erdi“ Brötzmann aus Brilon an der Gitarre hinzu, später hat sich Thomas „Tommes“ Rieke, ebenfalls aus Brilon, über Instagram gemeldet; er ist der Drummer, wir haben eine Probesession gespielt und es hat einfach gepasst, und seit ein paar Wochen singt manchmal auch Andrea Naschitzki mit. Aufgrund der Entfernung müssen wir die Proben schon gut planen und vorbereiten, aber wir treffen uns regelmäßig. Angefangen hat das Ganze zu Corona-Zeiten: Das „Fort Fun“ hat auf dem Parkplatz ein Autokino veranstaltet, mit einer Bühne und einem riesigen Bildschirm, und da sind Mauri und ich zum ersten Mal aufgetreten. Eine Woche lang haben wir da jeden Abend Musik gemacht, das war total super, obwohl die Leute so weit entfernet waren und wir nur durch das Hupen der Autos ein Feedback bekommen haben. Von da an wollte ich die Bühne nicht mehr missen, habe mit Mauri Konzerte in Meschede und Geseke gespielt, und dann kamen später noch die Anderen dazu…

Was hat euch inspiriert, den Künstlernamen „Stevie X“ zu wählen? Schaffst du damit bewusst eine Abgrenzung vom Instrumentenbauer und Performer?

Als „Stevie X“ sind wir erst seit Ende letzten Jahres unterwegs. Wir haben mal wieder ein Konzert gespielt, und der Veranstalter fragte, was er auf das Plakat schreiben kann. Wir waren uns dann recht schnell einig, denn „Stevie“ ist mein Spitzname, und ich bin ja schon auch das Gesicht der Band – „X“ ist dann der Multiplikator, der für die Anderen steht. Ehrlich gesagt haben wir uns gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht, das kam einfach so. „Steven den Toom“ wäre als Bandname jedenfalls etwas zu sperrig gewesen… Und ja, ich habe anfangs schon versucht, die beiden Bereiche zu trennen, aber das klappt nicht. Für mich sind das zwar zwei verschiedene Welten, aber es spielt beides ineinander, und wenn ich mit Leuten über den Gitarrenbau spreche, fragen die mich nach meiner Bühnenerfahrung, und umgekehrt.

Spielst du bei deinen Auftritten auf deinen eigenen Instrumenten?

Nein, denn wir spielen ja mit E-Gitarren, und ich baue spanische Konzertgitarren – das würde also nicht funktionieren!

Wie gehst du mit dem Lampenfieber um, bevor du auf die Bühne gehst, und hast du Rituale, die dir helfen, dich zu konzentrieren?

Lampenfieber, so nennt man das auf Deutsch, interessant… Ich kenne das Wort gar nicht, weil ich es wirklich kaum habe. [Lacht] Wenn ich solo spiele, dann schon eher, denn dann ist man gefühlt nackt, alle schauen nur auf dich! Wenn ich mit der Band spiele, stehe ich als Frontman und Entertainer zwar auch im Mittelpunkt, aber ich habe die Rückendeckung – da bin ich dann ganz entspannt. Trotzdem mag ich es nicht, direkt vor dem Auftritt viel reden zu müssen, das ist nicht gut für die Stimme und auch nicht für die Konzentration. Da bin ich dann lieber etwas für mich und ziehe mich zurück, nach dem Auftritt können wir dann gern quatschen!

Normalerweise arbeitest du allein in deiner ruhigen Werkstatt in Altastenberg. Wie fühlt es sich an, plötzlich vor so vielen Menschen zu stehen?

Das ist eigentlich das Beste daran! Ich bin kein introvertierter Typ, und es ist manchmal sehr einsam in der Werkstatt, das passt gar nicht so wirklich zu meinem Charakter, obwohl ich meinen Beruf sehr liebe. So sind die Auftritte eine gute und lebendige Abwechslung zu der sehr konzentrierten Beschäftigung beim Gitarrenbau.

Gibt es einen besonderen Moment während eines Konzerts, der dir in Erinnerung geblieben ist, seitdem du als „Stevie X“ auftrittst?

Ja, das war beim Stadtfest in Winterberg, da sind wir auf der großen Bühne vor richtig vielen Leuten aufgetreten. Ich habe ein Solo gespielt, meine Augen zugemacht und war dann wirklich mal kurz weg: Ich war so in dem Moment, habe die Musik ganz intensiv gefühlt, das Ganze wie aus einer Vogelperspektive erlebt – ich kann das schlecht beschreiben. Das war schon irre, das war Magie!

Auf welchen Musikstil und auf welche Songs darf sich dein Publikum freuen? Ist das Musik, die du auch privat hörst?

Wir machen ein generationsübergreifendes Programm, von den 60er Jahren bis heute, sodass für jeden was dabei ist. Es ist natürlich viel Arbeit, so ein breites Repertoire zu haben, aber es macht Spaß, wieder etwas Neues einzustudieren. Wir spielen auf Hochzeiten natürlich auch ein anderes Programm als auf einem Rock-Konzert, das ist dann alles eine Sache der Absprache. Und ja, das ist auch die Musik, die ich auch privat mag, aber es gibt da ein paar Klassiker wie „Paranoid“  von Black Sabbath oder „Smoke on a water“ von Deep Purple, die ich nicht mehr so oft höre, damit eine frische Energie erhalten bleibt. Wir haben also einige Cover-Songs vorbereitet, aber ich schreibe auch eigene Lieder – so ist es dann für das Publikum sehr abwechslungsreich.

Wo kann man euch in naher Zukunft live erleben?

Am 31. August spielen wir ein Open Air beim Bikerverein in Brilon-Scharfenberg, nämlich das Sommerfest auf dem Karolinenhof; das ist öffentlich, da kann man gerne einfach vorbeikommen. Im September spielen wir auf dem Dorffest in Warstein-Allagen, man findet alle aktuellen Termine auch immer auf unserer Homepage. Außerdem können wir auch für private Veranstaltungen gebucht werden…

Du stammst aus den Niederlanden, lebst aber inzwischen schon fast ein Jahrzehnt im Sauerland. Bist du in der Region heimisch geworden, welche Orte besuchst du gern in deiner Freizeit?

Es ist für mich sehr schön, hier zu sein. Ich habe viele Menschen kennengelernt und Freunde gefunden – klar, man bleibt immer so ein bisschen „der Fremde“, gerade hier auf dem Dorf, aber ich fühle mich angekommen und zuhause. In der direkten Umgebung habe ich viele Möglichkeiten, etwas zu erleben, besonders Winterberg hat ja eine Menge zu bieten. Aber ich bin auch sehr gern im Wald, gehe mal joggen oder ein bisschen die Natur genießen, das Sauerland ist schon eine tolle Gegend!

Ob Unplugged-Session im Garten, sanfte Töne bei der Hochzeit oder ein krachender Auftritt auf der großen Bühne – „Stevie X“ rockt das Ding!  Vielleicht lädst du die Jungs mal zu deinem persönlichen Event ein, vielleicht steht du bei einem ihrer Auftritte in der ersten Reihe… Wie auch immer: Lass es krachen!

Stevie X, Steven den Toom, Renauweg 21, 59955 Winterberg-Altastenberg

https://www.stevie-x-rocks.de/

https://www.instagram.com/stevie_x_/

https://www.facebook.com/StevieXband/

https://www.stevendentoomluthier.com/

Die Bühnenfotos wurden mit freundlicher Unterstützung von Steven den Toom zur Verfügung gestellt.

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