„WOK-WM PART I” – THORE SCHÖLERMANN AUF GOLDKURS

ODER: DEN SIEG NACH HAUSE GEHOLT…

Gestern konnte ich noch nicht ahnen, dass ich mit einem echten Weltmeister spreche. Und Thore Schölermann war tatsächlich auch so heiß darauf, den Sieg bei der fünfzehnten Auflage der „TV total Wok-WM“ nach Hause zu holen, dass man fast schon befürchten musste, er würde die Bahn in der „VELTINS EisArena“ in Winterberg zum Schmelzen bringen… Doch es hat geklappt – gemeinsam mit Sven Hannawald, Thorsten Legat und Pascal Hens hat sich der Iserlohner die Goldmedaille geschnappt. Vielleicht lag es an der guten Vorbereitung, vielleicht an dem starken Team, vielleicht aber auch einfach nur am Heimvorteil:

Wir sind sehr heiß, sehr schwer und sehr motiviert

Thore, unser letztes Gespräch ist nun fast schon ein Jahr her. Wie ist es dir seitdem ergangen, gibt es bestimmte Projekte oder Ereignisse, die dir seitdem besonders in Erinnerung geblieben sind?

Echt verrückt – das ist schon wieder ein Jahr her? Wie schön, dass wir uns passend dazu hier im Sauerland wiedertreffen… Seitdem ist ganz viel passiert, besonders mit der Familie zuhause; zusammen mit unserer Tochter entdecken wir eigentlich jeden Tag Neues. Das ist wirklich schön, denn so entdecke ich auch die Welt noch einmal ganz neu, verstehe, warum ich manche Sachen mache. Beruflich hat sich auch einiges getan: Ich habe sehr viel heruntergefahren. Ich habe entschieden, viele Dinge nicht zu tun, und das, was ich mache, sehr bewusst zu machen, um einfach möglichst viel Zeit für die Familie zu haben. Ich merke gerade auch, dass es die beste Entscheidung ist, die ich jemals getroffen habe. Eben nicht alles auf die Karriere zu setzen, sondern so zu optimieren, dass ich die Zeit für die nutzen kann, die mir wichtig sind. Damit meine ich, bei meiner Tochter und bei meiner Frau zuhause zu sein, aber auch meine Eltern im Sauerland zu besuchen oder etwas mit ihnen zu unternehmen. Denn egal, wieviel Geld man hat, Zeit kann man sich am Ende nicht kaufen!

Zur Wok-WM reisen die anderen Teilnehmer aus der gesamten Nation an, für dich ist es fast schon ein Heimspiel. Fühlt es sich auch ein bisschen wie Nach-Hause-Kommen an?

Absolut! Auf der Anfahrt habe ich endlich auch mal Hundesossen, den Ort aus dem Sauerland-Lied, live gesehen, ich habe beim Durchfahren witzigerweise auch Fotos von den ganzen tollen Ortsschildern gemacht und in der Story gepostet… Das ist schon toll, dass das große Fernsehen endlich mal zu uns ins Sauerland kommt. Pro7 kommt zu mir – sonst ist das immer so, dass der Junge aus dem Sauerland ins Studio nach Berlin oder München fahren muss. Da bin ich echt stolz! Mein Herz schlägt einfach für das Sauerland, und es ist sehr schön, hier zu arbeiten.

Ich hoffe, der Dorn sitzt nicht mehr allzu tief und wage mich mal an die Frage: 2015 hast du letztmals und gleichzeitig erstmals an der Wok-WM teilgenommen. Damals ist euer Vierer-Wok mit einem recht großen Abstand auf dem letzten Platz gelandet. Was ist damals schief gelaufen? Und welche Strategien hast du, damit es heute besser klappt?

Die Geschichte tut immer noch weh! Wenn man aber sieht, was passiert ist, ist es deutlich besser zu ertragen: Wir waren bis zur letzten Kurve die Allerschnellsten, haben sogar den Bahnrekord aufgestellt, aber dann hat es uns so dermaßen zerlegt – im Fernsehen hat man das nicht gesehen, weil alle dachten, wir hätten uns schwer verletzt, und dann in die Werbung gegangen sind –, dass wir ins Ziel rennen mussten… Naja, ich bin durch diese Geschichte jedenfalls absolut motiviert und habe mit Sven, Pascal und Thorsten nur Profi-Sportler in meinem Team – wahrscheinlich haben die mich nur wegen meines Gewichtes bei sich aufgenommen. Das macht richtig Bock, weil die noch einmal ganz anders damit umgehen als Leute, die mit Sport nicht viel am Hut haben. Wir sind sehr heiß, wir sind sehr schwer und sehr motiviert – die anderen Teams können sich warm anziehen! Aber was ich auch noch sagen muss: Im Training hat es uns gerade echt zerlegt; es wäre schön, wenn wir das Ding nach Hause holen, aber es wäre noch schöner, wenn wir heute Abend ohne Gips und größere Blessuren an der Tenne stehen…

Warst du zuvor schon einmal in der „VELTINS EisArena“? Wie unterscheidet sich die Strecke von der in Innsbruck?

Die Strecke kannte ich tatsächlich noch gar nicht; ich war hier in Winterberg natürlich mal zum Skifahren, aber an der Bobbahn bin ich zum ersten Mal. Nach den ersten Fahrten ist aber schon klar, dass die Kurve 9 echt gefährlich ist. Der größte Unterschied zwischen den beiden Bahnen ist aber für mich, dass die hier fast vor der Haustür ist; auf dem Rückweg fahren wir noch bei meinen Eltern vorbei, das fühlt sich schon anders an, als irgendwo in Österreich unterwegs zu sein.

Wie ist das Verhältnis zu euren Konkurrenten bei der Wok-WM? Gibt es einen besonderen Rivalen, den du im Auge behalten möchtest?

Der ewige Rivale ist Team Irland mit Joey Kelly. Das ist immer die Benchmark, der ist super vorbereitet und super heiß. Natürlich will man immer versuchen, ihn und sein Team wegzuhauen – mal schauen, ob das gelingt. Und natürlich will man sich auch vor den TikTokern keine Blöße geben, die haben zwar Millionen Follower, müssen aber hier auf dem Eis auch echt mal die Hose runterlassen. Da zählt nur die Zeit, und nicht die Reichweite…

Auch deine Frau Jana und deine Tochter sind mitangereist. Versteht Ilvi schon, warum Papa sich hier in einen überdimensionalen Kochtopf setzt und Suppenkellen an den Füßen hat?

Ilvi hatte eben ein bisschen Angst vor mir. Die fragt sich, warum Papa plötzlich aussieht wie RoboCop. Und meine Frau war anfangs auch echt skeptisch, was meine Teilnahme hier angeht. Die Verletzungsgefahr ist ja nun mal auch nicht ganz unerheblich. Aber damit ich nicht ganz abhebe, sind die Beiden nun mitgekommen, um mich zwischendurch immer mal wieder zurück auf den Teppich zu holen.

Nicht nur bei der Wok-WM, sondern auch bei „The Voice of Germany“ wird es gerade richtig spannend. Erstmals ist auch eine komplett neue Jury dabei. Wie erlebst du die Zusammenarbeit mit den neuen Coaches?

Es ist so viel neu in dieser Staffel, dass „The Voice“ sich tatsächlich anders anfühlt als vorher. Die ganzen Vibes haben sich irgendwie geändert. Auch sehr positiv, aber halt anders, ich muss mich da noch dran gewöhnen. Aber ausschlaggebend ist ja nicht, was ich denke, sondern das Feedback der Talente. Und die sind echt happy, fühlen sich von uns ernst genommen und gut behandelt; das ist das Allerwichtigste… Die neuen Coaches sind auch echt super: Mit Giovanni bin ich ohnehin gut befreundet, Ronan ist ein sehr feiner Typ, hat schon auf allen großen Bühnen der Welt gestanden und ist dabei total auf dem Boden geblieben, und auch Bill und Tom sind sehr entspannt, nehmen sich nicht zu ernst, sind sehr witzig. Da macht das Arbeiten auf jeden Fall Spaß! Und wenn eine Sendung so lange läuft, muss man die Sachen zwischendurch auch immer mal wieder neu überdenken, aber eine Konstante muss immer bleiben: An der Moderation sollte man nie etwas ändern! 😉

Am 08. Dezember ist das große Finale. Kannst du dann auch in die wohlverdiente Winterpause gehen oder stehen noch weitere Projekte an?

Nach „The Voice“ geht es noch ein bisschen weiter und wir sind unterwegs; deswegen haben wir auch gesagt, dass wir den Weihnachtsbaum dieses Jahr schon ein bisschen früher fällen und schmücken – das hat inzwischen Tradition bei uns und darf auf keinen Fall zu kurz kommen. Weihnachten ist uns sehr wichtig, aber manchmal verschieben wir bestimmte Rituale ein bisschen nach vorne oder nach hinten. Wenn ich vom letzten Job nach Hause fahre, höre ich immer ganz kitschig „Driving home for Christmas“, und dann hoffe ich auch, dass ich ins Sauerland kommen kann und da vielleicht sogar ein bisschen Schnee liegt. Jetzt, wo die Kleine weiß, dass das Christkind kommt, hat sich das Game sowieso nochmal geändert – und gerade weil das Jahr so voll ist, ist es schön, dann einmal ein bisschen zur Ruhe zu kommen.

Bevor wir jetzt aber zu schnell in weihnachtliche Stimmung verfallen, geht erst einmal ein ganz herzlicher Glückwunsch an das Team „Deutschland 2 – ZOLL Karriere“ – wirklich eine großartige Leistung! Und auch in einem der nächsten Blogposts wird sich alles um einen echten Weltmeister drehen, denn Sven Hannawald hat den Titel nicht erst seit gestern Abend, sondern seit über zwei Jahrzehnten. Aber das ist eine andere Geschichte…

https://www.instagram.com/thoreschoelermann/

https://www.instagram.com/janaschoelermann/

Die Fotos mit Ausnahme des Titelbildes und des Fotos von Thore und Sven im Bob wurden mit freundlicher Unterstützung von Thore Schölermann (Fotos von der Wok-WM: Jana Schölermann) zur Verfügung gestellt.

Hinterlasse einen Kommentar