LECKERES AUS DER „SAUERLÄNDER FORELLENZUCHT RAMEIL“

ODER: FRISCHER FISCH AUS DEM GLEIERTAL…

Du spürst es gerade überall ein bisschen. Die Tage werden heller, aber noch ist es kühl und grau. Fastenzeit. Eine Zeit, in der vieles bewusster wird. Vielleicht auch dein Blick auf das, was du isst. Und dann steht sie schon vor der Tür – die Karwoche. Im Sauerland gehört dazu eine ganz besondere Tradition, die sich hält. Karfreitag heißt Fisch. Punkt. Vielleicht denkst du dabei zuerst an den Einkauf. Was kommt auf den Tisch, wo bekommst du hier fernab der Weltmeere guten, frischen Fisch her? Wenn du dich darauf einlässt, führt dich dieser Gedanke raus aus der Küche. Raus aus dem Alltag, hinein in die „Sauerländer Forellenzucht Rameil“ in Lennestadt-Gleierbrück. Dorthin, wo Wasser leise durch Teiche fließt, wo früh am Morgen schon gearbeitet wird, und wo Tradition nicht nur ein Wort ist, sondern gelebt wird. Genau dort beginnt eine Geschichte, die tief im Sauerland verwurzelt ist. Eine Geschichte von Menschen, die seit Generationen mit dem Wasser arbeiten, die mit der Natur gehen statt gegen sie – und die etwas schaffen, das du nicht nur schmeckst, sondern auch ein Stück weit fühlst:

Ein Blick zurück

Wenn du heute durch das Gleiertal gehst, nimmst du vielleicht zuerst die Ruhe wahr. Das leise Plätschern des Wassers, die Teiche, die sich wie selbstverständlich in die Landschaft einfügen. Alles wirkt, als wäre es schon immer genau so gewesen. Und genau das täuscht ein bisschen. Denn hinter dieser scheinbaren Selbstverständlichkeit steckt eine Geschichte, die weit zurückreicht – und die mit einem Mann beginnt, der einfach machen musste: Ende des 19. Jahrhunderts lebte hier Emil Rameil. Zehn Kinder, ein Haus, viel Verantwortung. Da bleibt nicht viel Raum für „mal schauen“. Da wird angepackt. Emil war vielseitig, fast schon ein Allrounder seiner Zeit. Er arbeitete mit dem Pferdefuhrwerk, betrieb eine Metzgerei – und hielt immer die Augen offen für neue Möglichkeiten.

Irgendwann kam dann der Fisch ins Spiel. Emil bekam die Erlaubnis, in der Lenne zu fangen und die Fische zu verkaufen. Eigentlich eine gute Idee. Frischer Fisch, direkt aus der Region. Doch die Realität war alles andere als planbar. Du kannst dir das vorstellen wie ein ständiges Auf und Ab. An manchen Tagen fing er reichlich – doch ausgerechnet dann wollte niemand Fisch kaufen. Und wenn die Nachfrage da war, blieb das Netz leer. Ein Geschäft, das vom Zufall lebte. Und vom Wetter. Und vom Timing. Aber genau hier zeigt sich, was diesen Ort bis heute prägt. Emil Rameil hat nicht aufgegeben. Er hat nachgedacht. Beobachtet. Und schließlich eine Lösung gefunden, die so einfach wie genial war: Er baute Hälterteiche. Fing die Fische, setzte sie dort ein und wartete. Verkauft wurde nicht mehr sofort, sondern dann, wenn die Nachfrage da war. Plötzlich hatte er etwas, das vorher fehlte. Kontrolle. Planbarkeit.

Dieser Gedanke war der Anfang von etwas Größerem. Um sicherzugehen, wandte sich Emil Rameil an den Fischereiverband in Münster. Die nahmen eine Wasserprobe aus dem Gleierbach – und das Ergebnis war eindeutig. Besser hätten die Bedingungen kaum sein können. Kaltes, klares Wasser. Perfekt für Forellen. 1901 gründete Emil Rameil die „Sauerländer Forellenzucht“. Und was dann folgte, kannst du dir heute kaum noch vorstellen. Bis 1910 entstanden 17 Teiche. Nicht mit Maschinen. Nicht mit Baggern. Sondern mit Muskelkraft, mit Schaufeln, mit Pferdefuhrwerken. Stück für Stück wurde das Tal geformt. Jeder Teich ein kleines Projekt für sich.

Wenn du heute dort stehst, blickst du also nicht nur auf Wasserflächen. Du schaust auf echte Handarbeit. Auf Ausdauer. Auf den Mut, etwas Neues zu beginnen, obwohl es dafür kaum Vorbilder gab. Denn damals steckte die Forellenzucht in Deutschland noch in den Anfängen. Erst seit etwa 1880 wurde sie überhaupt betrieben. Emil Rameil war also nicht einfach nur dabei – er war vorne mit dabei. Ein echter Pionier.

1913 übernahm sein Sohn Hugo den Betrieb. Die Anlage wurde weiter ausgebaut, wuchs mit jeder Generation ein Stück mehr. Später folgte der nächste Wechsel. 1955 übernahm Emil Rameil, benannt nach seinem Großvater. Auch er setzte seine eigenen Akzente, baute weitere Aufzuchtteiche und entwickelte den Betrieb weiter. Und während sich draußen die Welt veränderte, blieb hier etwas bestehen. Nicht als Stillstand, sondern als Entwicklung mit Zeit. Denn hier geht es nicht um schnelle Erfolge. Nicht um kurzfristige Trends. Hier wächst etwas über Jahrzehnte. Über Generationen hinweg:

Die vierte Generation

Heute ist es Thomas Rameil, der diese lange Geschichte weiterschreibt. Und wenn du genau hinschaust, merkst du schnell: Er tut das auf seine ganz eigene Art. 1984 steigt er nach seiner Ausbildung zum Fischwirtschaftsmeister in den Familienbetrieb ein. Kein Sprung ins kalte Wasser, sondern ein bewusstes Hineinwachsen. Lernen, verstehen, weiterdenken. 1996 übernimmt er den Betrieb dann gemeinsam mit seiner Frau Angelika – und mit dieser Übernahme kommt nicht nur Verantwortung, sondern auch eine Menge eigener Ideen: Ab 1999 verändert sich ein Teil des Tals noch einmal ganz neu. Weiter oben, dort wo vorher einfach nur Wiese war, entsteht etwas, das es so im Kreis Olpe vorher noch nicht gab. Die Angelanlage „Sauerländer Anglerglück“.

Am Anfang sind es fünf Teiche. Mit viel Arbeit, viel Eigenleistung, viel Vorstellungskraft wird aus einer freien Fläche ein Ort, an dem du selbst aktiv werden kannst. Später kommen noch zwei weitere Teiche dazu. Und vielleicht stellst du dir jetzt einfach mal vor, du bist selbst dort. Früh am Morgen. Die Luft ist noch frisch, ein leichter Nebel liegt über dem Wasser. Du hast deine Ausrüstung dabei, suchst dir deinen Platz… Wenn du einen Fischereischein hast, kannst du hier genau das tun. Angeln, ganz in deinem Tempo. Geöffnet ist ab April, von Donnerstag bis Sonntag, jeweils ab 7 Uhr. Du bringst dein eigenes Equipment mit – alles andere ist längst vorbereitet.

Aber dieser Ort ist mehr als nur ein Angelspot. Du findest einen Grillplatz, an dem später vielleicht dein Fang landet. Eine Sonnenterrasse, auf der du einfach sitzen und schauen kannst. Eine gemütliche Hütte für Pausen, wenn du dich aufwärmen willst. Und sogar einen Spielplatz, falls du nicht allein unterwegs bist. Es ist einer dieser Orte, an denen du merkst, wie schnell aus ein paar Stunden ein ganzer Tag wird.

Während oben im Tal geangelt wird, läuft unten etwas, das du auf den ersten Blick kaum wahrnimmst – und das doch das Herzstück von allem ist: Das Wasser. Der Gleierbach liefert es, und es fließt terrassenförmig durch die gesamte Anlage. Von Teich zu Teich, ganz natürlich, ohne große Eingriffe. Am Ende gelangt es wieder zurück in den Bach. Ein Kreislauf, der seit Generationen funktioniert. Für die Forellen bedeutet das: Fließendes, frisches Wasser – genau so, wie sie es brauchen. Eine Kühlung ist nicht nötig. Die Haltung ist extensiv, nah an der Natur. Wenn du es genau betrachtest, wirkt das System fast wie eine natürliche Kläranlage. Das Wasser wird nicht belastet, sondern bleibt im Gleichgewicht.

Und trotzdem zeigt sich auch hier, wie sehr sich die Bedingungen verändern. Früher flossen selbst im Sommer rund 80 Liter Wasser pro Sekunde durch die Anlage. Heute sind es an heißen Tagen manchmal nicht einmal mehr 15 Liter. Ein riesiger Unterschied. Dann muss technisch unterstützt werden. Das Wasser wird zusätzlich belüftet, damit der Sauerstoffgehalt stabil bleibt und die Fische weiterhin gute Bedingungen haben.

Du merkst also: Auch hier ist nichts statisch. Alles ist im Wandel. Und trotzdem bleibt der Grundgedanke derselbe. Mit der Natur arbeiten. Nicht gegen sie.

Ein Stück weiter, in Saalhausen, beginnt diese Geschichte sogar noch früher. Im Bruthaus. Hier ist es ruhig. Dank der Quellwasserschüttung herrschen konstante Wassertemperaturen zwischen 8 und 12 Grad – genau das, was für die Zucht gebraucht wird. Unabhängig von Jahreszeiten, unabhängig vom Wetter.

Jedes Jahr schlüpfen hier rund eine Million Fische. Eine Zahl, die du dir erstmal vorstellen musst. Die Eier kommen je nach Jahreszeit aus unterschiedlichen Regionen. Aus Süddeutschland, aus Dänemark oder aus Frankreich. Etwa 100.000 Stück werden dann zeitgleich eingesetzt. Und dann beginnt ein Prozess, der Geduld braucht. Nach etwa drei Monaten entwickeln sich daraus 80.000 bis 90.000 kleine Fische.

Diese ziehen dann weiter ins Gleiertal. In die oberen Teiche. Dort bleiben sie 12 bis 15 Monate, wachsen langsam heran und wandern – je nach Alter – Stück für Stück in die tiefer gelegenen Teiche. Ein System, das sich über Jahrzehnte entwickelt hat und heute perfekt ineinandergreift.

Auch bei der Fütterung hat sich viel verändert: Früher wurden Schlachtabfälle genutzt. Um ein Kilo Fisch zu erzeugen, brauchte es etwa fünf Kilo Futter. Später kam Hochseefisch dazu – eiweißreicher, effizienter. Seit Anfang der 70er Jahre wird mit Trockenfutter gearbeitet. Hochwertig, genau abgestimmt – aber auch deutlich teurer. Heute liegt das Verhältnis bei eins zu eins. Ein Kilo Futter für ein Kilo Fisch. Effizienter geht es kaum. Gleichzeitig sind die Kosten in den letzten Jahren stark gestiegen. Fast verdoppelt. Und dazu kommt eine weitere Herausforderung, die du überall spürst: der Klimawandel. In den unteren Teichen steigen die Wassertemperaturen im Sommer inzwischen auf bis zu 25 Grad. Zu warm für Forellen. Dort können sie nicht mehr gehalten werden. Und genau hier zeigt sich wieder dieser typische Rameil-Weg. Nicht einfach mehr produzieren. Nicht auf Masse setzen. Sondern umdenken. Neue Ideen entwickeln. Neue Wege gehen.

Eine dieser Ideen kannst du direkt erleben. Die moderne Räucherei. Hier entsteht aus dem, was im Wasser gewachsen ist, ein echtes Genussprodukt. Dazu kommt der umgebaute Hofladen. Und wenn du dort reingehst, merkst du sofort: Das ist kein gewöhnlicher Einkauf. Das ist ein Erlebnis. Du kannst die Fische sehen. Vielleicht gerade frisch aus dem Wasser. Du kannst einen Blick in die Räucherei werfen, den Duft wahrnehmen, der in der Luft liegt. Du verstehst plötzlich, wo dein Essen herkommt.

Im Sortiment findest du eine ganze Vielfalt. Lachsforellen, Goldforellen, Regenbogenforellen, Bachforellen, Saiblinge. Alles sogenannte Salmoniden – erkennbar an dieser kleinen Fettflosse hinten. Ob fangfrisch oder frisch geräuchert – hier bekommst du Qualität, die du schmeckst.

Und selbst wenn du nicht persönlich vorbeikommen kannst, gibt es einen Weg zu dir nach Hause. Über den Onlineshop. Heute noch im Teich, morgen schon auf deinem Teller. Selbst im Sommer funktioniert das – dank optimierter Verpackung und durchdachter Kühlung.

Vielleicht ist der Weg sogar noch kürzer, als du denkst. Denn die „Sauerländer Forellenzucht Rameil“ beliefert rund 60 Märkte in der Region. Zweimal pro Woche. REWE, HIT, Dornseifer – im gesamten Sauerland, im Siegerland und sogar bis hinter Köln. Gut möglich also, dass dein Fisch schon ganz in deiner Nähe auf dich wartet.

Vom Ei bis zum fertigen Räucherfischprodukt – alles liegt in der „Sauerländer Forellenzucht Rameil“ in einer Hand. Und wenn du jetzt nochmal an den Anfang zurückdenkst: An diese ruhige Stimmung, an die Fastenzeit, an den bevorstehenden Karfreitag, dann fühlt sich das Ganze vielleicht ein kleines bisschen anders an. Nicht mehr nur wie eine Tradition. Sondern wie eine bewusste Entscheidung. Für Qualität. Für Handwerk. Für ein Stück Sauerland, das du wirklich schmecken kannst. Vielleicht sitzt du schon bald am Tisch, nimmst den ersten Bissen – und hast plötzlich Bilder im Kopf. Vom Gleiertal. Vom Wasser. Von all den Schritten, die nötig waren, bis genau dieser Fisch bei dir angekommen ist. Und genau dann schließt sich der Kreis. Zurück zu dem, was wirklich zählt. In diesem Sinne: Frohe, genussvolle Ostern!

Sauerländer Forellenzucht, Familie Thomas Rameil, Saalhauser Straße 8, 57368 Lennestadt-Gleierbrück

https://www.forellenzucht-rameil.de/

https://fischversand24.de/

https://www.instagram.com/forellenzucht_thomas_rameil/

https://www.facebook.com/forellenzuchtrameil/?locale=de_DE

Die historischen Fotos, die Drohnenaufnahmen und der Zubereitung des Fisches wurden mit freundlicher Unterstützung von Thomas Rameil zur Verfügung gestellt.

Hinterlasse einen Kommentar