AUSFLUG ZUR „CAFÉ-STUBE STETTNER“

ODER: FRÜHLING, KUCHEN, GLÜCKSMOMENTE…

Hand aufs Herz – du hast doch auch keine Lust mehr auf grauen Wintermodus. Du willst raus. Sonne ins Gesicht, Wind in den Haaren, Schuhe an und los. Kein Termindruck, kein Großstadttrubel. Einfach Natur. Und am besten ein Ziel, das dich schon beim Gedanken daran lächeln lässt. Mitten im Grünen, in den Wäldern des Veischedetals, versteckt sich so ein Ziel – die „Café-Stube Stettner“. Und wie findest du sie? Auf der B55 zwischen Kirchveischede und Oberveischede hältst du Ausschau nach einem Traktor. Genau da biegst du ab. Nur ein paar hundert Meter noch – und zack, fühlt sich alles anders an. Ruhiger. Weiter. Grüner. Denn hier oben liegt sie, eingebettet in Wiesen, Wald und Weite, liebevoll aufgebaut von Petra und Karl Stettner. Rund um die Gebäude grast Damwild im Gehege, das ganz nebenbei zur Landschaftspflege beiträgt. Drei Teiche glitzern zwischen den Bäumen. Es ist so still, dass du automatisch leiser wirst. Und tiefer atmest:

Zwischen Wildgehege und Kuchenduft

Was heute wie ein kleines Idyll wirkt, hat Geschichte. Unten in Lennestadt-Bruchhausen führten Petras Eltern einst eine Pension an der Hauptstraße. Doch der Verkehr wurde lauter, die Sehnsucht nach Ruhe größer. Also zog die Familie weiter nach oben ins „Wilde Tal“. Moorgebiet, Wiesen, unebenes Gelände – viel Natur, viel Arbeit. 1960 errichtete Petras Vater, Josef Schauerte, hier eine neue Pension. Damals mit Vollpension. Vieles kam aus eigener Landwirtschaft. Selbst die Butter wurde selbst gemacht. Ende der 60er-Jahre folgte ein zweites Haus mit Stallungen und vier weiteren Pensionszimmern. Ein Familienprojekt durch und durch.

Und heute? Petra stand irgendwann vor der Frage, ob sie übernimmt. Sie hat gezögert. Und sich dann doch entschieden, diesen besonderen Ort weiterzuführen und für ihre Gäste zu öffnen – natürlich mit Unterstützung ihres Mannes Karl und ihrer Tochter Kassandra.

Die früheren Pensionszimmer wurden zu gemütlichen und liebevoll eingerichteten Ferienwohnungen mit Blick auf das Damwildgehege umgebaut. So geht Urlaub im Grünen! Und 2012 bekam auch das Erdgeschoss der ehemaligen Pension eine neue Bestimmung – nämlich ein Café, das Herzklopfen macht:

Genießen wie zu Omas Zeiten

Wo du heute deinen Kaffee trinkst, war früher schon der Gastraum der Pension. Die Tische stehen noch immer dort. Und drum herum ist über die Jahre eine kleine Schatzkammer entstanden. Alte Möbel, geerbte Stücke, Geschenke von Gästen. Nichts geschniegelt, nichts gestriegelt, sondern echt, charmant und voller Charakter.

Wenn du reinkommst, machst du erst mal einen Rundumblick. Und dann noch einen. Hier ein altes Emaille-Schild. Dort eine Kanne, die Geschichten erzählen könnte. Zwei Gasträume mit Kaminofen und traumhafter Aussicht warten auf dich. Draußen lockt die große Sonnenterrasse. Und egal, wo du sitzt – überall gibt es etwas zu entdecken.

Und dann dieser Duft. Hausgemachter Kuchen. Petra backt selbst. Kein großes Team, keine industrielle Backstube, keine aufwendigen Fondant-Türme. Sondern Kuchen nach Omas Rezepten. Gedeckter Apfelkuchen ist immer dabei. Alles andere richtet sich nach der Saison. Erdbeeren im Sommer, Zwetschgen im Spätsommer. Ehrlich, bodenständig, unglaublich gut.

Geöffnet ist sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr. Zur klassischen Kaffeezeit solltest du besser reservieren. Viele Wanderer kommen von der Hohen Bracht oder vom Veischeder Sonnenpfad hierher. Erst Natur, dann Kuchen. Oder umgekehrt. Beides funktioniert hervorragend.

Vor oder nach deinem Stück Apfelkuchen drehst du noch eine Runde ums Wildgehege. Du hörst das Rascheln im Gebüsch, siehst vielleicht ein Tier zwischen den Bäumen. Spürst den federnden Boden unter deinen Schuhen. Und merkst, wie sich dein Kopf sortiert. Ganz von selbst.

Die „Café-Stube Stettner“ ist kein Event. Kein Trend. Kein Ort für Eilige. Sie ist ein Gefühl. Ein bisschen wie früher. Nur dass du heute selbst entscheidest, wann du dir diese Pause gönnst. Also schnapp dir deine Lieblingsmenschen – oder fahr einfach allein los. Der Frühling wartet nicht. Und der gedeckte Apfelkuchen erst recht nicht…

Café-Stube Stettner, Petra und Karl Stettner, Bruchhausen 9, 57368 Lennestadt

https://www.haus-stettner.de/

https://www.instagram.com/cafestube.stettner/

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