ODER: HOPFEN IM HERZEN, SOEST IM BAUCH…
Wenn du an ein Brauhaus denkst, hast du wahrscheinlich sofort ein bestimmtes Gefühl im Kopf, oder!? Ein frisch gezapftes Bier in der Hand, der Duft von Malz und Hopfen in der Luft, Stimmengewirr, Lachen und dieses ganz besondere Gefühl von Gemütlichkeit. Und genau in diesem Moment bist du dem „Brauhaus Zwiebel“ in Soest schon ziemlich nah… Mitten in der historischen Altstadt, nur einen Katzensprung von der Paulikirche entfernt, erwartet dich kein austauschbares Restaurant, sondern ein Ort, der lebt. Hier wird nicht nur Bier ausgeschenkt, hier wird es auch gebraut. Seit über drei Jahrzehnten entstehen im Brauhaus Zwiebel eigene Bierspezialitäten, vom hellen Klassiker über dunkle Sorten bis hin zu Weizen und saisonalen Bieren. Wenn du dein Glas hebst, weißt du genau, woher der Inhalt kommt und wer dahintersteht. Und weil ein gutes Bier Hunger macht, wartet außerdem eine Küche auf dich, die genauso bodenständig ist wie das Bier selbst. Deftige westfälische Klassiker, große Portionen und ehrliche Gerichte, die satt und glücklich machen:
Eine lange Geschichte
Wenn du durch die Tür des Brauhauses trittst, stehst du nicht einfach in einem Restaurant. Du stehst in einem Haus mit einer langen Geschichte. Erbaut wurde es 1592, lange bevor hier jemand an Braukessel dachte. Bis 1955 war das Gebäude eine Bäckerei, später bekannt als die „Bäckerei Wieners“, nachdem Hermann Wieners das Haus kaufte.

Ab 1982 wurde das Gebäude von Ulrike und Manfred Wieners grundlegend saniert und Schritt für Schritt zum heutigen „Brauhaus Zwiebel“ umgebaut. 1983 wurde eröffnet, 1993 folgte die Brauerei direkt im Erdgeschoss. Ein wichtiger Moment, denn ab da wurde hier nicht nur ausgeschenkt, sondern auch selbst gebraut – übrigens in Soests einziger Brauerei.

2001 kam mit dem „Gasthaus Aloisius“ ein weiterer Standort dazu, direkt gegenüber der „Zwiebel“, ebenfalls in den Räumen der früheren Bäckerei. 2016 zog die Brauerei dorthin um, was die Braukapazität verdoppelte. Die alten Braukessel sind dennoch bis heute im Erdgeschoss des Brauhauses zu sehen und erinnern daran, wo alles begann. Seit 2021 führt Jens Wieners, die zweite Generation im Familienbetrieb, das „Brauhaus Zwiebel“, das „Gasthaus Aloisius“, die Brauerei und die Eventgastronomie „Zwiebels Sudhaus“.

Unterstützt wird er seit vorletztem Jahr von Dietlind Wegener, die als Gastronomieleitung mit an Bord ist. Auch sie kennt die Zwiebel von klein auf. Ihr Vater hat hier schon seit den Anfängen gearbeitet – Gastronomie liegt also auch bei ihr in der Familie. Für Dietlind war immer klar, dass sie diesen Weg ebenfalls gehen möchte.

Und wie fühlt es sich an, in diesem über 400 Jahre alten Renaissance-Fachwerkhaus zu sitzen? Die knarrenden Böden unter deinen Füßen, die gemütlichen Räume und der Blick auf die kupfernen Sudkessel holen dich sofort ab. Du sitzt entweder im Erdgeschoss oder im ersten Stock, verbunden durch eine erhabene Treppe, umgeben von viel Holz, verwinkelten Ecken und genau diesem urigen Flair, das du dir unter einem echten Brauhaus vorstellst.

Seit 1991 gibt es außerdem den Wintergarten. Lichtdurchflutet, genauso gemütlich wie der Rest des Hauses, nur mit etwas mehr Weite und einem schönen Blick nach draußen.

Und der ungewöhnliche Name? Den verdankt das Brauhaus einer Reise. Manfred Wieners war unterwegs in einem Gasthaus namens „Zwiebel“. Der Name und das Gefühl dort gefielen ihm so gut, dass er beschloss, auch seinem eigenen Haus diesen Namen zu geben. Und heute kannst du dir Soest ohne diese „Zwiebel“ kaum noch vorstellen:
Mehr als nur ein Bier
Wenn du zum Essen ins „Brauhaus Zwiebel“ gehst, solltest du definitiv Hunger mitbringen. Das Haus ist berühmt für seine großen Portionen und ganz besonders für seine Schnitzel. In allen möglichen Variationen. Das bekannteste ist wohl das Käse-Sahne-Schnitzel mit einer geheimen Sauce, deren Rezept seit über 40 Jahren streng gehütet wird. Die Küche steht für ehrliche, bodenständige und traditionsreiche Gerichte, irgendwo zwischen 90er-Jahre-Klassikern und zeitgemäßen Ideen. Gulaschsuppe, Käse-Lauch-Suppe und deftige Hauptgerichte gehören hier genauso dazu wie die Offenheit für Neues. Das vegetarische und vegane Angebot wächst stetig, ohne den Charakter zu verlieren. Westfälisch bleibt es trotzdem. Eher deftig als leicht. Sushi wirst du hier vermutlich nie auf der Karte finden…

Und weil eine deftige Mahlzeit bekanntlich auch durstig macht, werden jedes Jahr mindestens zehn verschiedene Biere gebraut. Immer dabei sind das „Soester Hell“, das „Soester Dunkel“ und das „Soester Weizen.“ Dazu kommen saisonale Sorten wie „Märzen“, „Maibock“ oder „Weihnachtsbock“. Besonders beliebt ist auch das „Soester Saphir Pilsener“, ein mildes, helles Pils, gebraut mit Saphirhopfen.

Ein weiteres Highlight ist das „Anno 1624“, ein dunkles, obergäriges Schankbier, das an die Soester Stadtgeschichte erinnert. Im Sommer sorgt „Zwiebel’s Blondie“ für frischen Genuss. Und darüber hinaus entstehen immer wieder neue, auch mal verrückte Ideen, auf die die Brauer einfach Lust haben. Die Rezepturen werden selbst entwickelt, die Brauanlage lässt viel Kreativität zu. Nur eines bleibt unverändert: Die Rezepte der Traditionsbiere werden nicht mehr angefasst.

Das Herzstück dieser Brauwelt ist „Zwiebels Sudhaus“. Hier wird gebraut, hier kann aber auch gefeiert werden. Für Events mit bis zu 100 Personen kannst du diesen besonderen Ort mieten. Und wenn du nun auf den Geschmack kommen möchtest: Alle Biere bekommst du im Ausschank im „Brauhaus Zwiebel“ und im „Gasthaus Aloisius“. Und wenn du dir den Geschmack mit nach Hause nehmen willst, kannst du die Biere auch im Shop neben dem Sudhaus in Flaschen kaufen.

Ein letzter, gut gemeinter Tipp: Reserviere deinen Tisch unbedingt über die Homepage, besonders am Wochenende. Sonst kann es passieren, dass du hungrig wieder nach Hause gehst. Und das wäre doch wirklich schade… Denn am Ende ist das Brauhaus Zwiebel kein Ort, den du einfach nur besuchst. Es ist ein Ort, an dem du ankommst. Du setzt dich, bestellst ein Bier, hörst dem Stimmengewirr zu und merkst, wie der Alltag langsam leiser wird. Vielleicht kommst du wegen des Bieres. Vielleicht wegen des Schnitzels. Vielleicht einfach, weil du einen guten Abend haben willst. Ganz egal. Am Ende gehst du mit dem Gefühl, Teil einer langen Geschichte gewesen zu sein. Und mit dem festen Vorsatz, bald wiederzukommen. Denn ein Ort, der so viel Tradition lebt, schmeckt nicht nur gut – er fühlt sich richtig an.




Brauhaus Zwiebel, Jens Wieners, Ulricherstraße 24, 59494 Soest
https://www.instagram.com/brauhauszwiebel/
Das Foto von Jens Wieners sowie die Bilder vom Bier wurden mit freundlicher Unterstützung von Dietlind Wegener zur Verfügung gestellt.
