MUSA SAROGLU UND DIE „PUZZ-LE-ART“

ODER: STÜCK FÜR STÜCK…

Manchmal reicht ein erster Blick, um zu merken, dass irgendetwas nicht stimmt… Du siehst ein Bild, erkennst Farben, Formen, sogar ein Motiv. Und dann merkst du, dass etwas anders ist. Da ist Abstand. Zwischen dem, was zusammengehört. Zwischen den Teilen. Dein Blick bleibt hängen, wandert hin und her, sucht Verbindung. Genau da beginnt die Kunst von Musa Saroglu aus Attendorn. Er malt Bilder und zerschneidet sie dann wieder, Stück für Stück, wie ein Puzzle. Doch statt sie wieder passgenau zusammenzusetzen, lässt er Raum dazwischen. Luft. Stille. Du siehst das Ganze und gleichzeitig die Brüche. Und genau dieser Abstand verändert alles. Das Bild wirkt plötzlich tiefer, ruhiger und gleichzeitig spannender. Was du dabei nicht siehst – den langen Weg dorthin. Denn Musa hat lange an diesem Verfahren getüftelt, ausprobiert, verworfen, neu angesetzt. Wie genau er arbeitet, behält er für sich. Das Geheimnis bleibt Teil der Kunst. Nicht alles wird erklärt, nicht alles aufgelöst, und genau das macht den Reiz aus:

Kinderspiel als Inspiration

Vor vier Jahren habe ich Musa Saroglu zum ersten Mal getroffen. Damals hatte er seine Leidenschaft fürs Malen gerade wieder aufgenommen… Nach der Arbeit, Abend für Abend, über Monate hinweg hat er an einem einzigen Werk gearbeitet. Mit diesem Bild nahm er an einem Kunstwettbewerb teil. Er hat verloren. Es hat nicht gereicht. Musa ist zur Jury gegangen, hat nachgefragt, wollte wissen, warum. In der Jury saß übrigens auch Detlev Kümmel aus Lüdenscheid, bekannt aus „Bares für Rares“. Die Antwort war hart, aber ehrlich: Es fehlte die Geschichte hinter der Kunst. Es fehlte der Wiedererkennungswert des Künstlers. Es fehlten Farben, Akzente.

Du kannst dir vorstellen, wie sich das angefühlt haben muss. Musa war so enttäuscht, dass er kurz davor war, ganz aufzuhören. Und doch ging es nicht. Er malt, seit er ein Kind ist. Das ist keine Phase, das ist ein Teil von ihm. Er hat viel ausprobiert, wollte seine Kunst auf ein anderes Level bringen – aber die zündende Idee ließ auf sich warten. Bis zu diesem einen Abend. Du kennst solche Abende. Die Tochter soll ins Bett gehen, soll vorher noch aufräumen – macht sie aber nicht. Musa sieht das Puzzle auf dem Esstisch liegen. Fragmente, Teile, nichts ist fertig, nichts passt so richtig zusammen. Und plötzlich schlägt es bei ihm ein: Das ist Kunst. Es ist inzwischen spät abends, vor drei Jahren. Musa macht sich erst einmal einen Kaffee, setzt sich hin und beginnt zu skizzieren.

Er malt auf Sandwischplatten, erst einmal nur Farbverläufe. Zu schade wären ihm richtige Bilder gewesen, um sie mit Säge und Fräse zu zerschneiden. Er probiert es trotzdem – es funktioniert nicht. Die Kanten sind nicht akkurat, Rundungen lassen sich nicht schneiden.  Durch das Schneidverfahren sind sogar Bilder abgebrannt. Letztendlich hat Musa nach ungefähr einem halben Jahr Tüftelei das Schneidverfahren für seine Bilder entwickelt womit er akkurat jede Form schneiden kann. Alles andere bleibt sein Geheimnis. Und genau das passt, denn „Puzzle“ bedeutet ursprünglich „Rätsel“. Dieses Rätsel wird hier bewusst nicht gelüftet.

Vieles hat sich also in den letzten Jahren geändert, sein Erkennungszeichen als Künstler aber ist geblieben: Der Hut seines Großvaters. Musa hat ein eigenes Atelier, einen Raum, in dem er sich richtig austoben kann. Die Kunst entsteht neben seinem Beruf als Maschinenbauingenieur – und neben der Familie. Beides gehört zu seinem Leben:

Das Geheimnis zwischen den Teilen

Musa wollte Kunst schaffen, die du nicht einfach drucken kannst. Keine Edition. Nur Unikate. Er suchte daher nach etwas stark Reflektierendem und begann, mit hauchdünner Metallfolie auf Leinwand zu arbeiten. Auch das ist eine Herausforderung. Kleber auf die Leinwand, ganz vorsichtig die Folie anbringen, sie ist extrem dünn. Danach werden die Puzzleteile individuell aufgeklebt.

Die Puzzleteile sind etwa einen halben Zentimeter dick, manchmal sogar bis zu 1,5 Zentimeter. Sie stehen hervor, wirken erhaben. Zusammen mit der Metallfolie entsteht eine starke 3D-Optik. Du willst nicht nur schauen, du willst fühlen. Die Teile werden bei „PUZZ-LE-ART“ wie explosionsartig auseinandergezogen und mit Abstand wieder aufgeklebt. Durch die individuellen Schnitte hat dein Auge ein echtes Problem, das Bild wieder zusammenzusetzen. Und doch sind immer alle Teile da. Genau dieses kleine Scheitern beim Sehen macht es so spannend, vor diesen Werken zu stehen.

Das Design ist geschützt. Kunst kann man nicht patentieren, aber dieses Puzzle-Design von Musa schon. Und dann kommt etwas Besonderes: Wenn du ein Bild kaufst, kannst du es, sofern es noch im Entstehungsprozess ist, gemeinsam mit Musa zusammensetzen. Beim Aufbau mitwirken. Du wirst Teil deines eigenen Bildes. Du findest bei Musa aktuell viele Porträts, Tiere und Comicfiguren. In Zukunft werden auch Autos dazukommen. Und selbst dort kannst du eingreifen: Einzelne Teile austauschen, zum Beispiel ein Nummernschild. Dein Bild, deine Geschichte.

Dieses Jahr hat Musa viel erreicht. Es gab einen TV-Beitrag bei der ProSiebenSat1 Media Gruppe. Die Homepage wurde fertiggestellt. Sechs Ausstellungen, unter anderem in Köln, Dresden und auf der „ARTe“ Kunstmesse in Wiesbaden. Dort hat er Detlev Kümmel wiedergetroffen. Und der war so überzeugt, dass er Musa direkt eingeladen hat: Nächstes Jahr darf er bei „Art meets Antique“ in Lüdenscheid ausstellen – direkt neben Fabian Kahl

Für die Ausstellungen hat Musa Kunst und Beruf verbunden: Er hat einen Roboter angeschafft, der die Teile legt. Das Programm dafür hat er selbst geschrieben. Normalerweise setzt Musa die Teile von Hand, aber der Roboter ist ein echter Eyecatcher auf seinen Ausstellungen.

Dauerhaft kannst du seine Werke im Ärztehaus „HAZ“ in Attendorn und in Plettenberg sehen – zu den Öffnungszeiten jederzeit. Dazu kommen 2026 Ausstellungen in der Volksbank in Olpe und im Rathaus Attendorn. Alle Termine zu Vernissagen findest du auf Musas Homepage. Und wenn du Interesse an einem Werk hast, nimmst du dort direkt Kontakt zu ihm auf.

Heute ist alles da, was damals gefehlt hat: Ein Unikat mit Geschichte, mit Wiedererkennungswert und mit Titel. Und du merkst es sofort, wenn du vor einem seiner Bilder stehst. Du schaust nicht nur. Du suchst. Du denkst. Du wirst Teil des Rätsels, der „PUZZ-LE-ART“…

PUZZ-LE-ART by Mu.Sa. – Musa Saroglu, Zur Vogelsrute 15, 57439 Attendorn

https://puzz-le-art.com/

http://www.musa-saroglu.art/    

https://www.instagram.com/musa.saroglu_art/

https://www.facebook.com/musa.saroglu.52

Die Fotos von den Ausstellungen wurden mit freundlicher Unterstützung von Musa Saroglu zur Verfügung gestellt.

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