„HAND UND WERK“ BRINGT FARBE INS SPIEL

ODER: KERAMIK NEU GEDACHT…

Alles beginnt mit einer leeren Oberfläche und einer Idee, die noch nicht ganz fertig gedacht ist. Genau darum geht es bei „Hand und Werk“ in Soest. Um das Ausprobieren, das Mischen, das Mutigsein. Um Farben, die nebeneinander plötzlich Sinn ergeben, und Linien, die erst beim zweiten Pinselstrich richtig werden. Nalan Schmitz-Taptik und ihre Tochter Zara haben einen Ort geschaffen, an dem Kreativität nicht erklärt, sondern gemacht wird. Vor dir stehen unterschiedlichste Töpferwaren, daneben Farben, Pinsel und jede Menge Inspiration. Du entscheidest selbst, was du daraus machst. Alles liegt bereit, alles darf kombiniert werden… Dann setzt du dich an deinen Tisch und fängst an. Du planst oder legst einfach los. Du arbeitest detailverliebt oder ganz intuitiv. Du bemalst Keramik nach deinen eigenen Vorstellungen und merkst schnell, wie aus einer Idee etwas Greifbares wird. Etwas, das vorher nicht da war. Und weil Kreativität hier nicht mit dem letzten Pinselstrich endet, wird deine Keramik vor Ort gebrannt. Aus Farbe wird Oberfläche, aus Entwurf ein echtes Stück. Handgemacht, individuell und genau so, wie du es dir vorgestellt hast:

Einfach machen

Nalan hat lange dort gearbeitet, wo es um Menschen geht. Viele Jahre als Hebamme, dann vier eigene Kinder und ein großes Engagement an der Waldorf-Schule in Soest, die ihre Kinder besuchten. Später ist sie auf einem zweiten Berufsweg Handarbeitslehrerin geworden und macht das seit über zehn Jahren mit großer Leidenschaft. Denn kreativ war sie eigentlich schon immer. Jetzt sind die Kinder aus dem Haus, sie hat aktuell ein Sabbatjahr in der Schule – und endlich Raum, ihre eigene Kreativität voll auszuleben.

Mit Keramik hatte sie früher gar nicht so viel zu tun. Eher mit Stricken und Häkeln. Der Funke sprang in Brüssel über, als sie ihre Tochter Daria besuchte und dort ein Keramikcafé entdeckte. Die Begeisterung war sofort da. Dazu kommt ihre Liebe zu Flohmärkten, von denen sie regelmäßig Töpferwaren mit nach Hause bringt. Irgendwann war klar: Es braucht einen Ort, an dem sie, aber auch andere Menschen kreativ werden können. Mit den eigenen Händen. Einfach machen.

Der Zufall spielte mit. Nalans Schwester betreibt ein Kosmetikstudio im Zentrum von Soest und bekam mit, dass ein Ladenlokal in der Salzgasse frei wird. Früher ein Tattoo- und Piercingstudio. Ein Anruf, ein kurzer Gedanke, ein Blick in den Raum – und Nalan war sofort begeistert. Obwohl der Plan noch gar nicht komplett stand, unterschrieb sie den Vertrag. Das war im Sommer. Zwei Monate musste sie warten, bis der Laden frei wurde. Für jemanden wie Nalan, die am liebsten direkt anpackt, war das die größte Geduldsprobe des gesamten Prozesses.

Dann ging alles schnell. Innerhalb von sechs Wochen wurde im absoluten Turbo renoviert. Beide Stockwerke. Jeden Tag bis zu zwölf Stunden Arbeit. Alles selbst gemacht, alles nach ihren Vorstellungen. Wände rausgerissen, Tapeten entfernt, Böden freigelegt. Viele Einrichtungsteile second hand gefunden, um diesen authentischen, warmen Flair zu schaffen. Ein alter Schrank wurde kurzerhand zur Küchenzeile mit Herd und Kühlschrank umgebaut. Mit den Händen arbeiten – das ist Nalans Ding. Deshalb stand der Name „Hand und Werk“ auch sehr schnell fest.

Und dann spielte der Zufall Nalan ein zweites Mal in die Karten: Ihre Tochter Zara studiert Marketing und Design in Berlin und musste ein Pflichtpraktikum absolvieren. Dass sie das bei ihrer Mutter machen konnte, passte perfekt. In dieser Zeit hat sie die Webseite aufgebaut und einen sehr erfolgreichen Instagram-Kanal entwickelt. Ein echtes Match. Sie konnte kreativ arbeiten, Verantwortung übernehmen und Dinge ausprobieren, die anderswo so nicht möglich gewesen wären. Auch wenn es im Frühling wieder nach Berlin geht, wird sie ihre Mutter weiter unterstützen.

Für Nalan ist das ein riesiger Gewinn. Und sie betont immer wieder, dass es ohne die Hilfe ihrer Familie nicht gegangen wäre. Ihr Mann, ihr Sohn – alle haben mit angepackt. „Hand und Werk“ ist ein echtes Familienunternehmen. Und genau so konnte dieser Ort entstehen und kurz vor Weihnachten seine Türen für dich öffnen:

Alles darf, nichts muss

Bei „Hand und Werk“ beginnt alles mit weißer Keramik und endet mit deinem eigenen Stil… Und nein, du musst nicht malen können. Es gibt viele unterschiedliche Techniken, die du ausprobieren kannst. Vor Ort findest du Karten, auf denen alles verständlich erklärt ist. Das nimmt die Hemmung und macht den Einstieg leicht. Die Atmosphäre ist ruhig und konzentriert, selbst wenn der Laden voll ist. Du merkst schnell, wie gut es tut, etwas Eigenes zu schaffen – und es später wirklich mit nach Hause zu nehmen.

Du startest oben vor dem großen Regal. Dort suchst du dir deine Keramik aus. Vase, Schale, Teller, Tasse oder sogar ein Hundenapf – alles ist da. Dann wählst du Farben, Pinsel, vielleicht Stempel. Du legst dir alles auf einem Tablett zurecht, setzt dich an einen Tisch und legst los. 2,5 Stunden gehört der Platz dir. Alle Materialien, dein Tisch, der Service und auch das Brennen sind im Preis der Keramik enthalten. Und ganz ehrlich: Das Ganze ist absolut erschwinglich.

Du kannst allein kommen, als kleines Solo-Date mit dir selbst. Oder mit Freundinnen, Familie, Kolleginnen. Du kannst dir kostenlos einen Tisch reservieren, was auch empfohlen ist, denn „Hand und Werk“ ist aktuell sehr gefragt. Gebucht wird immer in Blöcken von 2,5 Stunden.

Währenddessen sind Nalan oder Zara immer vor Ort. Sie beantworten Fragen, geben Tipps und helfen, wenn du unsicher bist. Dein Unikat nimmst du allerdings nicht sofort mit. Die Farbe muss erst trocknen. Danach wird deine Keramik in einem speziellen Ofen bei über 1.000 Grad gebrannt. Erst dadurch bekommt sie ihren Glanz und die Farben halten für immer. Nach sieben bis zehn Tagen kannst du dein Stück abholen – und dein Zuhause um etwas ganz Persönliches reicher machen.

Und das ist noch lange nicht alles. Demnächst werden bei „Hand und Werk“ auch Workshops angeboten, zum Beispiel im Häkeln, Stricken oder zu Tonarbeiten. So soll „Hand und Werk“ auch eine Plattform für andere Künstlerinnen und Künstler werden, die die Räumlichkeiten für eigene Workshops nutzen können. Alle Infos findest du auf der Homepage oder in den sozialen Medien. Dort kannst du dich auch direkt anmelden.

Wenn du Lust hast, Farbe ins Spiel zu bringen, Dinge selbst zu gestalten und Kreativität wirklich zu erleben, dann weißt du jetzt, wo du in Soest hingehen solltest. Du musst nur anfangen. Alles andere entsteht von selbst.

Hand und Werk, Nalan Schmitz-Taptik, Salzgasse 3, 59494 Soest

https://handundwerk-soest.de/

https://www.instagram.com/handundwerksoest/

Das Foto von Nalan wurde mit freundlicher Unterstützung von Nalan Schmitz-Taptik zur Verfügung gestellt.

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