THORSTEN HAVENER LIEST DEINE GEDANKEN

ODER: ZWISCHEN BLICKEN, ILLUSIONEN UND STAUNEN…

Was, wenn du dich täuschst? Was, wenn du glaubst, genau zu wissen, wie Menschen ticken – und plötzlich merkst, dass da noch viel mehr zwischen Blicken, Gesten und Gedanken passiert? Vielleicht hast du dieses Gefühl schon einmal gehabt. Dieses kurze Innehalten. Dieses „Moment mal“… Genau dort beginnt die Welt von Thorsten Havener. Nicht mit Antworten, sondern mit Fragen. Nicht mit Erklärungen, sondern mit Staunen. Er gehört zu den Menschen, die dich dazu bringen, genauer hinzuschauen. Auf dein Gegenüber. Auf Situationen. Und irgendwann auch auf dich selbst. Auf das, was du für sicher hältst – und auf das, was du vielleicht nur zu wissen glaubst. Wahrnehmung, Gedanken, Körpersprache – all das begegnet dir bei ihm nicht trocken oder belehrend, sondern spielerisch, überraschend und oft mit einem Augenzwinkern. Du musst dafür nicht weit reisen, denn schon bald steht Thorsten Havener im Sauerland-Theater in Arnsberg auf der Bühne. Ein Abend, an dem du lachen wirst, staunen wirst und vielleicht mit mehr Fragen nach Hause gehst, als du gekommen bist. Aber genau das ist ja das Schöne daran:

Wir haben das Staunen verlernt

Herr Havener, auf Ihrer Homepage schreiben Sie, dass Sie sich nicht in eine Schublade stecken lassen möchten. Können Sie trotzdem kurz erklären, was genau ein Mentalkünstler ist?

Ein Mentalkünstler ist jemand, der sich mit den Geheimnissen des menschlichen Geistes auseinandersetzt. Ich beschäftige mich im weitesten Sinne mit allem, was mit unseren Gedanken zusammenhängt, mit Wahrnehmung und dem Zusammenhang zwischen dem, was wir denken, und dem, was wir tun. Dazu gehört auch, wie unser Verhalten beeinflusst werden kann, also Manipulation.

Foto: Bernt Haberland

Wie sind Sie zu diesem ungewöhnlichen Beruf gekommen? Und was fasziniert Sie bis heute am meisten daran?

Mich hat immer schon fasziniert, wenn wir uns etwas nicht erklären können. Mit 13 Jahren hatte ich meinen ersten Auftritt als Zauberkünstler, bin also ganz klassisch dazu gekommen. So habe ich entdeckt, was für ein starkes Gefühl das ist, wenn Menschen staunen – ich mag es sehr gerne, dieses Gefühl in anderen wachzurufen. Denn genau dieses Staunen haben wir verlernt, mit unserem Wissen entzaubern wir die Welt. Bei allen Vorteilen, die das zum Beispiel in der Medizin hat, ist es für das persönliche Leben nicht immer sinnvoll, alles zu zerreden. Und das möchte ich bei meinem Publikum ändern: Das Gefühl des Staunens soll wieder aktiviert werden, wenn es aus einer meiner Shows geht, soll es hoffentlich gut unterhalten worden sein, viel gelacht und noch mehr gestaunt haben.

Fotos: Dan Thuy

Stichwort „Gedankenlesen“ – ist es für Ihre Familie und Freunde nicht manchmal unheimlich, dass Sie vermeintlich wissen, was andere denken?

Für meine Familie ist das ja der Normalzustand. Meine Frau hat erst kürzlich gesagt, wie wunderbar es ist, dass ich immer den Tisch im richtigen Restaurant reserviere und schon die Vorspeise bestelle, die sie gewählt hätte. Also, es hat mehr Vor- als Nachteile… Aber stimmt schon, wenn mich Leute neu kennenlernen, bin ich denen manchmal ein bisschen unheimlich – obwohl das ja gar nicht nötig ist! [lacht]

Foto: Bernt Haberland

Wissen Sie eigentlich schon, was ich als Nächstes fragen werde?

Ja, Sie werden als nächstes fragen, was Sie als nächstes fragen möchten.

Fotos: Dan Thuy

Stimmt! Sie haben sieben Bestseller geschrieben, die in 16 Sprachen übersetzt wurden. Wenn ich all diese Bücher lese – kann ich dann tatsächlich meine Mitmenschen besser einschätzen?

Ja, das glaube ich schon, denn es war mein Ziel, meine Arbeit neben all den Illusionen und der Bühnentätigkeit auch im Alltag anwendbar zu machen. Als Bühnenperson habe ich mich sehr intensiv mit Beeinflussung und Körpersprache befasst, und das sind Themen, die uns alle ständig betreffen. Der Erfolg der Bücher hat mich dann aber selbst auch überrascht – mir war nicht klar, dass meine Themen vielen Menschen unbekannt und gleichzeitig sehr nützlich sind. Ich habe nie mit dem Gedanken geschrieben, einen Bestseller herauszubringen, habe aber gleichzeitig ganz oft die Rückmeldung bekommen, dass die Lektüre meiner Bücher tatsächlich geholfen hat, weil eben alles sehr praktisch und anwendbar ausgerichtet ist.

Foto: Thorsten Havener

Ist Körpersprache zuverlässig und eindeutig? Oder braucht es mehr als ein paar Tricks, um wirklich zu verstehen, was im Gegenüber vorgeht?

Es braucht dazu schon ein bisschen mehr, denn wenn Körpersprache eindeutig wäre, gäbe es keine Missverständnisse mehr. Das ist keine Wissenschaft, sondern Interpretationskunst, und mit mehr als vierzig Jahren Bühnenerfahrung kann ich sagen, dass eines bei allen Menschen und in allen Kulturen gleich ist: Wenn man sich nicht wohl fühlt, spannt der Körper sich an, wenn man sich wohl fühlt, entspannt er wieder… Wenn ich die Faktoren erkenne, die eine entspannte Körperhaltung ausmachen, sehe ich, ob sich jemand wohl fühlt. Darauf lässt sich aufbauen.

Lassen sich bestimmte Menschen leichter „lesen“ als andere – etwa Kinder im Vergleich zu Erwachsenen, oder Frauen im Vergleich zu Männern?

Bei den Geschlechtern konnte ich keine Unterschiede erkennen, da geht es mehr um den Charakter. Extrovertierte Menschen sind leichter zu lesen als introvertierte – nicht, weil sie mehr Emotionen haben, sondern weil sie sie mehr zeigen… Bei Kindern bis fünf Jahren ist es sehr einfach, die tragen ihr Herz auf der Zunge, sind gnadenlos ehrlich und zeigen sehr schnell, was sie fühlen. Also, wenn jemand wissen will, was Körpersprache ist, dann sollte er bei Kindern anfangen!

Foto: Thorsten Havener

Viele Menschen haben jetzt zum Jahresbeginn gute Vorsätze, einige davon sind bestimmt inzwischen gebrochen. Gibt es auch eine Technik, um den eigenen inneren Schweinehund zu überlisten?

Eine gute Methode ist, das Jahr nicht am Anfang direkt schon zu überlasten. Über die Weihnachtstage besteht eine Tendenz, sich zu überschätzen, das führt am Ende nur zu Enttäuschungen. Man sollte sich fragen: Was kann ich wirklich bewältigen? Und dann ist es so wie beim Zähneputzen: Viele kleine Schritte bringen mehr als ein großer… Wenn wir das zusätzlich auch noch aufschreiben, dann hat es eine andere Kraft. Zuerst solltest du dich dann fragen, was du gern ändern möchtest, genau überlegen, wer du sein willst – in meinem Fall zum Beispiel als Vater, als Ehemann, als Mentalist –, und nicht, was du gern hättest, denn das führt zu nichts. Weitere Fragen, die du dir stellen solltest, sind: Wie soll sich das anfühlen? Welche Schritte sind dazu nötig? Wie kannst ich sie in kleine Etappen aufteilen? Das Ziel solltest du nie aus den Augen verlieren, und wenn du es nicht erreichst, solltest du es nicht aufgeben, sondern den Plan ändern, und dem dann folgen.

Foto: Dan Thuy

Ihre Shows leben von der Frage: „Wie macht er das?“ – wie gehen Sie mit dieser Neugier um, ohne zu viel zu verraten?

Ich sage dann, dass es nicht meine Aufgabe ist, diese Frage zu beantworten, sondern dafür zu sorgen, dass das Publikum sie sich stellt. Wenn das Publikum staunt, sich fragt, wie ich das mache, entstehen Emotionen, und genau das ist entscheidend für meine Arbeit.

Am 28. Januar stehen Sie im Sauerland-Theater in Arnsberg auf der Bühne. Was darf das Publikum an diesem Abend erwarten?

Es wird ein Abend voller Staunen und voller Humor – so viel ist sicher! Die Show ist interaktiv, das Publikum ist Teil von ihr, trifft Entscheidungen, wie der Abend verläuft. Meine Kunst ist es, diese Entscheidungen schon vorher zu kennen. Und vielleicht kann ich Menschen damit inspirieren, vielleicht kommen sie zu der Erkenntnis, dass sie sich unterschätzen und mehr in ihnen steckt, als sie eigentlich dachten.

Foto: Dan Thuy

Mein Blog heißt „Zauberhaftes Sauerland“ – gern würde ich Ihre Gedanken zu diesen beiden Worten lesen können. Verraten Sie sie mir?

Fangen wir mal andersherum an: In den sozialen Medien wird viel über unser Land geschimpft, und ja, vielleicht ist es gerade nicht so einfach wie noch vor ein paar Jahren, aber für mich würde der Titel „Zauberhaftes Deutschland“ immer noch treffend formulieren, wo wir alle leben dürfen. Das zauberhafte Sauerland ist ein sehr schöner Teil davon, und da ich schon ein paar Mal dort unterwegs war, kann ich das mit Sicherheit sagen!

Foto: Bernt Haberland

Vielleicht hast du beim Lesen kurz gestutzt. Vielleicht auch gestaunt. Wenn du Thorsten Haveners Gedankenwelt nicht nur lesen, sondern live erleben möchtest, hast du am 28. Januar die Gelegenheit. Aber: Es gibt nur noch wenige Tickets. Und manchmal lohnt es sich, genau dann zuzuschlagen, wenn man noch zweifelt.

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