ODER: EIN PARADIES FÜR SCHATZSUCHER…
Schon wenn du die Tür aufschiebst, spürst du, dass du im „Fredeburger Feenreich“ nicht einfach einkaufen gehst! Mit dem ersten Schritt bist du Teil einer anderen Welt. Über dir schweben nostalgische Lampen und skurrile Fundstücke, an den Wänden drängen sich Regale voller nützlicher Utensilien, Raritäten, Gläser und Schallplatten. Zu deinen Füßen breitet sich ein Mosaik aus Stühlen, Schränken und kleinen Schätzen aus, scheinbar zufällig gestellt und doch genau dort, wo sie hingehören. Du gehst weiter, atmest den warmen Geruch von altem Holz und Stoff ein und merkst, wie dein Tempo nachlässt. Dein Blick wandert durch ein Labyrinth aus Jahrzehnten, vorbei an den weichen Formen der Fünfziger, den klaren Linien der Sechziger und den kräftigen Farben der Siebziger. Manche Stücke tragen Spuren eines noch älteren Lebens, als hätten sie viele Umzüge, Gespräche und Hände erlebt… Mitten in Bad Fredeburg haben Regina und Herbert Tröster einen Ort geschaffen, der sich anfühlt wie eine Mischung aus Museum und Wohnzimmer. Sie sammeln, bewahren und füllen jeden Winkel mit Geschichten. Und je länger du bleibst, desto mehr vergisst du, was draußen wartet, und desto tiefer tauchst du ein in eine Welt, in der jedes Objekt seinen Platz und seine Seele hat:
Zwischen Retro-Träumen und Raritäten
Bei Regina und Herbert schlägt das Herz für Antikes wirklich an jeder Ecke – und das ist kein Zufall! Herbert ist nämlich Schreiner, wie schon sein Opa und sein Vater vor ihm. Seine kleine Werkstatt, ein echtes Stück Geschichte, liegt etwas weiter unten im Dorf – über hundert Jahre alt. Das Gebäude, in dem heute der Laden lebt, steht am Wehrscheid und wurde in den wilden Zwanzigern gebaut. Früher war es eine Holzfabrik, dann eine Schreinerei. Und genau hier nahm diese besondere Geschichte ihren Anfang…

Der Überwachungsmeister von Herberts Gesellenstück hatte hier einst seine Werkstatt. Dort standen Maschinen, die Herbert in seiner kleinen Werkstatt aus Platzgründen nicht hat – eine große Presse für Furnierarbeiten zum Beispiel. Aber unter Schreinern gilt: Man hilft sich gegenseitig. Herbert unterstützt andere bei ihren Restaurationsprojekten, sie stellen ihm seine Maschinen zur Verfügung… Und als sein Lehrmeister ihm eines Tages bei einem seiner Arbeitsbesuche erzählte, er wolle bald aufhören und habe keinen Nachfolger, kam Herbert die spontane Idee, in den Räumlichkeiten einen Laden aufzumachen.

Bis dahin hatte Herbert ein kleines Antiquitäten-Lädchen im Elternhaus – zu klein, zu versteckt. Der Vermieter war schnell überzeugt, immerhin hatten schon Herberts Großvater und Vater hier ihre Bretter gesägt. Ein Jahr später zog der Vorbesitzer aus, und Regina und Herbert legten los: Drei Monate lang schrubbten sie den Staub aus Jahrzehnten aus jedem Winkel, kratzten Leimreste vom Boden, reparierten Decken, setzten Fenster aus der alten Apotheke ein und gaben der Haustür aus dem Krankenhaus in Bad Fredeburg ein neues Zuhause.

Früher waren Regina und Herbert gemeinsam auf Märkten unterwegs – damals noch unter dem Namen „Antiquitäten & Schönes“. Eine Bekannte beobachtete Regina oft, wie sie mit einer fast feenhaften Leichtigkeit zwischen den Ständen durch schwebte, immer mit einem untrüglichen Blick für das Besondere. Sie entwarf sogar ein passendes Logo dafür, doch es lag zunächst ganze zehn Jahre lang in der Schublade. Herbert konnte sich damals nicht so recht damit anfreunden, und Regina wollte sich nicht in den Vordergrund drängen. Doch dann kam 2009 der große Schritt: Mit der Eröffnung des Ladens bot sich endlich mehr Platz – nicht nur für Herberts Schätze, sondern auch für Reginas Mode. Und so wurde ein Jahr nach der Eröffnung der zweite Name endlich offiziell ergänzt, und auf einmal passte alles perfekt zusammen: Das „Fredeburger Feenreich“ und „Herbert´s Anktikstore“, zwei Geschäfte, die sich wunderbar ergänzen – genauso wie Regina und Herbert, die seit 28 Jahren ein Herz und eine Seele sind.

Vor kurzem erfüllte Herbert sich einen lang gehegten Traum: Das Interieur der alten Reinigung „Korff“ aus Meschede, das er schon vor zehn Jahren im Blick hatte, stand zum Verkauf. Nun thront die Theke hier, hinter der Regina ihre Mode anbietet, und im Hintergrund erinnert das Interieur einer alten Bäckerei aus Neustadt an der Weinstraße an vergangene Zeiten. So entstand ein Gesamtkunstwerk, das an die Fünfzigerjahre erinnert. Herbert sammelt gerne komplette Ladeneinrichtungen – sein Lager quillt über vor Schätzen.

Suchen? Fehlanzeige! Regina und Herbert lassen sich finden – von den Dingen. Herbert geht nie auf Trödelmärkte, sondern besorgt seine Schätze vom Dachboden oder aus alten Geschäften. „Bares für Rares“ wollte ihn als ersten Händler, er lehnte ab. Für ihn ist das keine Frage des Geldes, sondern pure Leidenschaft. Altes lieben, bewahren, wie seine Stereoanlagen aus den Siebzigern oder seinen Oldtimer.







Jetzt schlägt Herbert ein neues Kapitel auf, abseits von Antiquitäten – mit voller Überzeugung: Bei der Kommunalwahl am nächsten Wochenende kandidiert er als parteiloser Bürgermeister für Schmallenberg. Für die Stadt eine Hoffnung, für den Laden kein Grund zur Sorge: Regina hält die Stellung, und die Sammlung ist so groß, dass sie locker für mindestens eine Amtszeit reicht. Auf 500 Quadratmetern warten Schätze darauf, von dir entdeckt zu werden – und glaub mir: Es ist genug da. 😉
500 Quadratmeter Staunen
Du bist nicht einfach Kunde, sondern willkommen wie ein guter Freund. Du darfst ankommen, tief durchatmen und dich treiben lassen. Nimm dir Zeit, lass die Hektik draußen. Hier zählt nicht, wie schnell du etwas findest oder was auf dem Preisschild steht. Der wahre Wert steckt in den Dingen selbst – in der Hand, die sie geschaffen hat, in den Spuren, die sie getragen haben, und in den Geschichten, die leise zwischen den Regalen warten, bis du sie entdeckst.

Manchmal steckt eine Geschichte so tief in einem Stück, dass sie fast schwerer wiegt als das Stück selbst. So war es mit dem gusseisernen Waschbecken mit den zarten Rosen an der Seite. Über hundert Jahre alt, extrem selten, eigentlich unverkäuflich. Eine Frau wollte es unbedingt – nicht einfach so, sondern als Versprechen an sich selbst. Erst die bevorstehende Operation überstehen, dann sollte es ihr gehören. Herbert hing sehr daran. Als Kind hatte er einmal ein ähnliches Waschbecken zerbrochen und den Zorn seines Vaters zu spüren bekommen. Dieses hier war für ihn wie eine kleine Wiedergutmachung. Als Regina zusagte, es zu verkaufen, knirschte er hörbar mit den Zähnen, schüttelte den Kopf, haderte. Doch als er die Entschlossenheit der Frau sah und ihre Geschichte hörte, legte sich der Widerstand. Mit einem tiefen Atemzug – und einem kleinen, wehmütigen Lächeln – ließ er es ziehen…

Wenn du hier bist, brauchst du Geduld und den richtigen Moment. Vielleicht findest du genau das, was du schon immer gesucht hast. Das Sortiment ist gewachsen – aus dem ordentlichen Lädchen wurde ein liebevolles, kreatives Chaos. Möbel aus der Gründerzeit, Vasen, originalverpackte Seifen, Stücke aus den 50ern, 60ern, 70ern, manchmal skurril, immer mit Charme. Möbel dienen als Verkaufsfläche, sind aber größtenteils selbst zu haben – bis auf das kleine Museum im Eingangsbereich.

Zwischen all dem findest du auch Neues: Dänisches Porzellan, Stücke aus aller Welt, englischen Stil – stets mit viel Liebe und Sorgfalt ausgesucht.



Reginas Mode ist ebenso besonders wie der ganze Laden. Hier findest du keine Massenware, sondern Einzelstücke, die deine Persönlichkeit widerspiegeln. Für sie ist Kleidung Ausdruck der Seele. Jede Frau trägt ihr kleines Mädchen in sich – doch viel zu oft verschwinden wir im grauen Einerlei der Masse. Regina will das ändern.

Wenn du hier einkaufst, triffst du auf jemanden, der dich wirklich kennt. Regina begleitet ihre Kundinnen oft über Jahre, erinnert sich an Gesichter, Geschichten und sogar an die Sachen, die schon in deinem Kleiderschrank hängen. Sie hat Marken im Gepäck, die du nicht überall findest – wie „Magnolia Pearl“ aus den USA oder die Künstlerin „Ewa i Walla“, die die Bilder für ihre Kleider selbst malt und damit jedes Stück zum Kunstwerk macht. Inspiration holt Regina sich auf Messen, etwa in Paris. Und ja, du kannst auch online bei ihr shoppen – aber das besondere Gefühl, das du im Laden spürst, das kann dir kein Klick geben.

Hinter dem Laden liegt der Garten. Er ist Ausstellungsfläche für Dekoration, aber vor allem ein Ort mit Seele. Alles geht vom Rondell in der Mitte aus, Feen und Elfen passen zum „Fredeburger Feenreich“ – und einige davon werden nie verkauft. Setz dich mit einer Tasse Kaffee hin, atme durch, tanke Kraft.






Als ich das „Fredeburger Feenreich“ und „Herbert´s Antikstore“ zum ersten Mal betreten habe, dauerte es doch einen Moment, bis ich mich wieder sortiert hatte, so etwas Einzigartiges hatte ich tatsächlich weder erwartet noch jemals gesehen… Wenn du diese Erfahrung mit mir teilen möchtest, komm vorbei, geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr.

Hier erwartet dich ein Ort, den du so garantiert noch nie erlebt hast – so speziell wie Regina und Herbert selbst. Du wirst sie sofort erkennen: Sie trägt ihre unverwechselbaren Gummistiefel, er seine klassische Baskenmütze. Zwei echte Herzensmenschen, die nicht nur sammeln, sondern leben, lieben und mit Leidenschaft bewahren. Für sie sind die Dinge mehr als bloßer Besitz – sie sind Geschichten, die weiterleben. Sie sagen selbst: Wir besitzen die Schätze nicht, wir dürfen sie nur eine Weile hüten, bevor sie in neue Hände wandern. Also, nimm dir Zeit, tauch ein, lass dich verzaubern und entdecke deinen Schatz!

Fredeburger Feenreich & Herbert´s Antikstore, Regina und Herbert Tröster, Wehrscheid 26, 57392 Schmallenberg-Bad Fredeburg
https://fredeburger-feenreich.de/
https://www.instagram.com/fredeburger_feenreich/
Das Foto von dem Waschbecken wurde mit freundlicher Unterstützung von Regina Tröster zur Verfügung gestellt.
