ODER: MIT STIMME UND SEELE…
Stell dir vor, du hörst eine vertraute Stimme, die dich an Freiheit, Abenteuer und den Wilden Westen erinnert – doch statt Geschichten von Winnetou und Old Shatterhand dringen plötzlich tiefgründige, bewegende Gedichte an dein Ohr. Ungewöhnlich, oder? Aber genau das macht Jean-Marc Birkholz in seinem neuesten Projekt. Dieses Mal entführt er dich nicht in die weiten Prärien, sondern in die poetische Welt eines belarussischen Autors, die von Sehnsucht, Hoffnung und tiefer Menschlichkeit erzählt. Mit seiner markanten Stimme und einem Gespür für Emotion haucht er den Worten Leben ein – ich bin sicher, „Von hier an“ wird auch dich berühren:
Worte statt Waffen
Jean-Marc, wie ist die Idee zur „Von hier an“ entstanden?
Die Idee stammt von Dsmitryi Wajzjuschkjewitsch, einem belarussischen Rockpoeten, der in seinem Land ein Star ist. Er hat zu Ehren des Autors Ales Rasanau vor einem guten Jahr ein Album mit seinen Gedichten und eigenen Kompositionen veröffentlicht. Die Texte waren natürlich auf Belarussisch, seiner Heimatsprache. Ich habe es gehört und fand es wundervoll. Lange hat Ales Rasanau im Exil gelebt, in Deutschland und in der Schweiz, hier sind auch viele weitere seiner Gedichte entstanden. Von seinen Werken gibt es relativ viele deutsche Übersetzungen. Vor diesem Hintergrund fragte mich Dsmitryi Wajzjuschkjewitsch, ob ich an dem Projekt in deutscher Sprache mitwirken möchte. Einer meiner Künstlerkontakte aus der Zeit, in der ich in Belarus gelebt habe, hat mich ihm empfohlen. Von Ales Rasanau hörte ich das erste Mal 2021, als meine Frau mit ihrem Theater ein filmisches Gedichte-Projekt mit seinen Texten veröffentlichte.

Von der Anfrage bis zur Veröffentlichung gestern – wie genau hat sich die Zusammenarbeit gestaltet?
Ursprünglich waren meine deutschen Versionen als Bonustracks für sein Album geplant. Da es am Ende aber sechs Gedichte waren, entstand die Idee einer Eigenveröffentlichung. Ich sprach die Gedichte in den deutschen Übersetzungen im Studio ein und er fügte die Musik, die er komponiert und mit seiner Band, dem „WZ Orkiestra“ eingespielt hat, hinzu.

Was erwartet die Hörer?
„Von hier an“ enthält Gedichte, die in die Tiefe des Menschlichen gehen, die Sehnsucht und den Drang nach Freiheit, Loslassen, Schwachheit und Stärke beschreiben und nie belehrend, immer aber berührend wirken. Die Musik ist der Anker all dieser Gefühle… Ales Rasanau ist ein grandioser Beobachter. Viele Gedichte stammen aus direkten Naturbeobachtungen, die immer auch ein Spiegel des Ichs sind. Und alles, was du liest, bist du immer irgendwie selbst. Als ich das erste Gedicht von ihm las, empfand ich seine große Sehnsucht nach Heimat und nach Freiheit. Das war auch einer der Gründe, warum ich direkt zugesagt habe. Außerdem liebe ich Gedichte, habe sehr viele Gedichtbände zuhause. Ich lese sie gerne und viel. Bei den Werken Rasanaus fand ich eine Nähe und viele neue Gedanken.

Eine Übersetzung ist ja immer auch schon ein Stück weit Interpretation. Wie hast du eine geeignete Version gefunden?
Die existierenden Übersetzungen sind großartig. Das war nicht der Punkt. Viel schwieriger war es, alle Rechteinhaber der Übersetzungen ausfindig zu machen. Den Hauptanteil der Übersetzungen erarbeitet Elke Erb, die leider schon verstorben ist. Ihre Rechte liegen bei der Akademie der Künste, Berlin, der ich sehr dankbar für die Unterstützung bin. Des Weiteren waren Uladsimir Tschepego und seine Frau Gundula an den Übersetzungen beteiligt. Mit Gundula Tschepego hatte ich ein sehr schönes Gespräch über Belarus und Literatur. Ebenso dankbar bin ich Halina Skakun und Eugen Bialasin. Wo immer ich nachgefragt habe, stieß ich auf offene Ohren und Hilfsbereitschaft. Halina Rasanau, Rasanaus Witwe, war auch eine große Hilfe bei der Rechteerlangung und hat mich liebevoll unterstützt. Gestern, am Tag der Veröffentlichung, wäre Ales Rasanau 77 Jahre alt geworden.

Auch die Winnentou-Fans kommen ja gerade wieder voll auf ihre Kosten. Zum ersten Mal stehst du bei den Dinnershows als Apachen-Häuptling auf der Bühne – kannst du noch mehr darüber verraten?
Die Dinnershows bieten in diesem Jahr sehr viel Neues, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Ich habe zum Beispiel die Sterbe-Szene von Winnetous Vater und Schwester noch nie auf einer Bühne so ausführlich dargestellt und auch sonst kaum irgendwo so gesehen, wie in der diesjährigen Dinnershow. Wenn man Karl May mag, ist man auf jeden Fall richtig da, und auch ansonsten bieten wir dem Publikum ein schöne, herzliche Weihnachtsgeschichte mit traumhaften Pferdenummern, einer schönen Greifvogeldarbietung und natürlich einem 4-Gang-Menü.


Entschleunigen, Besinnung, bewusstes Innehalten in der sonst so hektischen Welt – auch dafür steht die Adventszeit. Und genau dazu bietet „Von hier an“ den perfekten Rahmen: Mach es dir gemütlich, tauche ein in eine andere Welt und lass die Gedanken schweifen!
Zum Stream oder Download kommst du hier:
https://open.spotify.com/intl-de/album/3eVgOySXMuP47Mkvz1mSer
https://music.apple.com/de/album/von-hier-an-ep/1780801337
https://music.amazon.de/albums/B0DNN9LWLM
https://music.youtube.com/watch?v=6gXGmxQ9ktc&list=OLAK5uy_l48dseNC6Tb8Is0wt7zozE30ZF6X7hbH0
Die beiden Fotos von der Dinnershow (Fotografin: Sandra Schnüttgen) sowie das Cover des Album wurden mit freundlicher Unterstützung von Jean-Marc Birkholz zur Verfügung gestellt.
