ODER: KLEINE KRAFTPAKETE VOLLER GESCHMACK…
Dein Essen ist entweder schnell zubereitet und lecker, aber nicht gesund. Oder es ist lecker und gesund, aber nicht schnell zubereitet. Oder es ist gesund und schnell zubereitet, aber nicht lecker. Alles irgendwie nur mäßig befriedigend… Genau deshalb möchte ich dir heute kleine Kraftpakete vorstellen, die nicht nur im Nu auf dem Teller landen und dabei sehr dekorativ aussehen, sondern auch für eine echte Geschmacksexplosion sorgen und durch eine sehr hohe Konzentration an wertvollen Nährstoffen überzeugen. Und wenn du dich nun nicht selbst an den Anbau der kleinen Pflänzchen begeben möchtest, kannst du dir die „O microgreens“ auch ganz einfach bei Natacha Lafleur in Olsberg abholen:
Eine Kanadierin im Sauerland
Über 5.500 Kilometer liegen Québec und Olsberg voneinander entfernt. Dafür, dass jemand die größte der kanadischen Provinzen verlässt und seine Zelte in dem beschaulichen Kneipp-Ort aufschlägt, kann es eigentlich nur einen Grund geben!





Und richtig, Natacha ist der Liebe wegen nach Deutschland gekommen. In England, wo sie als Fremdsprachenassistentin arbeitete, lernte sie ihren Mann kennen; zurück in Kanada wurde die Sehnsucht – vermutlich gehören die Beiden zur letzten Generation, die fleißig Briefe um die halbe Erdkugel gesendet hat – so groß, dass Natacha zu ihm nach Deutschland zog. Zunächst lebten sie in Siegen, wo Natacha ihren Master in Literaturwissenschaften, Romanistik und Anglistik machte; aus beruflichen Gründen zog es die junge Familie anschließend nach Olsberg, wo sie offen und warmherzig empfangen wurden… Das ist nun über zwanzig Jahre her, inzwischen fühlt Natacha sich zumindest als halbe Sauerländerin!

„O Canada“ ist die kanadische Nationalhymne, O ist der erste Buchstabe von Olsberg – mit den „O microgreens“ hat Natacha die perfekte Möglichkeit gefunden, ihre alte und ihre neue Heimat miteinander zu verbinden; zudem erinnert der Buchstabe an die kleinen Bio-Samenkörner, die sie Woche für Woche in frische Erde sät… Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Natacha, die viele Jahre als Lehrerin in Olsberg und Meschede gearbeitet hat, sich plötzlich dem Anbau von Keimlingen zuwendete?

Als Vegetarierin war sie schon immer auf der Suche nach pflanzlichen Leckereien, häufig landeten Sprossen auf ihrem Speiseplan, die sie auf den offenbar weltbesten Sandwiches in Montreal für sich entdeckt hat. Dann wurde sie auf Microgreens, die ihren Siegeszug bereits in den 80er-Jahren in Kalifornien starteten, aufmerksam, baute sie auf der Fensterbank an, kam aber nicht zu optimalen Ergebnissen – es ist schwierig, das ideale Verhältnis von Luft und Licht zu treffen – und verwarf die Idee daran erstmal.

Doch dann kam der Moment, in dem sie ihren Körper unbedingt wieder mit all den wichtigen Nährstoffen auffüllen wollte: Nach einem Zeckenbiss erkrankte sie an Borreliose; es dauerte allerdings einige Jahre, bis sie die Diagnose erhielt. Es folgte eine ausführliche Therapie mit Antibiotika – Natacha fühlte sich ausgelaugt und schwach; es war dringend an der Zeit, sich mit einem ausgiebigen Vitamin-Boost zu stärken. Und genau hier fielen ihr die Microgreens wieder ein. Dieses Mal wollte sie alles richtig machen, besorgte sich professionelles Equipment, belegte einen Onlinekurs, las sich eine Menge an Hintergrundwissen an, und siehe da: Das junge Gemüse wuchs und wuchs.


Was ihr gut tut, tut auch anderen gut – genau deswegen richtete Natacha eine ganze Microgreens-Farm ein. Wände wurden mit abwaschbarer Farbe gestrichen, ein Luftentfeuchter und ein Gebläse aufgestellt, Regale und Lampen eingerichtet. Und nach einigen Monaten Vorbereitungszeit wurde der Betrieb vom Veterinäramt dann im März (am Weltfrauentag!) freigegeben:
Klasse statt Masse
Ja, Gemüse ist gesund! Doch hast du eine Ahnung, wieviel du davon essen musst, um ausreichend mit Vitaminen, Proteinen, Mineralstoffen, Chlorophyllen und anderen wichtigen Nährstoffen versorgt zu sein? Machen wir das mal an einem Beispiel deutlich: Das folgende Bild zeigt zehn Gramm Brokkoli-Microgreens und fünfhundert Gramm des ausgewachsenen Gemüses. Kaum zu glauben, aber die beiden Portionen enthalten in etwa die gleiche Menge an Sulforaphan, einem sekundären Pflanzenstoff mit antimikrobieller und antioxidativer Wirkung, dessen Effektivität im Kampf gegen Tumore von der Krebsforschung nachgewiesen wurde.

Noch nicht überzeugt? Dann versuchen wir es doch mal mit Vitaminen: Rotkohl-Microgreens enthalten 40-mal mehr Vitamin E, 6-mal mehr Vitamin C und 260-mal mehr Beta-Carotin als die gleiche Menge des ausgewachsenen Gemüses. Seien wir mal ehrlich – so viel kannst du auf herkömmliche Weise doch gar nicht essen, da macht es doch wirklich Sinn, statt auf Masse auf Klasse zu setzen!



Doch wie kann das überhaupt sein – schließlich wachsen die Microgreens aus ganz normalen Gemüse-Samen heran!? Sie werden in einer Phase, nämlich wenn sich das erste Blattpaar gebildet hat, geerntet. Denn genau dann sind die jungen Pflänzchen voller Energie, durch den Keimvorgang steigt die Konzentration bestimmter Nährstoffe rapide an. Anders als Sprossen brauchen sie Tageslicht und nehmen ein bis zwei Tage nach der Keimung Chlorophyll an; außerdem brauchen sie selbst auch etwas, aus dem sie ihre Nährstoffe ziehen können – Natacha verwendet hierzu ausschließlich hochwertige Bio-Erde, die vor jeder Aussaat erneuert wird.


Je nach Sorte und Temperatur dauert es sieben bis zwölf Tage, bis aus dem Samenkorn ein echtes Kraftpaket entstanden ist; geerntet wird oberhalb des Bodenniveaus, Stiel und Blätter werden vollständig gegessen. Die Sorten wechseln bei den „O microgreens“ jede Woche – du kannst zwischen „Die Delikaten“ wie zum Beispiel Brokkoli, Grünkohl oder Pak Choi, „Die Knackigen“ wie zum Beispiel Erbsen, Radieschen und Sonnenblumen oder einem „Fun & Spicy Mix“, „Bunter Mix“ und „Fitness Mix“ wählen.






Natürlich muss das Ganze immer gut geplant sein, da die Pflänzchen nun einmal ihre Wachstumszeit brauchen; daher solltest du am besten zwei Wochen vor dem gewünschten Termin per E-Mail oder Instagram-Nachricht bestellen, möglich wäre auch ein flexibles Abo – so kannst du sicher sein, dass deine Lieblings-Microgreens für dich bereitstehen. Spontane Bestellungen sind auch möglich, so lange der Vorrat reicht!

Natacha erntet donnerstags, die Abholung ist dann am selben Tag von 16 bis 20 Uhr oder nach Terminvereinbarung möglich; wenn du möchtest, kannst du gegen ein Pfand auch einen Mehrwegbehälter bekommen und so ganz nebenbei auch noch etwas für die Umwelt tun!


Je nach deinem persönlichen Bedarf und der jeweiligen Sorte kannst du bei den Packungsgrößen zwischen einem Gewicht von 30 bis 115 Gramm wählen – die „O microgreens“ halten sich im Kühlschrank problemlos eine gute Woche. Dass du sie roh essen oder erst ganz zum Schluss zu einem warmen Gericht hinzugeben solltest, versteht sich wohl von selbst, ansonsten sind die kleinen Kraftpakete absolut flexibel und im Handumdrehen einsetzbar. Gesundes Fast-Food eben…


Derzeit gibt es die „O microgreens“ donnerstags zur Abholung bei Natacha in Olsberg und täglich im „Reformhaus Rüther“ oder im „Bioladen am Tor“ – beides in Brilon –, demnächst werden sie aber auch an anderen Verkaufsstellen oder sogar in der Gastronomie zu haben sein. Natacha steht ja noch ganz am Anfang, und wenn du bedenkst, was sie im letzten Jahr so alles geschafft hat, weißt du, was noch folgen wird…


Natacha Lafleur, Am Rinkental 24, 59939 Olsberg
https://www.instagram.com/microgreens_olsberg/
E-mail: info@omicrogreens.de
Die Fotos mit Ausnahme des Titelbildes, der beiden Bilder von Natacha bei der Pflege der Microgreens und der Bilder von den Microgreens in der Einweg-Box sowie im Küchentuch wurden mit freundlicher Unterstützung von Natacha Lafleur zur Verfügung gestellt.
