DIE „SPEISENMANUFAKTUR“ IM FINANZAMT

ODER: GASTGEBERIN AUS LEIDENSCHAFT…

Woran denkst du zuerst, wenn du das Wort „Finanzamt“ hörst? Vermutlich an vieles, aber ganz bestimmt nicht an gutes Essen und leidenschaftliche Gastgeber, oder!? Das lässt sich ganz schnell ändern, wenn du nur mal in der „Speisenmanufaktur“ in Olpe vorbeischaust. Denn Manuela Pfaff hat gemeinsam mit ihrer Schwester Larissa Rube und ihrer Mutter Karin Laskow in der dritten Etage des örtlichen Finanzamtes einen Ort geschaffen, an dem sich frische Küche mit hoher Konditorkunst verbindet:

Ein gutes Gefühl

Wie machst du das, wenn du Gäste erwartest? Zunächst wird die Wohnung hübsch zurecht gemacht und schön dekoriert, dann kaufst du gute Zutaten ein und bereitest leckeres Essen vor, und wenn der Besuch da ist, bewirtest du ihn aufmerksam und schenkst nach, sobald die Gläser leer sind – so oder so ähnlich sieht doch das perfekte Gastgeber-Sein aus, oder!? Und genau so hat es auch Manuela Pfaff immer mit den Gästen gemacht, auch wenn es nicht ihre eigenen waren: Ihr halbes Leben ist sie schon in der Gastronomie tätig, zuerst in der „„Familienferienstätte Biggesee-Sondern“, dann in „Die Villa“, schließlich für über zehn Jahre im „Café con leche“. Immer schon wollte sie über alle Abläufe ganz genau Bescheid wissen, die Küche, den Service, die Theke; über die Zeit lernte sie so viel hinzu, hatte zwar im Kopf nie Feierabend, aber es war nun mal ihr persönlicher Anspruch. So hatte sie ein gutes Gefühl!

Und auch, als das „Café con leche“ vor einem Jahr seine Türen für immer schloss, konnte sie sich nichts anderes vorstellen, als weiterhin Menschen zu bewirten – sie ist eben eine Gastgeberin aus Leidenschaft! Doch was sollte sie nun tun? Große Läden kamen für sie nicht in Frage, sie wollte keine Massenabfertigung, sondern persönlich für die Menschen da sein. Bei einem Spaziergang klopfte sie dann spontan bei ihrer alten Ausbildungsstätte an; inzwischen war hier das „Diehlberg – Hotel am See“ entstanden, und tatsächlich wurde Manu mit offenen Armen empfangen… Sie fühlte sich rundum wohl an ihrem neuen Arbeitsplatz, wuchs eng mit dem Team zusammen, hatte wieder ein richtig gutes Gefühl… Doch du ahnst es schon, dabei sollte es nicht bleiben; schließlich geht´s ja hier um die „Speisemanufaktur“ im Finanzamt Olpe!

Im Herbst vergangenen Jahres klingelte Manus Telefon, die freundliche Stimme gab sich als Mitarbeiterin des Finanzamtes zu erkennen. Kurzer Schreck – wer hätte den bei so einem Anruf nicht!? –, dann stellte sich heraus, worum es eigentlich ging: Die Pächterin der Kantine ging in Rente, eine Nachfolge wurde gesucht. Doch wie war die Mitarbeiterin ausgerechnet auf Manu gekommen? Sie hatte für das „Café con leche“ schon mehrfach ein Catering für das Finanzamt ausgerichtet, seitdem hatte sie immer einen guten Kontakt hierher… Und dennoch war die Entscheidung für Manu nicht leicht; sie war ja mit ihrem neuen Arbeitsplatz im „Diehlberg – Hotel am See“ sehr glücklich, tat sich aufgrund der schwierigen Personalsituation und den steigenden Nebenkosten schwer mit dem Gedanken an eine Selbstständigkeit. Doch das Ganze ging ihr auch nicht mehr aus dem Kopf, die umfangreiche Erfahrung in allen Bereichen der Gastronomie konnte ihr nun zugute kommen, ein Gespräch mit ihrem Mann gab schließlich den letzten Ausschlag: Anhören konnte man sich das ja mal!

Machen wir es kurz: Manu bewarb sich auf die Ausschreibung und stellte sich der Kommission vor – Anfang des Jahres klingelte abermals ihr Handy, nun mit einer Zusage. Ihr damaliger Chef zeigte großes Verständnis, ihr persönliches Umfeld redete ihr gut zu; die Entscheidung war gefallen… Da die Kantine nahtlos übergeben werden sollte, musste nun alles schnell gehen. Als erstes klärte Manu die Personalfrage: Ihre Schwester Larissa Rube, eine gelernte Konditorin, sagte direkt zu, auch ihre Mutter Karin Laskow konnte sie überzeugen – auf die Familie ist nun mal Verlass! – und somit war das Team zunächst einmal komplett.

Auch in die Räumlichkeiten wollte Manu frischen Wind bringen: Die grünen Fenster waren vorgegeben, der Fußboden ebenso, alles andere konnte sie nach ihren Vorstellungen gestalten. Ein Farb- und Raumkonzept wurde entwickelt, die Balken neu gestrichen, die modernen Möbel in verschiedenen Höhen angeordnet und stilvoll dekoriert. Einiges wurde komplett ersetzt, anderes neu in Szene gesetzt: So wurden beispielsweise die vorhandenen Urkunden neu gerahmt und fanden ihren Platz im Eingangsbereich; die Akustik-Wand hingegen wurde hingegen komplett neu eingebaut. Schließlich sollten sich die Gäste auf den 76 Sitzplätzen im Innen- und 20 Plätzen im Außenbereich so fühlen, als wären sie Manus ganz persönlicher Besuch!

Mit vereinten Kräften ging es schnell voran – einiges ging sogar zu schnell! Die Möbel wurden so zeitnah geliefert, dass sie zunächst einmal in Papas Garage zwischengeparkt werden mussten –, am 06. Juni konnte Manu Eröffnung feiern, und ja, auch dieses Mal hatte sie ein gutes Gefühl:

Für alle offen

Und das sollte nicht enttäuscht werden – die Mitarbeitenden des Finanzamtes waren mehr als begeistert, als sie zum ersten Mal die neu eröffnete „Speisenmanufaktur“ sahen; während der Renovierungsarbeiten hatte Manu alles mit blickdichten Planen abgehangen, so war der Vorher-Nachher-Effekt noch größer. Doch die Finanzbeamten wollten ihre Pause nicht nur in gemütlicher Atmosphäre verbringen, sondern vor allem lecker essen. Für Manu, Larissa und Karin kein Problem: Morgens wird ein ausgewogenes Frühstück mit frischen Brötchen von der „Eichener Mühle“ zubereitet, mittags gibt es auf einer wöchentlich wechselnden Karte eine Auswahl von fünf Gerichten, immer ist auch ein vegetarisches dabei, zwischendurch stehen Wraps und Bagels für den kleinen Hunger bereit und für den Nachmittag kreiert Larissa jeweils eine Creme-Torte, einen trockenen Kuchen und Waffeln.

Zwar ist die „Speisenmanufaktur“ eine Kantine mit Selbstbedienung und soll es auch bleiben, doch Manu und Larissa bereiten alles selbst frisch zu und verlieren sich oftmals auch in Details, um für den ganz besonderen Genuss zu sorgen… In den Preisen schlägt sich das aber nicht nieder, ein Mittagsessen kostet durchschnittlich sieben Euro. Und warum erzähle ich dir das, du arbeitest doch gar nicht beim Finanzamt!? Na, die „Speisenmanufaktur“ ist für alle Gäste geöffnet; zu den Öffnungszeiten, die an die Arbeitszeiten des Finanzamtes gebunden sind, kannst du einfach durch den Haupteingang gehen, mit dem Aufzug in den dritten Stock fahren, einmal rechts um die Ecke gehen und dich dann ordentlich verwöhnen lassen!

Manus und Larissas Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf der „Speisenmanufaktur“, doch damit ist ihr Repertoire noch längst nicht erschöpft: Sie richten auch Caterings für bis zu 150 Personen aus und backen dir eine Torte für deinen besonderen Anlass; in einem persönlichen Gespräch kannst du von deinen Vorstellungen berichten und auch schon einmal das ein oder andere probieren!

Bleibt nur noch eins zu sagen, und das liegt Manu wirklich am Herzen: Wenn du künftig das Wort „Finanzamt“ hörst, solltest du nicht nur an gutes Essen, sondern auch an sehr nette Menschen denken! Nach gut zwei Monaten unter Finanzbeamten kann Manu nämlich sämtliche Vorbehalte widerlegen; all ihre Gäste sind sehr entspannte, gesellige Leute! Glaubst du nicht!? Dann musst du wir wohl wirklich selbst ein Bild machen – wo das gelingen kann, weißt du ja nun!

Speisenmanufaktur Olpe, Manuela Pfaff, Am Gallenberg 20, 57462 Olpe

https://www.speisenmanufaktur-finanzamt-olpe.de/

https://www.instagram.com/speisenmanufaktur_olpe/

https://www.facebook.com/profile.php?id=100092369187026

Die Fotos von den Speisen und Manu am Grill wurden mit freundlicher Unterstützung von Manuela Pfaff zur Verfügung gestellt.

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