ODER: FIT FÜR DIE ZUKUNFT!
Du sollst eine neue Heizung einbauen, umweltbewusst einkaufen, Ressourcen schonen, wo du nur kannst… Doch was kannst du mit deiner kleinen Wohnung schon ausrichten, wenn die großen Häuser so weitermachen wie bisher, die Hotels ihre Pools beheizen und die üppigen Reste des Frühstück-Buffets einfach in die Tonne hauen!? Na, es hat doch niemand gesagt, dass dort nicht längst auch ein Umdenken eingesetzt hat – Melanie und Jörg Templin haben sich mit dem „Romantik Berghotel Astenkrone“ in Winterberg-Altastenberg schon auf den Weg gemacht, als von Energiekrise noch lange keine Rede war:
Einen Schritt voraus
Woran denkst du als erstes, wenn du das Wort „Winterberg“ hörst? Klar, an Schnee… Und der fällt rund um den Kahlen Asten auch mal so reichlich, dass in den Zeiten, bevor es motorbetriebene Schneepflüge gab, oftmals kein Durchkommen war. Und genau hier beginnt unsere Geschichte: Ein findiger Pfarrer war auf die Schneebretter, die im Schwarzwald bereits genutzt wurden, aufmerksam geworden und ließ sich welche schicken, zunächst einmal nur zur Fortbewegung. Dies wiederum verbreitete sich wie ein Lauffeuer – der Skisport hatte in Altastenberg Einzug gehalten, das höchstgelegene Bergdorf NRWs war offenkundig auch damals schon einen Schritt voraus… Mit dem Ansturm der Ausflügler und Touristen siedelten sich auch die ersten gastronomischen Betriebe an. 1873 eröffnete an der Astenstraße 24 der „Gasthof Müller-Braun“, und auch wenn das damals noch niemand wusste, war damit der Grundstein für das „Romantik Berghotel Astenkrone“ gelegt.

Aus dem ehemaligen Gasthof wurde ein 4-Sterne-Superior-Hotel, doch bis dahin war es ein langer Weg. 1983 von Heinrich Anstoetz eröffnet, befindet sich das „Romantik Berghotel Astenkrone“ im stetigen Wandel: Nach und nach kamen der Schwimm- und Erlebnisbereich mit verschiedenen Saunen, die Beautyfarm „AstenSPA“ und die gemütliche Lobby mit Kamin hinzu; auch das Kronenrestaurant und die Kronenstube bekamen ein neues Gesicht, die insgesamt vierzig Zimmer werden regelmäßig mit Stoffen von „JAB Anstoetz“ zeitgemäß ausgestattet, keins sieht aus wie das andere…




Stillstand ist auch für Jörg Templin ein Fremdwort: Seit über zwanzig Jahren leitet er als Geschäftsführer die Geschicke des Hauses, später kam auch seine Frau Melanie hinzu. Stetig wurden Prozesse optimiert, festgefahrene Strukturen aufgeweicht – intuitiv haben die Beiden dabei schon immer auf Nachhaltigkeit gesetzt und Pionier-Dienste geleistet. Doch so richtig bewusst wurde ihnen das erst, als in der Corona-Zeit das Tagesgeschäft ruhte, und sie Gelegenheit hatten, ihre Sinne zu schärfen und ihre Werte zu überdenken. Wie sollte das „Romantik Berghotel Astenkrone“ aus dem Lockdown zurückkehren, wie sollte es fit für die Zukunft gemacht werden?

Gemeinsam mit ihrem Team gingen Melanie und Jörg Templin den Kriterienkatalog des „GreenSign“-Instituts für zertifizierte Nachhaltigkeit durch und waren überrascht darüber, wie viele Punkte sie schon erfüllten. Offenbar waren sie wirklich schon einen Schritt voraus gewesen… Motiviert durch diese Erkenntnis sprudelten plötzlich die Ideen, jeder einzelne Prozess wurde durchgegangen und auf Effizienz überprüft. Nicht dogmatisch, aber immer mit Blick darauf, wie die vorhandenen Ressourcen und die Umwelt so behandelt werden können, dass die Zukunft auch für die nachfolgenden Generationen lebenswert ist. Klar, eine Person oder ein Hotel allein kann nicht die Welt retten, doch wenn wir alle zusammen kleine Schritte machen, kann insgesamt viel erreicht werden!


Vor einigen Jahren wurde dieser Ansatz teilweise noch belächelt, heute wird er als „best practice“ bezeichnet, zumindest, wenn es nach der IHK Arnsberg geht. Und auch bei der „GreenSign“-Zertifizierung hat das „Romantik Berghotel Astenkrone“ inzwischen Level 4 von 5 erreicht. Für Melanie und Jörg Templin eine schöne Bestätigung, doch längst kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen – denn wer einen Schritt voraus ist, muss auch weitergehen:

Nachhaltig genießen
Ein stetiger Prozess, Veränderung, Effizienz – ist ja alles schön und gut, aber vielleicht doch etwas abstrakt!? Stimmt, und daher werde ich dir nun zeigen, was das „Romantik Berghotel Astenkrone“ in den letzten Jahren so alles auf den Weg gebracht hat. Fangen wir mal mit dem Herzstück des Hauses, nämlich mit der Küche, an: Melanie und Jörg Templin hatten sich zum Ziel gesetzt, bei den verwendeten Produkten auf Bio-Qualität umzusteigen. Also klapperten sie die umliegenden Betriebe ab; es stellte sich jedoch als Mammut-Aufgabe heraus, das Vollsortiment in ausreichender Menge von heimischen Produzenten zusammenzustellen.

Als „Bioland“-Gastronomie-Partner wurde genau das möglich; sämtliche Lebensmittel kommen in zertifizierter „Bioland“-Qualität nach Altastenberg – so weit möglich aus der näheren Umgebung, immer aber mit Blick auf Saisonalität, Tierwohl und Transparenz. Sinnvoller Nebeneffekt: Statt vielen einzelnen Lieferanten fährt jetzt nur noch drei Mal pro Woche ein Lkw vor… Ein Jahr hat die Küche schon auf diese Weise gearbeitet, bevor Melanie und Jörg Templin dies publik machten; seit Mai 2022 haben sie mit 98 Prozent verwendeten Bio-Lebensmitteln den „Bio-Gold-Status“ erreicht. Lediglich bei einigen Getränken wird noch eine Ausnahme gemacht, um die ganze Vielfalt abzubilden – Bio-Ramazzotti gibt es nun mal nicht…

Vegane und vegetarische Menüs sind noch nicht überall im Sauerland angekommen, im „Romantik Berghotel Astenkrone“ sind sie längst an der Tagesordnung, und zwar nicht als lästige Alternative: Küchenchef Wolfgang Klante lebt selbst vegan, er hat es sich zum Ziel gesetzt, die handwerkliche Kochkunst und Esskultur bei einem bevorzugten Einsatz von Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft zu erhalten.



Neben „Crunchy Avocado“, „Kronen Bowl“ und „Möhren-Kokos-Curry“ findest du aber auch „Chateaubriand“, „Tomahawk vom Ochsen“ und „Entenbrust rosa“ auf der aktuellen Karte – für jeden Geschmack ist etwas dabei!





Und auch beim Frühstück hat sich einiges getan, es gibt nämlich kein Buffet mehr. Aber warum, ist doch gut, wenn sich jeder nur auf den Teller füllt, was er auch essen kann!? Stimmt schon, aber auch der größte Langschläfer hat ein Recht darauf, die ganze Vielfalt vorzufinden; bedeutet im Umkehrschluss, dass alles entsorgt werden musste, was er (oder das Hotel-Team) nicht mehr geschafft hat. Daher kannst du nun dein Frühstück aus einer großen Auswahl unterschiedlicher Komponenten selbst zusammen- und vorbestellen – du bekommst genau das, was du dir gewünscht hast, und nichts bleibt übrig!

Fertigprodukte suchst du hier vergeblich, schon lange vor der Corona-Zeit war das Frühstück plastikfrei. Die Marmelade wird selbst gemacht, das Brot zum Teil selbst gebacken… Und seit dem Internationalen Bienentag am 20. Mai hat das „Romantik Berghotel Astenkrone“ sogar die Patenschaft für zwei Bienenvölker übernommen; gemeinsam mit der Imkerin Birgit Den Toom kümmern sich die Mitarbeitenden um die fleißigen Tierchen – belohnt werden sie und die Gäste mit eigenem Honig aus Altastenberg.

In den drei unterschiedlich gestalteten Gastronomiebetrieben werden keine weißen Tischdecken, die nach jeder Nutzung aufwendig gewaschen werden müssen, mehr aufgelegt; stattdessen gibt es hochwertige Ledersets und freien Blick auf die wunderschönen Holztische. Konsequent bis zum Ende gedacht, wurde die große Spülmaschine durch zwei kleine ersetzt, damit der Abwasch bedarfsgerecht und wassersparend erledigt werden kann; die Reinigungsmittel werden nach ökologischen Aspekten ausgewählt. Und auch das Büro wurde nicht vergessen: Durch Mitarbeiterapps, digitale Gästemappen, Tageszeitungen und Kurkarten konnte der Papier-Verbrauch um siebzig Prozent gesenkt werden.

Bereits 2012 wurde ein Blockheizkraftwerk eingebaut, womit der gesamte Schwimmbadbereich beheizt und der benötigte Strom des gesamten Hauses größtenteils selbst produziert werden kann; auch die Heizungsanlage wurde modernisiert und Hocheffizienzpumpen eingebaut. Seit 2021 gilt das „Romantik Berghotel Astenkrone“ offiziell als klimaneutral, was derzeit zum Teil noch durch Zertifikate im Bereich des Baumkaufs kompensiert wird – bis 2025 soll aber auch das überflüssig werden.

So, auch wenn es noch so viel zu berichten gäbe, an dieser Stelle muss ich nun schließen, denn ich habe eine kleine Challenge mit Jörg Templin: Er hat versucht, den gesamten Prozess in einen Vortrag zu packen, und dafür fünfzehn Minuten gebraucht, wenn ich mir nun meinen Text vorlese, komme ich in etwa auf die gleiche Zeit… Du bist aber jederzeit herzlich im „Romantik Berghotel Astenkrone“ willkommen, um dir selbst ein Bild zu machen – sei es als Hotelgast für einen Kurzurlaub im wunderschönen Bergdorf, sei es als Restaurantgast für ein ausgezeichnetes kulinarisches Erlebnis. Und das natürlich mit einem guten Gefühl und dem Bewusstsein, einen Teil für eine lebenswerte Zukunft beigetragen zu haben!

Berghotel Astenkrone, Astenstraße 24, 59955 Winterberg-Altastenberg
https://www.instagram.com/romantikberghotelastenkrone/
https://www.facebook.com/astenkrone/
Die Fotos mit Ausnahme des letzten Bildes und des Fotos der Imkerin Birgit Den Toom wurden mit freundlicher Unterstützung von Melanie und Jörg Templin zur Verfügung gestellt.
