DER RAPPER MASSIV UND SEIN „BABA´S DÖNER“

ODER: JETZT AUCH IN OLPE…

Ein Döner ohne Zwiebeln mit Scharf – eigentlich eine ziemlich klare Vorstellung, und doch weißt du nie so genau, was du bekommst… Natürlich kannst du immer zum Dönermann deines Vertrauens gehen, aber was ist, wenn du mal unterwegs bist!? Der Rapper „Massiv“ Wasiem Taha lebt in Berlin und hatte da so eine Idee; heute war er zur Eröffnung von „Baba´s Döner“ in Olpe:

Ich möchte selbst da sein

Wasiem, du bist als Sohn palästinensischer Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz geboren und aufgewachsen; mit Anfang Zwanzig hast du dich entschlossen, nach Berlin zu ziehen, ohne dort ein Standbein zu haben. Inwieweit hat dich diese Zeit geprägt?

Die Zeit hat mich sehr geprägt! Ich bin von einem Dorf in eine Weltstadt gezogen und habe zum ersten Mal wahrgenommen, dass es noch mehr gibt als nur Kühe. Plötzlich war ich unter so vielen Menschen und habe so brachiale Musik gemacht, dass dann auch alle Augen auf mich gerichtet waren. So habe ich dann noch mehr wahrgenommen, welche Vorteile eine Großstadt bietet.

2006 erschien dein erstes Album, dreizehn weitere folgten, du giltst als Deutsch-Rapper der ersten Stunde. Daneben spieltest du ab 2016 in der erfolgreichen Serie „4 Blocks“ die Rolle des Latif, hast außerdem Labels und Unternehmen gegründet. Siehst du dich heute eher als Rapper, Schauspieler oder Geschäftsmann?

Ich sehe mich einfach als Typ, der Spaß an dem hat, was er macht. Ob das nun viel bringt oder wenig, ist eigentlich egal; ich bin nicht materialistisch veranlagt, ich brauche gar nicht viel. Hauptsache, ich verliere den Spaß daran nicht, wenn dabei was rumkommt, super, wenn nicht, bin ich aber auch damit im Reinen… Daher trifft „Geschäftsmann“ wohl am wenigsten von den drei Bezeichnungen zu.

Die Geschichte eines kriminellen Clans in Berlin, Schießereien auf offener Straße, Drogen, Gewalt und Prostitution. Wieviel Realität steckt in „4 Blocks“?

„4 Blocks“ ist nicht nur Fiktion, das findet in Berlin auf den Straßen genau so statt. Natürlich gibt´s in einer Stadt mit über drei Millionen Einwohnern auch Kriminalität und gewisse Bezirke, wo es härter zugeht als woanders. In Deutschland gibt es das in der Form nur in Berlin; wenn du also eine solche Serie wie „4 Blocks“ in Deutschland spielen lassen möchtest, dann kann das eigentlich nur in Berlin sein.

Harte Kerle, die zu allem bereit sind… Doch wenn man die drei Staffeln anschaut, merkt man zunehmend, wieviel Herz und Loyalität in Ali, Abbas und Co. stecken und wie wichtig ihnen die Familie ist. Wie sehr konntest du dich mit deiner Rolle des Latif identifizieren?

Ich konnte mich mit der Rolle sehr identifizieren, sonst hätte ich sie auch nicht angenommen. Ich kenne solche Situationen, wie Latif sie durchlebt hat, von meinem eigenen Leben; ich sehe das, ich höre das, was es bedeutet, in gewissen Positionen zu sein und zu handeln. Insofern ist mir das Schauspielerische auch sehr leicht gefallen; ich war also in dem Sinne auch kein Schauspieler, sondern habe es so gemacht, wie ich es im echten Leben auch gemacht hätte.

Gangsta-Rap will provozieren, nutzt eine gewaltorientierte Sprache und heftige Schimpfwörter. Schon seit einigen Jahren hast du dich entschieden, gewisse Begriffe nicht mehr zu nutzen. Was hat dich dazu bewogen und wie kam diese Entscheidung in der Rap-Szene an?

Das war eine sehr bewusste Entscheidung; ich gelte als sehr positives Vorbild für die Jugend, habe zum Beispiel über eine Millionen Follower auf Instagram, da muss man sich dann auch seiner Verantwortung schon bewusst sein! Inzwischen sind das schon ziemlich genau zehn Jahre, seit ich keine Schimpfwörter oder Slogans, die irgendjemanden angreifen könnten, benutze. Das ist im deutschsprachigen Gangsta-Rap ein No-go, damit kannst du als Rapper eigentlich nicht überleben, aber ich habe es trotzdem geschafft. Mein Weg ist es, direkt zu sein, ohne jemandem weh zu tun.

Berlin gilt mit über eintausend Läden als die Hauptstadt des Döners, einige halten das beliebte Gericht sogar für eine Berliner Erfindung. Wie bist du auf die Idee gekommen, mit „Baba´s Döner“ deine eigene Kette zu eröffnen?

Wenn ich über die deutschen Autobahnen fahre, sehe ich links und rechts immer nur McDonalds, Burger King und Nordsee. Bei denen weißt du genau, was du bekommst, das schmeckt überall gleich. Der Döner ist in jeder Stadt, in jeder noch so kleinen Ortschaft komplett anders zubereitet. Und so kam dann die Idee: Wenn du in Sachsen, Bayern oder Nordrhein-Westfalen „Baba´s Döner“ siehst, weißt du, dass du das Gleiche bekommst, was du vorher vielleicht in Berlin oder sonstwo gegessen hast.

Berlin, Stuttgart, Offenbach – mit der Filiale in Olpe bist du zum ersten Mal auch im ländlichen Raum vertreten… Wie kam es dazu?

Es ist ja nicht so, dass „Baba´s Döner“ sich die Partner aussucht, sondern die melden sich bei uns, und wir checken dann, ob wir gut zusammenarbeiten können. Es ist ein wachsendes Unternehmen, aber wir filtern immer noch sehr genau, mit wem wir das machen wollen. Hier in Olpe hat einfach alles gepasst!

Heute bist du zur Eröffnung nach Olpe gekommen. Wie wichtig ist es dir, bei solchen Anlässen selbst vor Ort zu sein?

Es ist mir sehr, sehr wichtig, denn ich liebe es und ich lebe es. Wenn ich etwas mache, dann nur aus hundertprozentiger Überzeugung. Da reicht es nicht, einfach nur einen Instagram-Post zu machen und zu sagen, heute ist Eröffnung, nein, dann möchte ich auch selbst da sein, mir Zeit nehmen und mit den Menschen in Kontakt kommen.

Warst du zuvor schon einmal im Sauerland? Und wie hat dir gefallen, was du bei der Anreise durchs Autofenster gesehen hast?

Ja, ich war schon ein paar Mal hier. Ich liebe die Ortschaften, das – im Vergleich zu Bayern – etwas kleinere Gebirge links und rechts, jedes Tal sieht irgendwie wieder anders aus. Das kenne ich ja so auch aus Pirmasens, und deswegen habe ich schon auch ein Faible dafür!

Zugegeben, heute ging es in Olpe etwas weniger beschaulich zu als üblich, doch morgen wird es wieder etwas ruhiger werden, dafür aber mit richtig gutem Döner!

Baba´s Döner Olpe, Kölner Straße 7, 57462 Olpe

https://www.instagram.com/massiv/

https://www.facebook.com/Massiv65/?locale=de_DE

https://babas-doener-by-massiv.de/

https://www.instagram.com/babas_doener/

Die Fotos, die nicht bei der Eröffnung von „Baba´s Döner“ entstanden sind, wurden mit freundlicher Unterstützung von Wasiem Taha zur Verfügung gestellt.

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